Grafschafter Nachrichten
20.11.2020

VVV Nordhorn setzt auf weitere Stadtentwicklung

VVV Nordhorn setzt auf weitere Stadtentwicklung

Als Publikumsmagnet erweist sich immer wieder der Weihnachtsmarkt. Foto: VVV

Nordhorn „Eine lebendige Stadt braucht eine lebendige Innenstadt“, betonte der wiedergewählte VVV-Vorsitzende Dr. Nils Kramer auf der ersten digitalen Mitgliederversammlung des VVV Nordhorn. „Wir können den Kunden ein echtes Erlebnis rund um den Einkaufsbesuch bieten, diese Stärke gilt es weiter zu entwickeln.“ Angesichts des Pandemiegeschehens hatte der Nordhorner Stadt- und Citymarketingverein seine Mitgliederversammlung digital abgehalten.

„Die erfolgreiche Weiterentwicklung der Innenstadt ist das große Thema der Stadtentwicklung der nächsten Jahre“, sagte der Vorsitzende in seinem Bericht. „Nordhorn ist gut aufgestellt und hat großes Potenzial. Wir müssen die aktuellen Entwicklungen aber ernst nehmen und aktiv die Zukunft gestalten.“ Nordhorn habe auch im Vergleich zu anderen Städten eine attraktive und funktionierende Innenstadt. Aber gerade die Coronakrise verschärfe die Situation der Einzelhändler sehr schnell, gab Kramer zu bedenken. „Zum einen führen die aktuellen Beschränkungen dazu, dass sehr viel weniger Menschen die Innenstadt besuchen, zum anderen lernen sehr viel mehr Menschen in diesen Zeiten die Nutzung des Onlinehandels. Es ist illusorisch, den Prozess der Digitalisierung und des Onlinehandels stoppen zu wollen. Jeder muss nur sein eigenes Verhalten hinterfragen. Die meisten werden feststellen, dass sie Teil dieser Entwicklung sind. Deshalb gilt es, die Prozesse aktiv zu gestalten und zu nutzen. Die Kernfrage der Zukunft ist doch, warum soll ich noch in die Innenstadt einkaufen gehen?“, stellt Dr. Nils Kramer die entscheidende Frage und beantwortet sie auch „Weil mir dort weit mehr geboten wird, als nur den Kauf der Ware. Einkaufen wird zu einem tollen Erlebnis in Nordhorn.“

Dabei betonte der VVV-Vorsitzende gegenüber der Presse, dass verschiedene Handlungsebenen und Akteure für dieses Erlebnis eine wichtige Rolle spielten. Mit Veranstaltungen und Aktionen, Beratung und Service, aber auch mit hoher Aufenthaltsqualität könne Nordhorn punkten. Dies sollte seiner Ansicht nach unbedingt weiterentwickelt werden.

Natürlich habe der VVV quasi als „Marketingagentur der Stadt“ dabei eine zentrale Rolle um auf die Attraktivität der Innenstadt hinzuweisen, Veranstaltungsformate zu organisieren und Sprachrohr der Kaufmannschaft zu sein. Gerade für das Thema „Kauft Lokal“ sieht der Vorsitzende aufgrund der Qualität der Innenstadt viel Potenzial. „Mit seinen verschiedenen Formaten kann der VVV das Shopping in Nordhorn für die Kunden zu einem tollen Erlebnis machen. Für ein echtes Erlebnisshopping braucht es aber weit mehr, als nur tolle Aktionen. Schon aus ureigenem Interesse sind natürlich die Kaufleute und Einzelhändler die zentralen Akteure ihrer eigenen Zukunft. Das eigene Angebot und den eigenen Kundenservice stetig weiter zu entwickeln ist für sie Alltagsroutine, aber die Digitalisierung erfordert hier ganz neue Ideen, Formate und Medienkompetenz. Nicht alle Ideen werden erfolgreich sein, aber klar ist, dass auch der stationäre Einzelhandel mit seiner Beratungs- und Servicekompetenz eine Zukunft hat. Corona ist hier ein echter Innovationsbeschleuniger, der Handlungsdruck steigt. Eine echte Stärke des stationären Einzelhandels gegenüber allen digitalen Formaten ist die persönliche Beratung und der Service, hier liegt großes Potenzial. Gerade in Nordhorn bietet aber auch der Städtebau eine echte Zukunftsperspektive für die Innenstadt. Es ist ein echter Glücksfall, dass mit dem ZOB-Gelände ein so großes innenstadtnahes Gelände für die Stadtentwicklung zur Verfügung steht. Hier können wir auch städtebaulich einen echten Akzent hin zum Erlebnisshopping schaffen und eine ganz neue Aufenthaltsqualität schaffen“, zeigt sich Kramer überzeugt.

Durch die Lage der Innenstadt auf der Vechteinsel und die erfolgreiche Vermarktung Nordhorns als „Wasserstadt“ ist für Dr. Nils Kramer das Thema „Wasser“ bei der Gestaltung der ZOB-Fläche gesetzt. 17.000 Gäste beförderte der VVV mit seinen Booten 2019 rund um die Vechteinsel. „Wasser zieht Menschen an. Aktivitäten auf dem Wasser noch mehr. Wenn wir den notwendigen Wandel hin zum Erlebnisshopping aktiv gestalten wollen, müssen wir dieses Thema richtig ausspielen. Hier ergibt sich echtes Potenzial zur nachhaltigen Stärkung der Innenstadt, hier sollte nicht halbherzig gehandelt werden“, appelliert er mit Blick auf die Gestaltung der ZOB-Fläche an die verschiedenen Akteure. Das hier investierte Geld sei zukunftsweisend angelegt.

Für die Herausforderungen der Innenstadt hält der VVV-Vorsitzende auch den Kommunalwahlkampf im nächsten Jahr durchaus für eine Bereicherung. Zu Kommunalwahlzeiten würden besonders viele Ideen geschmiedet und um Perspektiven gerungen, dies könne für die Innenstadtentwicklung nur befruchtend sein. Von Leerstandmanagement bis zur Stärkung des VVV´s als „Marketingagentur“ der Stadt gibt es viele Themen. „Alle Beteiligten haben sehr deutlich erkannt, dass wir die Zukunft der Nordhorner Innenstadt aktiv gestalten müssen und können“, sagt der VVV-Vorsitzende abschließend.

Bei den Vorstandswahlen des VVV Nordhorn wurden gewählt:

Vorsitzender Dr. Nils Kramer, Stellvertretender Vorsitzender Thomas Reichert, Schatzmeister Thorsten Müller, Sprecherin Beirat Innenstadt Heike Matenaar, Sprecher Beirat Gastronomie und Tourismus Uwe Schadow, Sprecher Beirat Wirtschaft, Handel und Handwerk Thomas Witte, Sprecher Beirat Sport/Soziales/Kultur Wolfgang Stöber, Kraft Amtes Mitglied im Vorstand Bürgermeister Thomas Berling, CDU Fraktion Ewald Mülstegen, SPD Fraktion Harry Brooksnieders und IPG Fraktion Jutta Bonge.

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