15.10.2021, 12:50 Uhr

Wegerandstreifen in Emlichheim werden ökologisch aufgewertet

Zum Abschluss ihrer Amtszeit haben die scheidenden Mitglieder des Emlichheimer Gemeinderates mit einer gemeinsamen Pflanzaktion ein bleibendes Zeichen für den Klimaschutz in der Samtgemeinde gesetzt. Foto: Samtgemeinde Emlichheim

Zum Abschluss ihrer Amtszeit haben die scheidenden Mitglieder des Emlichheimer Gemeinderates mit einer gemeinsamen Pflanzaktion ein bleibendes Zeichen für den Klimaschutz in der Samtgemeinde gesetzt. Foto: Samtgemeinde Emlichheim

Emlichheim Zum Abschluss der im Oktober endenden Ratsperiode haben die Mitglieder des Rates der Gemeinde Emlichheim vor einigen Tagen entlang der Straße Obenholt mehrere hochstämmige Bäume gepflanzt. „Die Anpflanzung ist der Auftakt einer neuen Strategie, mit der zukünftig die vielen ungenutzten Wegerandstreifen der Gemeinde ökologisch aufgewertet werden sollen. Damit wollen wir als Gemeinde einen direkten Beitrag zum Klima- und Insektenschutz leisten“, erklärt Gemeindedirektorin Daniela Kösters. Auf einem rund 400 Meter langen Streifen haben die ausscheidenden Ratsmitglieder zunächst 25 hochstämmige Bäume gesetzt. In den Zwischenräumen sollen später weitere heimische Gehölze gepflanzt werden.

Konzept zur ökologischen Optimierung

Der stellvertretende Bürgermeister Georg Hans begrüßte die beteiligten Ratsmitglieder und dankte den Mitarbeitern des Bauhofs und der Verwaltung für die vorbereitenden Maßnahmen. Die Weichen für die Anpflanzungen waren bereits im Jahr 2019 mit der Ausarbeitung eines Katasters gestellt worden, in dem alle Wegerandstreifen der Gemeinde erfasst wurden. In den vergangenen Monaten haben die Verwaltung und der Bauhof gemeinsam ein Konzept entwickelt, damit diese Randstreifen zukünftig ökologisch verbessert und einer Biotopvernetzung zugeführt werden können. Dabei wurden die ausgewiesenen Grundstücksstreifen nach Kriterien wie beispielsweise Bodenstruktur und -beschaffenheit oder Biotopzusammenhang näher beurteilt. „Uns ist dabei vor allem Nachhaltigkeit wichtig, also dass die Bäume und Gehölze passend zum Standort ausgewählt werden. Für den sandigen, trockenen Randstreifen im Bereich Obenholt wurden uns von unserem fachkundigen Mitarbeiter Jonas Pfingsten robuste Robinien und Nussbäume empfohlen“, führt Kösters aus. „Die Robinien haben im Frühjahr eine sehr schöne Blüte mit reichlich Nektar und sind damit ideal für Bienen und andere nektarfressende Insekten“, erläutert Inga Müller vom Bauamt, die die Maßnahmen eng mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abstimmt. Der Gemeinde werden hierfür sogenannte Ökopunkte angerechnet, die beispielsweise bei der Aufstellung von Bebauungsplänen als Kompensation beziehungsweise Ausgleich ausgewiesen werden können. Der Gemeinde ist es ein wichtiges Anliegen, dass Anpflanzungen in Konsens mit den Landwirten erfolgt, die die angrenzenden Flächen bewirtschaften. „Daher setzen wir auf einen Mix aus einzelnen Bäumen und Laubgehölzen. Die neuen Strukturen dienen zudem auch dem Flächenschutz und verhindern Bodenerosion“, erklärt Inga Müller.

Schrittweise sollen in Zukunft nach dem neuen Kataster weitere Grünstreifen entlang von Straßen und Wegen bepflanzt werden. Dabei gelte es, für die jeweiligen Standorte geeignete Baumsorten zu finden. Aufgrund des Klimawandels kämen nach Auskunft der Samtgemeindeverwaltung dabei nicht immer heimische Gehölze zum Einsatz, da man häufig auf trockenheitsresistente Sorten zurückgreifen müsse. Die Zwischenräume sollen bevorzugt mit pflegeleichten heimischen Strauchstrukturen aufgefüllt werden, die zudem einer Bodenerosion entgegenwirken.

Förderprogramme Anreiz für Privatleute

Nach erfolgreichem Abschluss der gemeinsamen Pflanzaktion wies Bürgermeister Georg Hans auf weitere natur- und klimaschützende Maßnahmen und Projekte hin, die in den vergangenen Jahren mit dem Gemeinderat auf den Weg gebracht wurden. Dies seien unter anderem die Anlage von Blühwiesen, die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung öffentlicher Flächen, das Verbot von Stein- und Schottergärten in neuen Baugebieten sowie das Zisternen-Förderprogramm. „Damit werden auch für Privatleute Anreize geschaffen“, erklärt Daniela Kösters und verweist dabei auf die Förderrichtlinie der Gemeinde für die Anpflanzung von Obst- und Laubbäumen sowie für die Anlage von insektenfreundlichen Blühflächen. Nach dieser Richtlinie werden 50 Prozent der Anschaffungskosten gefördert, je Grundstück und Jahr können dies bis zu 200 Euro Erstattung sein.

Künftig soll nach Vorschlag von Kösters im Haushalt der Gemeinde jährlich ein Budget zur Anpflanzung und Pflege der Gehölzstreifen im Wegeseitenraum eingeplant werden. Der Verwaltungsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, bereits für das kommende Jahr 5000 Euro für weitere Pflanzaktionen einzuplanen.

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