04.10.2019, 08:00 Uhr

Wechsel bei Wietmarscher Schiedsleuten

In der Gemeinde Wietmarschen gab es kürzlich einen Wechsel der Schiedspersonen. Nach sieben Jahren als Schiedsmann ist Frank Knöpker aus dem Ehrenamt ausgeschieden, Ilona Milius war seit 2014 als Schiedsfrau tätig.

Alte und neue Schiedsleute mit Vertretern der Politik: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Wassermann, Ilona Milius, Monika Kock, Marlies Schulte, der stellvertretende Bürgermeister Johannes Osseforth, Frank Knöpker, Wolfgang Nentwig und Bürgermeister Manfred Wellen. Foto: Gemeinde Wietmarschen

Alte und neue Schiedsleute mit Vertretern der Politik: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Wassermann, Ilona Milius, Monika Kock, Marlies Schulte, der stellvertretende Bürgermeister Johannes Osseforth, Frank Knöpker, Wolfgang Nentwig und Bürgermeister Manfred Wellen. Foto: Gemeinde Wietmarschen

Im täglichen Miteinander kann es auch ohne Vorsatz schnell zu Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten kommen. Dabei fällt es den unmittelbar Beteiligten mitunter schwer, ihre Auseinandersetzungen allein beizulegen. Es bedarf dann der Einschaltung einer unabhängigen Stelle, um die streitigen Fragen zu klären und die Situation zu bereinigen.

Diese unabhängige Stelle ist in allen Städten und Gemeinden das Schiedsamt, in dem die Schiedsfrauen oder Schiedsmänner (Schiedspersonen) ihre Tätigkeit ehrenamtlich ausüben.

Das Schiedsamt ist zuständig bei strafrechtlichen Privatklageverfahren, und zwar Beleidigung, leichte Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Verletzung des Briefgeheimnisses. Bei diesen Straftaten ist vor Erhebung einer Klage bei Gericht ein Schlichtungsverfahren vor den Schiedspersonen zwingend vorgeschrieben. Zuständig ist das Schiedsamt, in dessen Bezirk der „Beschuldigte“ wohnt.

Das Schiedsamt kann auch - was bisher wenig bekannt ist - freiwillig bei Streitigkeiten des täglichen Lebens um bürgerlich-rechtliche Ansprüche, zum Beispiel wegen einer Geldforderung, angerufen werden.

Die Schiedsperson arbeitet ehrenamtlich, streitschlichtend, geduldig und sachlich in unkomplizierter Atmosphäre. Es gelingt dadurch häufig, den sozialen Frieden wiederherzustellen. Die Gebühren für eine Schlichtungsverhandlung sind im Verhältnis zu denen für ein gerichtliches Verfahren niedrig und betragen nur wenige Euro. Kommt es in dem Verfahren vor der Schiedsperson zu einer Einigung, einem Vergleich, ist dieser 30 Jahre lang vollstreckbar.

Die Erfolgsbilanz der Schiedsämter kann sich sehen lassen. Über die Hälfte der Verfahren konnte zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen werden. Dieses Ergebnis ist es sicherlich wert, vor der Einschaltung eines Gerichts zunächst einmal eine Streitschlichtung durch das Schiedsamt zu versuchen.

In der Gemeinde Wietmarschen gab es kürzlich einen Wechsel der Schiedspersonen. Nach sieben Jahren als Schiedsmann ist Frank Knöpker aus dem Ehrenamt ausgeschieden, Ilona Milius war seit 2014 als Schiedsfrau tätig.

Monika Kock ist nun als Schiedsfrau für die Gemeinde Wietmarschen tätig, als Stellvertreterin ist Marlies Schulte hinzugekommen.

Bürgermeister Manfred Wellen dankte den ausgeschiedenen Schiedspersonen für ihr Engagement und wünschen den neuen Schiedsfrauen alles Gute für die neue Tätigkeit. Großen Dank richtete er auch an Wolfgang Nentwig, der Schiedsmann aus Bad Bentheim war zwischenzeitlich auch als Vertretung für die Gemeinde Wietmarschen tätig.

Sprechstunden können direkt mit den Schiedspersonen vereinbart werden. Die Telefonnummer von Monika Kock lautet 05925 1800.

Nähere Informationen: www.wietmarschen.de

Ems-Vechte