24.04.2020, 11:22 Uhr

Vorstand der Grafschafter Fleischer-Innung bleibt im Amt

Fristen für Kassensysteme, Bonpflicht und Vorstandswahlen standen auf dem Programm des Jahrestreffens der Fleischer-Innung. Mit Jochen Welp haben sich die Mitglieder einen sachkundigen Experten zum Thema Kassenführung eingeladen.

Der wiedergewählte Vorstand der Fleischer-Innung Grafschaft Bentheim (von links): Schriftführer Mark Warsen, Lehrlingswart Heiko Friemann, Obermeister Johannes Huesmann, stellvertretender Obermeister Holger Günther und Beisitzer Uwe Rex. Das Foto entstand bei der Versammlung Anfang März.Foto: privat

Der wiedergewählte Vorstand der Fleischer-Innung Grafschaft Bentheim (von links): Schriftführer Mark Warsen, Lehrlingswart Heiko Friemann, Obermeister Johannes Huesmann, stellvertretender Obermeister Holger Günther und Beisitzer Uwe Rex. Das Foto entstand bei der Versammlung Anfang März.Foto: privat

Nordhorn Noch vor Einführung der Kontaktbeschränkungen trafen sich die Mitglieder der Grafschafter Fleischer-Innung zu ihrer Jahreshauptversammlung, bei der neben den obligatorischen Wahlen vor allem das Thema Kassenführung im Vordergrund stand. Jochen Welp vom Finanzamt Bad Bentheim erläuterte in seinem Gastvortrag, was die Betriebe beachten müssen. Sämtliche Kasseneinnahmen und -ausgaben müssen täglich festgehalten und aufgezeichnet werden. Wichtig ist dabei, dass die jeweiligen Aufzeichnungen in ihre Einzelpositionen aufgegliedert sind“, fasste der Finanzbeamte einige der wesentlichen Punkte zusammen.

Fristen für Kassensysteme

Spätestens seit dem 1. Januar 2017 müssen die eingesetzten elektronischen Kassensysteme alle Einzeldaten unveränderbar und maschinell auswertbar speichern. Seit dem 1. Januar dieses Jahres müssen die Betriebe zudem zwingend mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn die mit einer TSE aufrüstbaren Kassensysteme längstens bis zum 30. September 2020 noch nicht über eine TSE verfügen. Die technisch notwendigen Anpassungen und Aufrüstungen sind jedoch umgehend durchzuführen und die rechtlichen Voraussetzungen unverzüglich zu erfüllen. Kassensysteme, die zwischen dem 27. November 2010 und dem 31. Dezember 2019 angeschafft wurden und die technisch nicht aufgerüstet werden können, dürfen allerdings noch bis zum 31. Dezember 2022 weiterverwendet werden. „Betreiber solcher Kassen müssen die geforderten Daten dann eben anderweitig aufzeichnen und für den Fall einer Prüfung verfügbar halten“, stellte Welp klar. Zudem gilt für sämtliche Betriebe, die elektronische Aufzeichnungssysteme verwenden, seit dem 1. Januar eine Belegausgabepflicht an den Kunden.

Verpflichtend sei die elektronische Kassenführung trotz der gestiegenen Anforderungen nicht, wie der Experte betonte. „Unternehmen, die nach wie vor eine offene Ladenkasse – also zum Beispiel eine Geldkassette – bevorzugen, müssen nicht zwingend umstellen. Da aber auch diese Betriebe an die Dokumentationspflichten gebunden sind, sollten sich die Inhaber die Frage stellen, ob der deutlich geringere organisatorische Aufwand nicht vielleicht die Anschaffungskosten für ein elektronisches System rechtfertigt“, gab Welp zu bedenken.

Vorstand bestätigt

„Auch, wenn die Anforderungen der Kassenführung aus Sicht des Handwerks ein bürokratisches Ungetüm sind, kommen unsere Betriebe nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen. Immerhin droht der Gesetzgeber mit Strafen von bis zu 25.000 Euro, wenn im Rahmen einer Kassenschau nachgewiesen wird, dass die Dinge nicht korrekt dokumentiert werden. Die Ausführungen von Herrn Welp waren daher extrem hilfreich“, wie Obermeister Johannes Huesmann betonte, der im Rahmen der Versammlung von den Innungsmitgliedern in seinem Amt bestätigt wurde. Zu seinem Stellvertreter wählte die Innung wieder Holger Günther aus Nordhorn. Lehrlingswart bleibt Heiko Friemann und Mark Warsen aus Emlichheim wurde ebenfalls in seinem Amt als Schriftführer bestätigt. Zum Beisitzer wurde Uwe Rex aus Ringe wiedergewählt. Erster Beisitzer für den Gesellenprüfungsausschuss (Arbeitgeber-Seite) bleibt Berthold Eylering aus Nordhorn, sein Stellvertreter bleibt Heiko Friemann, ebenfalls aus Nordhorn.