Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
06.12.2019, 10:00 Uhr

Zdravka Buettner kämpft für Gleichberechtigung

100 Tage sind vorüber und Zdravka Buettner ist in ihrem Amt längst „angekommen“. Die Dokumentenstapel im Büro der neuen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass es an Aufgaben und Projekten nicht mangelt.

Zdravka Buettner setzt sich für die Gleichstellung ein. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Zdravka Buettner setzt sich für die Gleichstellung ein. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Zdravka Buettner ist 37 Jahre alt und im bulgarischen Sofia geboren. Nach dem Abitur kam sie im Jahr 2003 nach Deutschland, genauer gesagt nach Osnabrück, und studierte hier Europäische Studien und Migrationsforschung. Nach der Masterarbeit arbeitete sie unter anderem im Frauenhaus in Herford. „Das Thema Gleichstellung hat mich schon als junges Mädchen interessiert und beschäftigt, auch deshalb, weil es in Bulgarien eine Quotenregelung für Mädchen gab, die auf weiterführende Schulen gehen wollten“, so Zdravka Buettner. Auch im Studium seien ihr genderspezifische Themen immer wieder begegnet. Einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht die Gleichstellungsbeauftragte beispielsweise in dem Mentoring-Programm für mehr Frauen in der Politik. „Unter dem Motto Frau.Macht.Demokratie sollen Frauen für eine Kandidatur für ein politisches Mandat interessiert werden, denn landesweit sind die niedersächsischen Kommunalparlamente im Durchschnitt zu 76 Prozent männlich besetzt“, erläutert Zdravka Buettner. „Ich selbst habe auch an einem solchen Programm teilgenommen und fand es sehr überzeugend.“

Ein weiteres Augenmerk wird die Gleichstellungsbeauftragte auf das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege“ legen. „Auch wenn in vielen Teilen der Gesellschaft die Bedeutung mittlerweile angekommen und akzeptiert ist, braucht es immer noch viel Energie und Überzeugungsarbeit, um weitere Alternativen zu schaffen. Was mich freut ist, dass mehr und mehr Männer von den Möglichkeiten Gebrauch machen, wenngleich sie immer noch weit unterrepräsentiert sind“, so Zdravka Buettner. Auch das Thema „Gewalt gegen Frauen“ liegt der 37-Jährigen nah am Herzen. Die Fahnenaktion am 25. November, dem Gedenktag gegen Gewalt an Frauen, hat sie dazu genutzt, auf Grafschafter Frauen aufmerksam zu machen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. „Wir müssen diesen Frauen eine Stimme geben. Jeder ist in der Pflicht, sensibler zu werden und Mut zu zeigen, wenn es darum geht, diesen Frauen zu helfen“, so Zdravka Buettner.

Bei all ihrer Arbeit sieht sich Zdravka Buettner gut unterstützt: Zum einen innerhalb der Kreisverwaltung, angefangen beim neuen Landrat Uwe Fietzek, als auch außerhalb durch ihre Kolleginnen in den Städten, Samtgemeinden und Gemeinden der Grafschaft und natürlich durch die „große Politik“ auf Landes- und Bundesebene.„Auch wenn wir bereits viel erreicht haben, brauchen wir noch einen sehr, sehr langen Atem, um eine gleichberechtigte Gesellschaft zu schaffen“, ist sich Zdravka Buettner sicher. An ihr soll es nicht liegen…