22.07.2021, 16:50 Uhr

Zwei neue Drohnen zur Rettung von Rehkitzen

Auf dem Bild von links nach rechts: Albert Stegemann,MdB, Johannes Kramer, Hegering 3 Nordhorn, Marianne Brunklaus, Geschäftsführerin Jägerschaft Grafschaft Bentheim, Matthias Zafri, Obmann für Naturschutz, Jürgen Harsman, Hegering 7 Wilsum, Reinhard Mönch, stellv. Vorsitzender Jägerschaft Grafschaft Bentheim, Alfred Tiebert, Hegering 7 Wilsum

Auf dem Bild von links nach rechts: Albert Stegemann,MdB, Johannes Kramer, Hegering 3 Nordhorn, Marianne Brunklaus, Geschäftsführerin Jägerschaft Grafschaft Bentheim, Matthias Zafri, Obmann für Naturschutz, Jürgen Harsman, Hegering 7 Wilsum, Reinhard Mönch, stellv. Vorsitzender Jägerschaft Grafschaft Bentheim, Alfred Tiebert, Hegering 7 Wilsum

Grafschaft Im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni startet bei den meisten landwirtschaftlichen Betrieben die Mähsaison. Es beginnt ein Wettlauf gegen den nächsten Niederschlag - Mähen, Trocknen, Wenden, Häckseln oder in Ballenpressen. 24 Stunden am Tag läuft der Erntebetrieb. Innerhalb von drei bis vier Wochen werden alle Grasflächen in der Grafschaft abgeerntet.

Parallel startet auch ein anderer Wettlauf – der Kampf gegen den Mähtod. Die langen Halme bieten nicht nur den Rehen und ihren Kitzen Deckung, sondern auch Hasen und etlichen Bodenbrütern wie Bachvögeln, Fasanen und Enten. Um zu verhindern, dass diese Wildtiere und ihr Nachwuchs in die Mähwerke der Maschinen gelangen, werden alljährlich Feldsuchen organisiert. Mit erheblichen Mühen und voller Einsatzbereitschaft kommen die Jägerinnen und Jäger in der Grafschaft ihrer Bereitschaft zur Hege nach und suchen die Felder vor dem Mähen nach Wildtieren ab, um diese in Sicherheit zu bringen.

Landwirte und Jäger stimmen sich im Vorfeld miteinander ab. Die Terminkoordination zur Suche ist nicht immer einfach, da die abzusuchenden Flächen gewaltigen Ausmaße haben und sich über das gesamte Kreisgebiet erstrecken. „Die Feldsuche ist eine rein ehrenamtliche Tätigkeit und wie bei den meisten Ehrenämtern fehlt es auch hier an ausreichend Helfern, um alles gründlich absuchen zu können“, so Matthias Zafri, Obmann für Naturschutz. Die Jäger gehen bei der Suche an ihre Grenzen. Morgens um 5.00 Uhr, noch vor der Arbeit geht es los, um dann nach Feierabend wieder zu starten und bis in die Nacht weiterzusuchen.

Dank hochauflösender Wärmebildtechnik ist es möglich, mit Drohnen mehr Flächen in kürzerer Zeit sehr effizient abzusuchen und Wildtiere schneller zu finden.

Alfred Tiebert, stellvertretender Hegeringleiter in Wilsum, berichtet, dass sie in diesem Jahr auf eigene Kosten eine Drohne samt Piloten organisiert hätten. Anders wäre es nicht möglich gewesen die 300 Hektar Grasland in und um Wilsum abzusuchen. Neben zahlreichen Gelegen von Bodenbrütern wurden auch 28 Rehkitze gefunden und in Sicherheit gebracht.

So ist es umso erfreulicher, dass die Jäger des Hegerings III (Nordhorn) und VII (Wilsum) zwei neue Drohnen in Empfang nehmen durften. Mit der zusätzlichen Drohne erhofft man sich im nächsten Jahr noch größere Erfolge. Die Gesamtzahl an geförderten Drohnen erhöht sich im Landkreis damit auf vier.

„Die Geräte wurden mit Unterstützung des BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) angeschafft“, berichtet Zafri. Dank der Förderung konnten circa zweidrittel der benötigten 13.000 Euro bereitgestellt werden. Den Restbetrag haben die Hegeringe aus eigenen Mitteln hinzugesteuert. Ein Dank ging auch an den Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann, der sich für Jäger und Landwirte gleichermaßen einsetzt. Aber auch ein Appell nach weiterer Unterstützung in Form von mehr Mitteln, wurde ihm mit auf den Weg gegeben. Für dieses Jahr ist die Saison beendet. Doch nach der Mahd ist vor der Mahd. Weiter Hegeringe meldeten bereits ihren Bedarf an Flugdrohnen an und ihre Bereitschaft, notfalls auch selbst die Kosten dafür zu tragen.

Ems-Vechte