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11.05.2020, 04:20 Uhr

Wie werde ich RS-Mechatroniker/in?

Die Bedeutung von Sonnenschutz nimmt mit steigenden Temperaturen zu. Den Einsatz smarter Technik kann man in einer eigenen Ausbildung lernen. Und beruflich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Jalousien, Rollladen oder Markisen - als angehende RS-Mechatronikerin kennt Laura Walig sich mit allen Formen des Sonnenschutzes aus. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Jalousien, Rollladen oder Markisen - als angehende RS-Mechatronikerin kennt Laura Walig sich mit allen Formen des Sonnenschutzes aus. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Von Katja Wallrafen, dpa

dpa/tmn Freising/Bonn Es gibt Berufe, die profitieren vom Klimawandel. „Die Rekordsommer der vergangenen Jahre mit ihren hohen Temperaturen und ihrer starken Sonneneinstrahlung haben für eine wachsende Nachfrage nach Sonnenschutzprodukten gesorgt“, sagt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender der Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA).

Laura Walig aus Freising hat bei ihrer Ausbildungswahl erstmal weniger über das Weltklima als über ihre ganz privaten beruflichen Pläne nachgedacht. „Es sollte etwas Handwerkliches sein“, erzählt sie. „Und weil ich alles, was mit Elektrik zu tun hat, besonders spannend finde, habe ich mir die Ausbildung zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin genau angeschaut.“

Beruf im Wandel: Interesse an moderner Technik

Ihr Ausbilder Meinhard Berger ist Geschäftsführender Gesellschafter der SUW - Berger GmbH im bayerischen Hallbergmoos bei Freising. Während seiner Ausbildung zum Rollladen- und Jalousiebauerstand, wie der Beruf damals hieß, stand die Herstellung und Montage von Sonnenschutzeinrichtungen im Fokus. „Steuerungen und elektrische Antriebe waren noch ein Luxusartikel.“

„Wir mussten damals noch mehr handwerkliches Geschick zeigen, da die Vorfertigung der Herstellerindustrie noch nicht so weit war wie heute.“ Rollladenkästen zum Beispiel seien noch selbst aus Holz gebaut worden.

Automatischer Sonnenschutz im smarten Haus

Heute dagegen sind die Mechatroniker Fachleute im Bereich der Sonnenschutz-Automation und der intelligenten Haussteuerung. Gebäude sind heute oft offener konzipiert, die moderne Architektur setzt auf Glas und Stahl. RS-Mechatroniker liefern dafür etwa automatisch gesteuerte Sonnensegel, Rollläden mit Einbruchschutz oder lichtlenkende Jalousien.

Laura Walig findet es gut, dass sie bereits im ersten Ausbildungsjahr eigenständig arbeiten kann. „Am meisten Spaß machen mir kleinere Reparaturen, die ich selbstständig durchführen darf, zum Beispiel Rollladengurte austauschen. Ich tüftele gerne an eigenen Lösungen.“ Sie mag auch die Termine bei Kunden vor Ort, wenn Rollläden oder Markisen ausmessen oder montiert werden.

Gespräche mit den Kunden

Neben technischem Know-how ist Kommunikation gefragt, denn Gespräche mit Hauseigentümern und Mietern gehören ebenfalls dazu, erklärt Ingo Plück, Geschäftsführer im Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz (BVRS).

Laut Plück haben Azubis später „ausgezeichneten Berufsaussichten“. Außerdem können Jugendliche, denen Klimaschutz ein Anliegen ist, ihr Interesse im Beruf ausleben. Wird ein Sonnenschutz fachmännisch installiert, bleibt es im Haus im Sommer zum Beispiel auch ohne Klimaanlage kühl. Die Branche leiste damit einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes.

Ausbildungsvergütung startet etwa bei 500 Euro

Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte mindestens einen guten Haupt- oder Realschulabschluss mitbringen. Die Vergütung unterscheidet sich dann von Betrieb zu Betrieb. Für tarifgebundene Unternehmen gibt die Bundesagentur für Arbeit etwa für das Metallhandwerk Orientierungswerte an.

Die Vergütung bewegt sich demnach je nach Bundesland im ersten Ausbildungsjahr zwischen 500 bis 952 Euro brutto im Monat, liegt im zweiten Jahr bei 565 bis 995 und im letzten Jahr bei 600 bis 1067 Euro.

Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind gefragt: Laura Walig lernt in ihrer Ausbildung, worauf es bei der Verblendung einer Unterglasmarkise ankommt. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind gefragt: Laura Walig lernt in ihrer Ausbildung, worauf es bei der Verblendung einer Unterglasmarkise ankommt. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Kleine Reparturen selbstständig durchzuführen, macht Laura Walig bislang am meisten Spaß. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Kleine Reparturen selbstständig durchzuführen, macht Laura Walig bislang am meisten Spaß. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Laura Walig richtet sie das Spannseil einer Markise in einem Wintergarten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Laura Walig richtet sie das Spannseil einer Markise in einem Wintergarten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Sonnen- und Virenschutz: Laura Walig (l) und ihr Ausbilder Manuel Berger fixieren eine Unterglasmarkise. Als Hygienemaßnahme in Zeiten von Corona tragen sie eine Maske. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Sonnen- und Virenschutz: Laura Walig (l) und ihr Ausbilder Manuel Berger fixieren eine Unterglasmarkise. Als Hygienemaßnahme in Zeiten von Corona tragen sie eine Maske. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Laura Walig gefällt, dass der Beruf so viele verschiedene Komponenten vereint. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Laura Walig gefällt, dass der Beruf so viele verschiedene Komponenten vereint. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Vielseitige Ausbildung: Laura Walig, angehende Rolladen- und Sonnenschutzmechatronikerin, kürzt ein Vierkantrohr mit dem Standwinkelschleifer. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Vielseitige Ausbildung: Laura Walig, angehende Rolladen- und Sonnenschutzmechatronikerin, kürzt ein Vierkantrohr mit dem Standwinkelschleifer. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

So sieht Digitalisierung Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker aus: Auszubildende Laura Walig setzt am Computer die Planung für ein Terrassendach auf. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

So sieht Digitalisierung Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker aus: Auszubildende Laura Walig setzt am Computer die Planung für ein Terrassendach auf. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

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Erstellt:
11. Mai 2020, 04:21 Uhr
Aktualisiert:
11. Mai 2020, 04:20 Uhr
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