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20.06.2019, 19:00 Uhr

IHK informiert über Unternehmensnachfolge

Rund 60 Teilnehmer informierten sich im Rahmen der IHK-Veranstaltungsreihe „Stabwechsel – Nachfolge erfolgreich gestalten“ darüber, wie sich Unternehmer oder Existenzgründer auf eine Unternehmensnachfolge vorbereiten können und wo Fallstricke lauern.

Bärbel Schnee-Gronauer und Klaus Neesen aus Schüttorf informierten die Teilnehmer in Nordhorn über Hürden bei der geordneten Unternehmensnachfolge. Foto: IHK

Bärbel Schnee-Gronauer und Klaus Neesen aus Schüttorf informierten die Teilnehmer in Nordhorn über Hürden bei der geordneten Unternehmensnachfolge. Foto: IHK

Zu der Veranstaltung hatte die IHK gemeinsam mit der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim in den NINO-Hochbau nach Nordhorn eingeladen.

Die Referenten Bärbel Schnee-Gronauer und Klaus Neesen aus Schüttorf forderten ihre Zuhörer dazu auf, ihr Unternehmen für die Nachfolge fit zu machen: „Ein Käufer will den Eindruck haben, dass der Betrieb, für den er sich interessiert, gut geführt wird. Kümmern Sie sich rechtzeitig um Baustellen im Rechnungswesen, wie zu hohe Lagerbestände und uneinbringliche Altforderungen. Optimieren Sie den Forderungseinzug und das Liquiditätsmanagement, um die Ertragslage und Bilanzrelationen zu verbessern.“

Vier bis fünf Jahre vor einer geplanten Übertragung an einen Nachfolger sollten Unternehmer mit diesen Vorbereitungen beginnen, so der Rat der Experten. Außerdem brauchen Kaufinteressierte aussagefähige Unterlagen und betriebswirtschaftliche Auswertungen des Unternehmens, damit Unsicherheiten und Risiken nicht ihre Preisbereitschaft reduzieren. Denn insgesamt stellen stark unterschiedliche Unternehmensbewertungen von Käufern und Verkäufern für mehr als die Hälfte aller Übertragungsprozesse das größte Problem dar.

Neben der Entwicklung einer klaren Kaufpreisvorstellung des Verkäufers unter Verwendung mehrerer anerkannter Bewertungsmethoden wirken sich in den Verhandlungen mit dem Nachfolger eine geringe Abhängigkeit von einzelnen Kunden sowie Produktneuerungen und Innovationen positiv aus. „Trennen Sie sich aber auch von allen Gegenständen, Maschinen, Anlagen und Werkzeugen, die längst nicht mehr benötigt werden, damit der Käufer beim Betriebsrundgang einen guten Eindruck gewinnt“, sagten die Experten.

Eine Unternehmensübernahme bietet nach Ansicht von Neesen gerade für Existenzgründer gute Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit: „Das Unternehmen ist mit seinen Produkten und Dienstleistungen am Markt etabliert. Gründer können auf vorhandene Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zurückgreifen und generieren unmittelbar Umsatzerlöse.“