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20.08.2019, 11:56 Uhr

Wie oft und wie lange gibt es Nordhorn noch?

Wind, Regen und Wellen haben Nordhorn jahrhundertelang angenagt. Die Rede ist jedoch nicht von der Grafschafter Kreis- und Wasserstadt, sondern vom Wahrzeichen der einzigen deutschen Hochseeinsel Helgoland.

Wie oft und wie lange gibt es Nordhorn noch?

Die Lange Anna wird sowohl in kartografischen Unterlagen wie auch in Fachtexten in einem Atemzug „Nordhorn“ genannt – die Übersetzung des helgoländischen „Nathurn Staak“.

Von Rainer Müller

Nicht nur die ostwestfälische Kreisstadt Gütersloh hat mit ihrem Ortsteil Nordhorn, in dem unter anderem die weltbekannten Firmen Bertelsmann und Miele ihren Sitz haben, ein Pendant. Auch die in der niederländischen Provinz Groningen gelegene 1500-Seelen-Gemeinde Noordhorn ist zumindest phonetisch ein Namensvetter.

Die (noch) aus 25.000 Tonnen Buntsandstein bestehende Lange Anna war bis zum 16. Mai 1860 als Bestandteil eines Brandungstores noch durch eine natürliche Felsbrücke mit der eigentlichen Hauptinsel verbunden, bis diese bogenähnliche Verbindung einstürzte. Das im Norden gelegene 47 Meter hohe Naturmonument zum wurde somit Wahrzeichen der einst zur britischen Kronkolonie gehörenden Insel und ist damit wohl prominentester Namensvetter Nordhorns. Eine spitz zulaufende Mauer, die im Rahmen des 1938 begonnenen „Projekts Hummerschere“ errichtet wurde, schützt seitdem den Sockel der Langen Anna vor allzu großen Wassermassen.

Regenwasser, Wind, Erosion und Frost setzten dem rötlichen Gestein jedoch so arg zu, dass Einsturztheorien die Runde machten. Projekte zur Stabilisierung des Helgoländer Wahrzeichens – unter anderem durch Betonverfüllung aufgetretener Risse und Spalten – wurden mittlerweile fallengelassen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung fasste der damalige Bürgermeister Frank Botter bereits 2010 die ausweglose Situation von Nordhorn so zusammen: „Die Lange Anna wird ihrem Schicksal überlassen bleiben müssen.“

Am 21. August hat der Fernsehsender rbb eine tolle Doku über die Nordsee und ihre tierischen Bewohner - natürlich mit Abstechern auf Helgoland - gezeigt. Wer die technisch außergewöhnlichen Bilder verpasst hat, Bitteschön:

Fotostrecke

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben dichtete am 26. August 1841 –also vor exakt 178 Jahren – auf Helgoland das Lied der Deutschen, die heutige dritte Strophe der Nationalhymne.

© Rainer Müller

Die roten Felsen Helgolands inklusive der Langen Anna sind Lebensraum für Tausende Basstölpel und Trottellummen.

© Rainer Müller

Info-Pyramiden auf dem rund sechseinhalb Kilometer langen Rundweg informieren über die Geschichte Helgolands.

© Rainer Müller

Die südliche Hälfte der Südwest-Schutzmauer – Preußenmauer – auf der Nordseeinsel Helgoland entstand im Wesentlichen zwischen 1910 und 1913.

© Rainer Müller

Das riesige Miele-Werk im Gütersloher Stadtteil Nordhorn. Hier werden Waschmaschinen, Wäschetrockner und Elektronikkomponenten produziert. Das ostwestfälische Familienunternehmen feiert in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag.

© Christian Ring

Das Verwaltungsgebäude von Bertelsmann an der Carl-Bertelsmann-Straße im Gütersloher Stadtteil Nordhorn.

© picture alliance/dpa

https://www.rbb-online.de/fernsehen/programm/21_08_2019/1949049680.html

Die Lummen und Basstölpel auf den Felsen Helgolands sind neugierige Touristen gewohnt und scheuen nicht.