11.05.2021, 11:50 Uhr

Weitere Steinböcke im Tierpark geboren

Die beiden drei Wochen alten Steinbockjungtiere turnen über die Felsen der Anlage. Foto: Jürges

Die beiden drei Wochen alten Steinbockjungtiere turnen über die Felsen der Anlage. Foto: Jürges

Nordhorn Wer in diesen Tagen die Gemeinschaftsanlage mit Steinböcken, Waldrappe und Gänsegeiern betritt, wird mit etwas Glück zwei kletternde Fellknäuel entdecken. Vor etwa drei Wochen wurden zwei Sibirische Steinböcke geboren, die schon am darauffolgenden Tag ungestüm über die Felsen sprangen. Die vor sieben Jahren selber in Nordhorn zur Welt gekommene Mutter „Erina“ hat dabei größtes Vertrauen in die Kletterkünste der beiden Energiebündel, von denen eines ein kleiner Bock ist und eines ein Weibchen.

Doch die Geburt der beiden war nicht die einzige Veränderung bei den Steinböcken in den vergangenen Wochen. Bereits Anfang April kam ein einjähriges Weibchen aus dem Zoo Wuppertal in den Zoo am Heseper Weg. Sie wurde auf den Namen „Kara“ getauft - nach einem sibirischen Fluss beziehungsweise dem ebenfalls dort gelegenen Kara-See. Das halbwüchsige Weibchen hat sich sehr schnell in die Gruppe eingefunden und soll sich zukünftig hier auch fortpflanzen dürfen. Nur zwei Wochen später verließ dann ein im Mai 2020 geborener Bock den Tierpark Nordhorn in Richtung Ostrittrum. In dem dortigen Wildpark hat er ein neues Zuhause gefunden.

Weltweit gibt es sieben unterschiedliche Steinbock-Arten. Der Sibirische Steinbock ist mit 110 Zentimeter Schulterhöhe und einem Gewicht von bis zu 130 Kilogramm der Größte unter ihnen. Besonders auffällig sind die Hörner der Böcke, die mehr als 140 Zentimeter lang werden können. Die Hörner haben auf der Vorderseite starke Knoten, sogenannte Schmuckwülste und weisen zudem Jahresfurchen auf, anhand derer das Alter des Bocks ermittelt werden kann.

Sibirische Steinböcke bewohnen vorwiegend Gebirgsregionen in Asien und kommen dort in waldarmen Gegenden in Höhen von bis zu 6700 Metern vor. Zwischen Sibirien, der Mongolei und Ost-China bis hin nach Afghanistan und Nord-Indien zählte man in den 1990er Jahren noch etwa 250.000 Tiere. Aufgrund starker Bejagung und dem Verlust des Lebensraumes gehen die Bestandszahlen leider drastisch zurück. Mit jetzt nur noch 100.000 bis 150.000 Individuen wird der Sibirische Steinbock in der aktuellen Roten Liste der IUCN als potenziell gefährdet geführt. Der weiterhin abnehmende Trend verheißt dabei leider nicht Gutes.

Neben dem Tierpark Nordhorn und dem Wildpark Ostrittrum werden Sibirische Steinböcke in Deutschland nur noch im Zoo Wuppertal und dem Zoo Berlin gehalten. Auch europaweit findet man nicht viele Tiere dieser stolzen Spezies: in insgesamt 15 Zoologischen Gärten leben derzeit 135 Sibirische Steinböcke. „Hoffen wir, dass die neue Steinbockgruppe um den stolzen Bock „Bjergo“ weiterhin für Nachwuchs in Nordhorn und damit eine Vergrößerung des Zoobestandes sorgen wird“, sagt Ina Deiting, Sprecherin des Tierparks Nordhorn.

Die Ankunft von „Kara“ aus dem Zoo Wuppertal unter den wachsamen Augen des Nordhorner Kurators und Inspektors Dr. Dirk Wewers (links), sowie Revierleiter Tom ten Tusscher (Mitte) und Tierpfleger-Azubi Tarek Henke. Foto: Tierpark

Die Ankunft von „Kara“ aus dem Zoo Wuppertal unter den wachsamen Augen des Nordhorner Kurators und Inspektors Dr. Dirk Wewers (links), sowie Revierleiter Tom ten Tusscher (Mitte) und Tierpfleger-Azubi Tarek Henke. Foto: Tierpark

Zootierärztin Dr. Heike Weber und Revierleiter Tom ten Tusscher verladen den kleinen Bock für den Wildpark Ostrittrum. Foto: Tierpark

Zootierärztin Dr. Heike Weber und Revierleiter Tom ten Tusscher verladen den kleinen Bock für den Wildpark Ostrittrum. Foto: Tierpark

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