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15.05.2019, 11:45 Uhr

Zwei alte Filmvorführgeräte aus der Schauburg geborgen

Überraschender Fund: Beim Abriss des ehemaligen Nordhorner Kinos „Schauburg“ an der Denekamper Straße in Nordhorn hat das niederländische Abbruchunternehmen die beiden noch im Gebäude verbliebenen Filmvorführungsgeräte geborgen (siehe anhängendes Video).

Zwei alte Filmvorführgeräte aus der Schauburg geborgen

Die beiden historischen Filmvorführungsgeräte wurden vom Abrissbagger unbeschadet aus dem Gebäude gehoben. Foto: Müller

Von Rainer Müller

Es handelt sich bei den beiden Filmvorführungsgeräten um jeweils über 100 Kilogramm schwere Modelle des Herstellers Carl Zeiss. Am Mittwochvormittag inspizierten Christian Lonnemann, Leiter des Kreis- und Kommunalarchivs, und Bernd Wolter, ehemaliger ehrenamtlicher Leiter der Kreisbildstelle, die beiden geborgenen Projektoren. „Es handelt sich eindeutig um Geräte, die in den 1950er-Jahren hergestellt wurden“, informiert Lonnemann im Gespräch mit dem Ems-Vechte-Surfer. Über die mögliche Verwendung der alten Filmvorführtechnik ist man sich weder beim DRK-Kreisverband als Grundstückseigner noch beim Kreis- und Kommunalarchiv klar: Doch es ist Eile geboten, denn die beiden Geräte stehen ungeschützt auf dem Gelände und müssen vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Die Stadt Nordhorn beabsichtigt, so Pressesprecher Henrik Eickelkamp, die beiden Geräte noch im Laufe des Tages zu sichern und so eine mögliche museale Verwendung zu ermöglichen. Falls im Laufe des Mittwochs keine praktikable Lösung gefunden wird, landen die beiden Fundstücke in der Altmetallverwertung, signalisierte DRK-Vorstand Eckhard Jürriens auf Anfrage.

Update, 12.21 Uhr, Dr. Werner Rohr, Vorsitzender des Grafschafter Museumsvereins, habe, so der städtische Pressesprecher Henrik Eickelkamp, bereits „grundsätzliches Interesse“ an den beiden Projektoren bekundet. „Dementsprechend wird unser Bauhof sich bemühen, heute Nachmittag eine Abholung und Zwischenlagerung der Geräte zu organisieren“, so Eickelkamp.

Fotostrecke

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Christian Lonnemann, Leiter des Kreis und Kommunalarchivs (links) inspiziert gemeinsam mit Bernd Wolter, früherer ehrenamtlicher Leiter der Kreisbildstelle, die beiden Fundstücke. Foto: Müller

Bernd Wolter, früherer ehrenamtlicher Leiter der Kreisbildstelle, untersucht die beiden Fundstücke. Foto: Müller

Bernd Wolter, früherer ehrenamtlicher Leiter der Kreisbildstelle, hat in einem der beiden Geräte eine hölzerne Kassette mit der Original-Optik gefunden. Foto: Müller

Mit nachbarschaftlicher Hilfe: Auch zwei Spezial-Kittel wurden im einstigen Filmvorführungsraum gefunden. Foto: Müller

Die Projektoren wurden mit alter Röhrentechnik betrieben. Foto: Müller

Als wäre die Zeit stehen geblieben: Fast wie neu muten die metallenen und beschichteten Gehäuse der Projektoren aus dem Hause Carl Zeiss an. Foto: Müller

So sah die Front der ehemaligen Schauburg an der Denekamper Straße aus. Foto: privat

Der bereits abgerissene Teil des Kinosaales gibt den Blick auf die Empore frei, in der die Projektoren montiert waren und ihre Bilder durch die Wandöffnungen auf die Leinwand projiziert haben. Foto: I. Altendeitering

Hier ein Video von Grundstücksnachbarin Ingrid Altendeitering, die die spektakuläre Bergungsszene festgehalten hat.