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13.12.2019, 14:35 Uhr

Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Ein alter Reifen muss nicht gleich entsorgt werden: Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik kümmern sich darum, dass alles wieder rund läuft. Dabei legen sie viel Wert auf Nachhaltigkeit.

Ein alter Reifen muss nicht entsorgt werden: Mohammed Mahmud, angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, montiert einen Lkw-Reifen zum Entfernen der abgefahrenen Lauffläche. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Ein alter Reifen muss nicht entsorgt werden: Mohammed Mahmud, angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, montiert einen Lkw-Reifen zum Entfernen der abgefahrenen Lauffläche. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Von Verena Wolff, dpa

dpa/tmn Cham Mohammed Mahmud interessiert sich seit langem für Autos. Doch er hat sich nicht für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschieden, sondern für die zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik.

„Ich finde es faszinierend, aus alten Reifen neue zu machen“, sagt der 21-Jährige. Er lernt bei der Continental-Tochter Vergölst in Cham im Bayerischen Wald. Dort werden Reifen etwa von Lastwagen geprüft und runderneuert.

Rund 300 junge Leute absolvieren die Ausbildung derzeit, erklärt Yorick Lowin vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk. Der Großteil in der Fachrichtung Reifen- und Fahrwerkstechnik, nur wenige entscheiden sich für die Vulkanisationstechnik.

Zwei Wege der Spezialisierung

Während sich Erstere um Themen wie Reifenmontage, Reparatur oder etwa den Austausch von Bremsscheiben kümmern, befassen sich Vulkanisationstechniker mit der Runderneuerung. Dazu warten sie Reifen, Schläuche, Fördergurte oder andere Gummiprodukte und setzen sie wieder instand, so Lowin.

„Zuerst muss man die Reifen beurteilen, die man bekommt, und dann die einzelnen Schritte planen, um sie wieder auf Vordermann zu bringen“, erklärt Vulkaniseur-Meister Fidan Sadiku das Vorgehen. Er ist der Ausbilder von Mohammed Mahmud in Cham.

Pkw-Reifen werden kaum noch runderneuert. Denn viele wissen gar nicht, dass sie - je nach Schaden - repariert werden können. Bei großen Reifen wie von Lastwagen oder Landmaschinen sind Reparaturen oder Erneuerungen an der Tagesordnung. „Ein Reifen für einen Traktor kostet mehrere Tausend Euro, da rentiert sich das“, sagt Lowin.

Den Kunden beim Reifenkauf beraten

Ein wichtiger Teil der Arbeit und der Ausbildung ist die Kommunikation mit Kunden. Denn man müsse beraten, welcher Reifen zu welchem Auto und zu welchen Kundenbedürfnissen passt, so Lowin.

Körperliche Fitness sei ebenfalls nicht zu unterschätzen, „vor allem beim Heben von Reifen und Rädern.“ Die Auszubildenden müssen im Betrieb anpacken können. Dabei dürfen Präzision und Sorgfalt aber nicht zu kurz kommen: „Man montiert Reifen, mit denen Menschen im Sportwagen bis zu 300 Stundenkilometer schnell unterwegs sind“, gibt der Verbandschef zu bedenken. „Da muss alles optimal stimmen.“

Ein spezieller Schulabschluss ist als Voraussetzung für die Ausbildung nicht nötig. Laut Sadiku sollten angehende Mechaniker aber ein grundlegendes Verständnis von Mathematik und Chemie mitbringen. Bei den Wartungsarbeiten geschieht immer mehr digital, daher müssen Azubis auch mit dem Computer umgehen können.

Weiterbildung zahlt sich aus

Die Ausbildung wird nicht allzu üppig bezahlt. Nach dem Tarifvertrag der Innung Bayern etwa gibt es im ersten Lehrjahr 679 Euro, im zweiten 739 Euro und im dritten 798 Euro brutto im Monat. Doch die Berufsaussichten sind sehr gut, wie Lowin sagt. Das Einstiegsgehalt für einen Gesellen liegt zwischen 1700 und 2000 Euro brutto monatlich. Regional gibt es allerdings große Unterschiede.

Weiterbildung zahlt sich aus: Die Meisterschule ist eine Option, eine andere ist, etwa einen Techniker der Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik zu machen. „Beides bringt deutlich mehr Geld. Als Meister kann man auch seinen eigenen Betrieb eröffnen“, so Lowin.

Mohammed Mahmud gefällt an der Arbeit vor allem eines gut: der Umweltgedanke. Man könne viel reparieren, so dass die Reifen nicht so schnell auf dem Müll landen. „Das ist eine nachhaltige Arbeit, das finde ich gut.“

Als angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik lernt Mohammed Mahmud, wie Reifen bei der Erneuerung neue Laufflächen erhalten. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Als angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik lernt Mohammed Mahmud, wie Reifen bei der Erneuerung neue Laufflächen erhalten. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Lkw-Reifen sind sehr teuer: In seiner Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik lernt Mohammed Mahmud daher, wie alte Exemplare runderneuert werden. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Lkw-Reifen sind sehr teuer: In seiner Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik lernt Mohammed Mahmud daher, wie alte Exemplare runderneuert werden. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik arbeiten immer digitaler: Die Rauhmaschine etwa bedient der Auszubildende via Computer. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik arbeiten immer digitaler: Die Rauhmaschine etwa bedient der Auszubildende via Computer. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Sein Job ist anstrengende körperliche Arbeit: Mohammed Mahmud wird Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Sein Job ist anstrengende körperliche Arbeit: Mohammed Mahmud wird Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mit dem Werkstoff Gummi kennt er sich aus: Mohammed Mahmud macht im bayerischen Cham eine Ausbildung als Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mit dem Werkstoff Gummi kennt er sich aus: Mohammed Mahmud macht im bayerischen Cham eine Ausbildung als Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Als angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik checkt Mohammed Mahmud die ankommenden Exemplare gegen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Als angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik checkt Mohammed Mahmud die ankommenden Exemplare gegen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mohammed Mahmud bekommt in seiner Ausbildung zum Reifenmechaniker beigebracht, wie beschädigte Stellen eines Lkw-Reifens ausgebessert werden. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Mohammed Mahmud bekommt in seiner Ausbildung zum Reifenmechaniker beigebracht, wie beschädigte Stellen eines Lkw-Reifens ausgebessert werden. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Reifen- und Vulkanisationstechniker prüfen genau, ob das Profil eines Reifens allen Anforderungen entspricht oder etwa Mängel aufweist. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Reifen- und Vulkanisationstechniker prüfen genau, ob das Profil eines Reifens allen Anforderungen entspricht oder etwa Mängel aufweist. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Experten für's Rad: Reifenmechaniker-Azubi Mohammed Mahmud (r) bespricht sich mit Vulkaniseurmeister Fidan Sadiku. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Experten für's Rad: Reifenmechaniker-Azubi Mohammed Mahmud (r) bespricht sich mit Vulkaniseurmeister Fidan Sadiku. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Handwerkliches Geschick sollten angehende Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik auf jeden Fall mitbringen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Handwerkliches Geschick sollten angehende Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik auf jeden Fall mitbringen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Der Auszubildende mag den Nachhaltigkeits-Aspekt an seinem Beruf. Er wird Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Der Auszubildende mag den Nachhaltigkeits-Aspekt an seinem Beruf. Er wird Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Was ist beim Bedienen der Maschinen zu beachten? Das lernt Mohammed Mahmud in seiner Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Was ist beim Bedienen der Maschinen zu beachten? Das lernt Mohammed Mahmud in seiner Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Auf Genauigkeit und Sorgfalt kommt es in seinem Beruf an: Als angehender Reifenmechaniker ist Mohammed Mahmud dafür verantwortlich, dass runderneuerte Räder sich über den Asphalt rollen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn

Auf Genauigkeit und Sorgfalt kommt es in seinem Beruf an: Als angehender Reifenmechaniker ist Mohammed Mahmud dafür verantwortlich, dass runderneuerte Räder sich über den Asphalt rollen. Foto: Armin Weigel/dpa-tmn