26.01.2022, 11:50 Uhr

Viele Teilnehmer bei NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“

Durchmischtes Ergebnis: Mehr Futterhausbesucher als 2021, trotzdem weniger Vögel als im Durchschnitt. Foto: dpa

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Durchmischtes Ergebnis: Mehr Futterhausbesucher als 2021, trotzdem weniger Vögel als im Durchschnitt. Foto: dpa

Grafschaft/Emsland Wer bei der „Stunde der Wintervögel“ mit Fernglas und Meldebogen dabei war, hat im Durchschnitt 35,5 Vögel gesichtet, die zu durchschnittlich 8,7 Arten gehören. Das zeigt das Endergebnis der Aktion, die vom 6. bis 9. Januar stattgefunden hat.

Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatten schon zum zwölften Mal zur winterlichen Vogelzählung eingeladen. Rund 176.000 Menschen haben mitgemacht und von über 120.000 Beobachtungspunkten wie Gärten, Parks und Balkonen über 4,2 Millionen Vögel gezählt. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim wurden in 656 Gärten 25.035 Vögel gezählt, insgesamt 956 Vogelbegeisterte haben hierzulande mitgemacht.

„Die Zahlen freuen uns sehr. Bundes- und landesweit sind es die zweitbesten Teilnehmendenzahlen in der Geschichte der Aktion“, sagt Hanna Clara Wiegmann von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim. „Nur 2021 waren es mit rund 236.000 bundesweit und 23.500 Menschen in Niedersachsen mehr Teilnehmer, was wir vor allem auf die Ausnahmesituation des ersten Corona-Lockdowns zurückführen.“

Haussperling führt die Top Ten an

Die bundesweite Top Ten der häufigsten Arten führt, wie so oft, der Haussperling an, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise und Amsel; auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim liegen diese Arten vorne.

Zu sehen gab es bei der diesjährigen Zählung etwas mehr Vögel als 2021. „Sowohl bei der Zahl der gemeldeten Arten als auch bei der Zahl der gemeldeten Vogel-Individuen ging es leicht nach oben. Das liegt vor allem an den typischen Waldarten wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher, Bunt- und Mittelspecht sowie Tannen-, Blau- und Kohlmeise, die sich vermehrt in Gärten und Parks zur Nahrungssuche eingefunden haben“, erläuterte Wiegmann. Ursache dafür könnten weniger Baumfrüchte in den Wäldern als in anderen Wintern sein.

Weniger häufig gesehen wurden hingegen in diesem Jahr vor allem Arten, die sich, oft in Trupps, als Wintergäste in Deutschland aufhalten und vermutlich aufgrund der milderen Winter weniger Zugtendenzen zeigen. Dazu gehören Erlen- und Birkenzeisig, Rot-, Sing- und Wacholderdrossel. „Einige dieser Arten sind mutmaßlich Klimaverlierer, da sich durch die sich verändernden Bedingungen ihr Verbreitungsgebiet verkleinert“, erklärt Wiegmann.

Durchschnittlich 10 Vögel weniger als 2011

Im bundesweiten Mittel liegen die Ergebnisse unter dem Durchschnitt aller Aktionsjahre. „Wir sehen einen abnehmenden Trend: Während im ersten Jahr der Aktion 2011 noch fast 46 Vögel pro Beobachtung gezählt wurden, waren es dieses Jahr mit 35,5 durchschnittlich zehn Vögel weniger. In Niedersachsen lag dieser Wert mit durchschnittlich 36,9 Vögeln zwar leicht höher, trotzdem ist dies eine Entwicklung, die wir weiter im Auge behalten“, betont Wiegmann abschließend.

Naturfreundinnen und -freunde können sich schon auf die nächste Vogelzählung freuen: Sie findet vom 13. bis 15. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.