09.06.2022, 16:40 Uhr

Wanderausstellung „Klima-Macher“ macht Station in Nordhorn

Interaktive Ausstellungsexponate wie dieser „Klima-Tourer“ laden die Schüler bei der Wanderausstellung „Klima-Macher“ zum Mitmachen ein. Foto: Koch

© STEFAN KOCH

Interaktive Ausstellungsexponate wie dieser „Klima-Tourer“ laden die Schüler bei der Wanderausstellung „Klima-Macher“ zum Mitmachen ein. Foto: Koch

Nordhorn Die interaktive Wanderausstellung „Klima-Macher“ ist in der Zeit vom 20. Juni bis zum 7. Juli im Schulfoyer des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn (EGN) an der Bernhard-Niehues-Straße zu sehen. An sechs Stationen können Jugendliche den Klimawandel und seine Ursachen begreifen und selbst aktiv werden. Möglich wird dies durch eine Kooperation der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen mit dem Klimaschutzmanagement des Landkreises Grafschaft Bentheim und mit Unterstützung der Stadt Nordhorn. Ziel der Kooperationspartner ist es, das Bewusstsein für den Klimaschutz in der Öffentlichkeit zu fördern. Die Ausstellung vermittelt Schülern der Klassen 5 bis 13 spielerisch und leicht verständlich das notwendige Wissen, um den Klimawandel zu verstehen und selbst etwas zum Klimaschutz beizutragen.

„Die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels wie Starkregen und Hitzewellen erleben wir bereits heute. Unsere Kinder werden diese Folgen noch viel deutlicher erleben. Klimawandel und Klimaschutz sollten daher bereits in der Schule Thema sein. Dabei ist es uns wichtig, dass die Jugendlichen die Zusammenhänge nicht nur verstehen, sondern auch Möglichkeiten kennenlernen, selbst beim Klimaschutz aktiv zu werden. Die Ausstellung lädt daher zum Nachdenken, Ausprobieren und Selbermachen ein“, unterstreicht Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, die Intention der Ausstellung.

Gerwin Rademaker, Umweltbeauftragter der Stadt Nordhorn, und Stephan Griesehop, Klimaschutzmanager beim Landkreis Grafschaft Bentheim, ergänzen: „Wir sind sehr froh, dass wir die Ausstellung bei uns zeigen können. Gerade in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass wir beim Klimaschutz schnell und entschlossen handeln müssen. Mit der Ausstellung wollen wir insbesondere junge Menschen informieren und ihnen die Möglichkeit geben, das Thema jenseits trockener Texte aktiv und spielerisch zu begreifen.“

Insgesamt sechs interaktive Exponate vermitteln leicht verständlich und teilweise spielerisch die grundlegenden Zusammenhänge des Klimawandels und seiner Folgen: Der „Klima-Kenner“ zeigt den natürlichen sowie den menschengemachten Treibhauseffekt. Die Ausstellungsbesucher können negative und positive Einflussfaktoren auf den Treibhauseffekt aktivieren und sehen deren Auswirkungen. Am „Klima-Styler“ geht es an mehreren Exponaten um „Fast Fashion“ und die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf Umwelt und Klima am Beispiel von Kleidung. Der „Klima-Tarier“ zeigt, wie sich unterschiedliche Ernährungsweisen wie vegan oder fleischlastig auf das Klima auswirken. Auch die hohen klimaschädlichen Emissionen der globalen Lebensmittelproduktion und weitere daraus entstehenden Umweltprobleme werden thematisiert. Am „Klima-Tourer“ können die Emissionen unterschiedlicher Transportmittel auf Kurz- und Langstrecken verglichen werden. Dazu gibt es Tipps, wie man im Alltag und im Urlaub klimafreundlich unterwegs sein kann. Denn insbesondere im Verkehrssektor, der etwa ein Viertel der energiebedingten Treibhausgasemissionen Deutschlands ausmacht, gebe es noch große Einsparpotenziale, teilen die Organisatoren mit.

Anmeldung für Schulklassen erforderlich

Während unter der Woche Schulklassen die Ausstellung nach Anmeldung besuchen können, steht sie samstags und sonntags jeweils von 1 bis 18 Uhr allen Interessierten ohne vorherige Anmeldung offen. Auch wenn die Ausstellung in erster Linie für Schüler der Sekundarstufen 1 und 2 entwickelt wurde, lohnt sich der Besuch natürlich auch für andere Interessierte – egal ob Schulklassen, Jugendgruppen oder Einzelbesucher. Der Eintritt ist frei.

Interessierte Schulen und Lehrkräfte können per E-Mail an klimaschutz@grafschaft.de Kontakt zum Klimaschutzmanagement des Landkreises aufnehmen und Besichtigungstermine vereinbaren. „Damit es in der Ausstellung gemäß der Corona-Verordnung nicht zu voll wird, müssen interessierte Schulen oder andere Besuchsgruppen sich vorab bei uns anmelden. Dafür bekommen sie eine fachkundige Begleitung beim Ausstellungsbesuch“, so Stephan Griesehop.

Ausstellungseröffnung am 20. Juni

Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am Montag, 20. Juni, um 18 Uhr in der Mensa des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn (EGN) statt. Zur Eröffnung wird Dr. Marcel Nicolaus, Meereisphysiker und Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, faszinierende Einblicke und Geschichten von der „MOSAiC“-Expedition mitbringen. Der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ war in den Jahren 2019 und 2020 für ein Jahr im Meereis eingefroren und ist durch den arktischen Ozean gedriftet. Dr. Nicolaus hat das Projekt mit koordiniert und war sechs Monate lang selbst an Bord. Er berichtet von dieser einzigartigen Expedition, seiner eigenen Faszination für die Polarregionen und über die Herausforderungen der modernen Polarforschung. Er zeigt erste Ergebnisse und erklärt, wie wir dadurch den Klimawandel und seine Folgen besser verstehen werden.

Die Ausstellungseröffnung und der Vortrag sind kostenlos, für die Teilnahme ist allerdings eine vorherige Anmeldung erforderlich. Das Anmeldeformular und weitere Informationen zur Ausstellung sind unter dem Menüpunkt „Klimaschutz“ auf der Website des Landkreises Grafschaft Bentheim zu finden.