23.05.2022, 15:05 Uhr

Waspo Nordhorn sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt

Die Geehrten in großer Runde: Einer Vielzahl aktiver und verdienter Waspo-Mitglieder wurden für ihre Leistungen und langjährige Vereinszugehörigkeit Auszeichnungen, Urkunden und Pokale überreicht. Foto: privat

Die Geehrten in großer Runde: Einer Vielzahl aktiver und verdienter Waspo-Mitglieder wurden für ihre Leistungen und langjährige Vereinszugehörigkeit Auszeichnungen, Urkunden und Pokale überreicht. Foto: privat

Nordhorn Die Mitglieder des Vereins Waspo Nordhorn sind kürzlich zu ihrer turnusmäßigen Jahreshauptversammlung zusammengekommen. Auf der umfangreichen Tagesordnung standen neben den Vorstandswahlen und Berichten aus den einzelnen Abteilungen auch Ehrungen, Auszeichnungen und Pokalübergaben. Wie bereits im Vorjahr hatten die Organisatoren sich dazu entschlossen, auf die anschließende Vereinsfeier im Freibadgelände zu verzichten.

In seiner Begrüßung bedankte sich der 1. Vorsitzende Detlef Rüger besonders beim Badpersonal der bnn-Bäder für die geleistete Umsicht und Fürsorge trotz hoher Inzidenzzahlen. „Wenn auch den Trainern und Betreuern des Waspo coronabedingt viel Disziplin abverlangt wurde, konnte ein verantwortbares Training als auch die im ,Delfinoh‘ ausgetragenen Wettkämpfe nur unter Beachtung der verordneten Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit dem Aufsichtspersonal geleistet werden“, merkte Rüger an.

Erfreulich sei, dass der Verein Waspo nach zwei Jahren wieder Ausrichter des Internationalen Pfingstschwimmfestes sein wird. Da wegen der anhaltend hohen Inzidenzzahlen nur eingeschränktes Zelten im Freibadgelände möglich sei, habe der befreundete polnische Verein aus Malbork auf eine Teilnahme verzichtet. Die teilnehmenden Schwimmfreunde aus Ringe/Dänemark werden im „Move Inn“-Hostel übernachten, teilte Rüger mit.

Vorstandsriege einstimmig bestätigt

Die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder Gaby Ekkelboom (2. Vorsitzende), Schwimmwart Herbert Egbers, Geschäftsführer Hartmut Schlichting und Beisitzer Jens Müller wurden von den 63 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig wiedergewählt. Für den ausscheidenden Kassenprüfer Jörg Bouwkamp wurde neben Jürgen Mundt Conny Morshuis für zwei Jahre das Votum erteilt. Die zur Wahl stehenden Ersatzmitglieder des Ehrenrates Ernst-Joachim Küppers und Johann Brouwer wurden weiterhin für zwei Jahre im Amt bestätigt.

Waspo-Aktiver der ersten Stunde: Bernd Horstmann (rechts) wurde für seine 70-jährige Treue zum Verein eine besondere Würdigung zuteil. Foto: privat

Waspo-Aktiver der ersten Stunde: Bernd Horstmann (rechts) wurde für seine 70-jährige Treue zum Verein eine besondere Würdigung zuteil. Foto: privat

„Vereins-Urgestein“ Horstmann geehrt

Auf ein seltenes 70-jähriges Vereinsjubiläum kann Bernd Horstmann zurückblicken. In dem 1950 gegründeten Verein wird Horstmann seit 1952 als Mitglied geführt. „Bernd Horstmann hat den Verein ideell und sportlich bis heute unterstützt“, heißt es in der Laudatio. Nach dem Brand des Hallenbades im Jahr 2012 habe er dem Verein auf dem Gelände des Unternehmens ENO kostenfrei einen Trainingsraum zur Verfügung gestellt. „Nicht selbstverständlich“, so die anerkennende Meinung des Vorstandes.

Nach der Auslobung und Präsentübergabe schilderte Bernd Horstmann, dass er als Jugendlicher lieber Fußball spielte und nicht, wie vermutet würde, das Schwimmen den Schwerpunkt seiner sportlichen Aktivitäten darstellte. Schon mit dreieinhalb Jahren lernte Horstmann bei einer Tante das Schwimmen in der Vechte, als Zwölfjähriger nahmen ihn Freunde erstmals mit zum Training des Waspo. Von da an lernte er unter fachlicher Aufsicht von Ernst Küppers, damaliger technischer Leiter des Hallenbades, die einzelnen Schwimmtechniken, insbesondere das Rückenschwimmen. Bis heute kann Bernd Horstmann auf mehrere deutsche, Europa- und Weltrekorde zurückblicken – erst im Frühjahr hat er bei den Deutschen Meisterschaften in Solingen in der Disziplin 200 Meter Rücken in seiner Altersklasse 80 einen neuen Weltrekord errungen.

Neben dem herausragenden 70. Jubiläum von Bernd Horstmann wurden Knut Dumke für seine 50-jährige Mitgliedschaft sowie Silke Zander-Egbers, Katharina Egbers, Niklas Egbers, Jenny Nibbrig, Julian Nibbrig, Marcel Ekkelboom und Claudia Kern für ihre 25-jährige Vereinszugehörigkeit gedankt.

Neue Aufgaben für Waspo-Mitglieder

Während der Corona-Pandemie hat Bernd Klug die Ausbildung der Nichtschwimmer in der Schwimmhalle des Schulzentrums Deegfeld übernommen, er nimmt damit die wichtige Aufgabe zur Schwimmausbildung der Kinder wahr. Unterstützt von Helferinnen aus dem Übungsbetrieb und einem von Marloes Ekkelboom übersetzten Leitfaden für die Schwimmausbildung versuche man, die Schwimmausbildung anders als beim klassischen „Seepferdchen“ durch die Abfolge mehrerer Qualifikationsstufen anspruchsvoller und effektiver zu gestalten.

Anna-Lena Veltmaat und Sina Kamps wurden in den Jugendausschuss des Kreissportbundes gewählt und werden zukünftig die sportlichen Interessen der Kinder vertreten, wobei neben Bewegungs- auch Lehr- und Bildungsangebote im Fokus stehen sollen. Teilweise werden sie bereits selbst als Referenten eingesetzt, berichtete Sina Kamps, die hierzu angebotenen Schulungsmaßnahmen nehmen beide gern an.

Das Ausscheiden von Wilhelmina Kischa stellt für den Verein einen großen Verlust dar. Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann hat sie über ein Jahrzehnt aufopferungsvoll und kindgerecht die Nichtschwimmerausbildung im Schwimmbad der Ludwig-Povel-Schule verantwortet.

Erfolgreiche Wettkampfteilnahmen

Schwimmwart Herbert Egbers berichtete, dass aufgrund des Lockdowns und behördlicher Auflagen das Training und die Teilnahme an Wettkämpfen erst im Juni wieder beginnen. Zuvor konnte in fast allen Gruppen das Trockentraining durchgeführt werden. Egbers dankte allen Trainern für ihre kreativen Ideen, um die Gruppen zusammenzuhalten.

Im vergangenen Jahr hat der Verein an zehn Wettkämpfen teilgenommen. Den Anfang machten im Juli die Masters in Quakenbrück, anschließend starteten die anderen Mannschaften in Hildesheim, Steinfurt und Lippstadt, bevor im Oktober die Bezirksmeisterschaften in Osnabrück anstanden. 37 Aktive gingen dort 81-mal an den Start, damit stellte Waspo Nordhorn die größte Gruppe für diese Veranstaltung. „15-mal der 1. Platz, elfmal der 2. Platz und viermal der 3. Platz – das spricht für eine geschlossene und sehr gute Leistung“, lobte Schwimmwart Egbers.

Für die Landesmeisterschaften konnten sich Jano Schröder, Neal Reineke, Inken van Slooten, Mark Rüthemann, Diana Rüthemann, Burga Karademir, Ona Egbers und Nicolas Temme qualifizierten. Ebenfalls im Oktober startete Felix Morshuis bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Er hatte sich für das 100- und 200-Meter-Brustschwimmen qualifiziert, startete aber nur über die 200-Meter-Distanz. Morshuis konnte seine Langbahnzeit um drei Sekunden verbessern und belegt in seinem Jahrgang den sechsten Platz.

Bei den Landes-Jahrgangs-Meisterschaften in Hannover konnte sich Jano Schröder im November den Titel über 100 Meter Freistil sichern. Über 50 Meter Freistil und 200 Meter Lagen wurde er Zweiter und über 200 Meter Freistil belegte er den dritten Platz. „Alle anderen Teilnehmer vom Waspo verbesserten ihre persönlichen Bestzeiten und überzeugten ihre Trainer“, teilte Egbers mit. Bei den Landesmeisterschaften für die älteren Jahrgänge waren eine Woche später zwölf Aktive am Start. Inken van Slooten und Joana Kalter nahmen zum ersten Mal an einer Landesmeisterschaft teil, beide konnten durch gute Leistungen überzeugen. Die stärkste Leistung zeigte Felix Morshuis in den Disziplinen 100 und 200 Meter Brust, er konnte sich den Landestitel über beide Strecken sichern.

Am regelmäßigen Training im Hallen- und Sportbad „Delfinoh“ und in der Schwimmhalle in Nordhorn-Deegfeld nehmen insgesamt zehn Mannschaften beziehungsweise Gruppen teil. Zusätzlich finden in der Ludwig-Povel-Oberschule an zwei Tagen in der Woche und in der Deegfeldhalle einmal wöchentlich Nichtschwimmerausbildungen statt.

Im Namen des Vorstandes bedankte sich Herbert Egbers abschließend bei allen Trainern und Übungsleitern für die geleistete Arbeit. „Besonderer Dank gilt auch den Kampfrichtern, denn ohne aktive Richter kann Waspo nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Und ohne die Unterstützung der Sponsoren, der Stadt Nordhorn, der Bäderbetriebe Nordhorn/Niedergrafschaft und ENO für die Bereitstellung von Trainingsstätten wäre das alles nicht leistbar“, so Egbers.

Verein blickt positiv in die Zukunft

Schatzmeister Willi Nibbrig konnte über eine mittlerweile moderat gut entwickelte Kassenlage berichten. Durch Förderprogramme des Landes Niedersachsen, des Landessportbundes, der Lotto-Sport-Stiftung sowie Minderausgaben im Trainings- und Wettkampfbetrieb konnte der Fehlbetrag absehbar kompensiert werden. Der Verein könne Nibbrig zufolge somit auch künftig positiv in die Zukunft schauen.

Geschäftsführer Hartmut Schlichting berichtete über 26 Abgänge im Jahr 2021, die Mitgliederzahl beläuft sich aktuell auf 473. Im vergangenen Jahr konnte ein Trainingslager in Riesa durchgeführt werden, teilte Schlichting mit. In der Schwimmausbildung wurden 48 Seepferdchen, 29 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, zwei in Silber und eines in Gold vergeben.

In seinem Schlusswort bedankte sich der Vorsitzende im Namen des Vorstandes bei allen Waspo-Mitgliedern für ihre Verbundenheit zum Verein, insbesondere für das Engagement der Trainer, Kampfrichter und Eltern, die sich in den Verein eingebracht haben.

Zum Abschluss der Versammlung wurde Gaby Ekkelboom und Herbert Egbers die ehrenvolle Aufgabe zuteil, die Auszeichnungen und Pokalübergaben für das Wettkampfjahr 2021 vorzunehmen.