03.09.2021, 09:45 Uhr

Wohnpark Kanalallee: BHKW mit Wasserstoff zu betreiben

Der Wohnpark an der Kanalallee nimmt Gestalt an. Der aktuelle Vermarktungsstand zeigt, dass das Quartier sehr gut angenommen wird.  Foto: G. Büter Bauunternehmen GmbH

Der Wohnpark an der Kanalallee nimmt Gestalt an. Der aktuelle Vermarktungsstand zeigt, dass das Quartier sehr gut angenommen wird. Foto: G. Büter Bauunternehmen GmbH

Nordhorn Die ersten Mehrfamilienhäuser im „Wohnpark an der Kanalallee“ sind bezogen, die Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser sind verklinkert, in zahlreichen Gebäuden erfolgt derzeit der Innenausbau. Das Quartier, das durch die G. Büter Bauunternehmen GmbH aus Ringe entwickelt und realisiert wird, nimmt in rasantem Tempo Form an. Noch im Juni erfolgte als Dank an alle Handwerker und weiteren Beteiligten ein digitales Richtfest auf der Baustelle. Die offizielle Inbetriebnahme der Energiezentrale markierte jetzt einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung des aus architektonischer und energetischer Sicht anspruchsvollen Baugebiets. Neben Dr. Michael Angrick, Geschäftsführer der Nordhorner Versorgungsbetriebe (NVB), und Jan-Hermann Hans, Technischer Leiter der NVB, nahmen Gerrit Büter und Mike Ruppelt, Geschäftsführer von Büter, die Energiezentrale offiziell und feierlich in Betrieb. „Anfang 2020 haben wir den Kooperationsvertrag mit Büter geschlossen und damit das Konzept zur energetischen Versorgung des Wohnparks festgelegt. Nur knapp über ein Jahr hat es gedauert bis wir die Energiezentrale jetzt in Betrieb nehmen“, freute sich Angrick.

„Wir sind glücklich, die im Rahmen des Kooperationsvertrages festgelegten Ziele gemeinsam erreicht und sogar übertroffen zu haben“, ergänzte Mike Ruppelt von Büter. „Das Blockheizkraftwerk, das wir jetzt offiziell in Betrieb nehmen, kann zukünftig auch mit Wasserstoff betrieben werden“, fügte Ruppelt hinzu. Damit stellen der Projektentwickler Büter und die beteiligten Partner NVB, Koldehoff Effiziente Energietechnik, Kring GmbH sowie die iNeG IngenieurNetzwerk Energie eG einmal mehr die Zukunftsfähigkeit des Wohnparks unter Beweis. „Bewohner und potenzielle Käufer können sich insbesondere in Zeiten der Energiewende sicher sein, eine wirtschaftliche und sichere, aber vor allem nachhaltige Energieversorgung gewählt zu haben“, stellte Gerrit Büter abschließend fest.

Nachhaltige Energieversorgung

„Die Energiezentrale stellt das Herz des Wohnparks an der Kanalallee dar“, erläuterte Dr. Angrick. Die Wärme wird von zwei Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugt und über ein 2700 Meter langes Nahwärmenetz aus Stahl und PEX an die Haushalte verteilt. Die Verteilung bis zu den Übergabestationen in die Häuser erfolgt durch die NVB. Für die Bewohner des Wohnparks bieten sich dadurch finanzielle Vorteile, unter anderem entfallen Kosten für Schornsteinfeger sowie die Rücklagenbildung für neue Heizungsanlagen. Aktuell wird eine nachhaltige Energieversorgung durch die Beimischung von Biomethan beim Betrieb der Blockheizkraftwerke und der Gas-Brennwertkessel erzielt, weil auf diese Weise CO2-Emissionen signifikant reduziert werden. Durch eine intelligente Vernetzung der Kundenanlagen und bautechnische Gegebenheiten erreichen alle Gebäude den KfW-40-Standard. Darüber hinaus entsteht beim Betrieb der Blockheizkraftwerke elektrische Energie, die in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist wird. Zukünftig könnte der Betrieb der BHKWs über Wasserstoff erfolgen. „Für die Umstellung auf Wasserstoff müsste lediglich eine separate Wasserstoffleitung zur Energiezentrale realisiert werden“, erklärte Jan-Hermann Hans von den NVB.

Blitzschnell laden und surfen

Um den zukunftsorientierten Anforderungen an ein modernes Quartier gerecht zu werden, sind die Stellplätze der Wohneinheiten so ausgestattet, dass jederzeit eine Wallbox zum Laden der E-Fahrzeuge angeschlossen werden kann. Dazu wird die Stromversorgung des Gebietes über zwei Trafostationen und 3800 Meter Stromkabel sichergestellt. „Highspeed-Internet darf natürlich auch nicht fehlen und deshalb sind sämtliche Objekte an eine schnelle Glasfaser angebunden, die bis zur Wohneinheit reichen“, sagt Jan-Hermann Hans, Technischer Leiter bei NVB. „Die Nutzer müssen nur noch einen Vertrag abschließen und dann ist blitzschnelles Surfen und Streamen zügig möglich.“

Die Energiezentrale befindet sich im östlichen Bereich des Wohnparks. „Aufgrund der exponierten Lage direkt am Eingang des Quartiers haben wir die Energiezentrale bewusst in das architektonische Konzept integriert und den eingeschossigen Baukörper in Anlehnung an die restlichen Wohngebäude mit einer Klinkerfassade und einem Satteldach realisiert. Nur so erreichen wir die gewünschte durchgängige hohe gestalterische Qualität“, erklärt Mike Ruppelt. Für den Projektentwickler Büter steht die ganzheitliche Herangehensweise im Fokus der Planung und Realisierung: „Wir wollten ein Quartier entwickeln, das einen baukulturellen Wert schafft und flexibel genug ist, auch in einer ungewissen Zukunft mit einer sich stetig verändernden Gesellschaft bestehen zu können. Durch das innovative und technisch ausgefeilte Energiekonzept, das in Zusammenarbeit mit den NVB erarbeitet und umgesetzt wurde, aber auch durch die angesprochene gestalterische Qualität, glauben wir, ist uns dies gelungen.“

Aktueller Vermarktungsstand

Drei Mehrfamilienhäuser, ein Meisterhaus sowie ein Reihenhaus wurden in diesem Jahr bereits an die Kunden übergeben, vier der sechs Bauabschnitte sind verkauft. Die innere Erschließung (Ver- und Entsorgung) ist fertiggestellt. Der Rohbaubestand ist zu mehr als 50 Prozent errichtet. Der neue Spielplatz am Hohen Weg kann schon seit einiger Zeit genutzt werden. „Der Vermarktungsstand zeigt, dass der Wohnpark an der Kanalallee ein Paradebeispiel für qualitativ hochwertigen, nachhaltigen und dabei bezahlbaren Wohnraum darstellt und bestätigt uns in der Entscheidung, das Quartier auf diesem hohen Niveau umzusetzen. Der Vermarktungserfolg zeigt aber auch, dass wir auf die richtigen Partner gesetzt haben, um das Quartier auf dem angesprochenen hohen Niveau überhaupt umsetzen zu können“, bedankte sich Mike Ruppelt im Rahmen der Einweihung der Energiezentrale bei allen Projektpartnern.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme der Energiezentrale (von links): Lars Rakers (NVB), Alex Moor (Kring GmbH), Thomas Österreich (iNeG), Till Walter (Kring Gmbh), Bastian Hoffmann (iNeG IngenieurNetzwerk Energie eG), Mike Ruppelt, Gerrit Büter (beide Büter Bauunternehmen), Dr. Michael Angrick (NVB), Sven Gosen (Büter Bauunternehmen), Thomas Arens (Strabag), Jan-Hermann Hans NVB) sowie Jürgen Freudenreich und Paul Koldehoff (Koldehoff Effiziente Energietechnik). Foto: G. Büter Bauunternehmen GmbH

Bei der offiziellen Inbetriebnahme der Energiezentrale (von links): Lars Rakers (NVB), Alex Moor (Kring GmbH), Thomas Österreich (iNeG), Till Walter (Kring Gmbh), Bastian Hoffmann (iNeG IngenieurNetzwerk Energie eG), Mike Ruppelt, Gerrit Büter (beide Büter Bauunternehmen), Dr. Michael Angrick (NVB), Sven Gosen (Büter Bauunternehmen), Thomas Arens (Strabag), Jan-Hermann Hans NVB) sowie Jürgen Freudenreich und Paul Koldehoff (Koldehoff Effiziente Energietechnik). Foto: G. Büter Bauunternehmen GmbH

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