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24.06.2019, 15:00 Uhr

Vechte und Dinkel als verbindende Elemente

Seit zwei Jahren läuft das grenzüberschreitende Projekt Living-Vechte-Dinkel. Zwölf Kommunen und Organisationen wollen gemeinsam die Gebietsentwicklung vorantreiben. Nun trafen sich die Interreg-Partner in Laar zu einem Austausch.

Vechte und Dinkel als verbindende Elemente

Die Teilnehmer des Symposiums fuhren auch mit der Vechtezompe. Foto: privat

Flüsse und Gewässer lassen sich von nationalen Grenzen nicht aufhalten, deshalb werden im Interreg-Projekt Living-Vecht-Dinkel in einer ganzheitlichen Herangehensweise Themen wie Hochwassersicherheit, Renaturierung, Identität und wirtschaftliche Entwicklung im Einzugsgebiet der Vechte und der Dinkel miteinander verknüpft und grenzüberschreitend vorangetrieben. Inzwischen befindet das Projekt sich auf der Hälfte der Laufzeit. Ein guter Zeitpunkt die bisherigen Resultate ins Rampenlicht zu rücken und vorauszuschauen was die kommenden zwei Jahre des Projekts noch bringen werden.

Vor zwei Jahren wurde bei einer feierlichen Auftaktveranstaltung das grenzüberschreitende Interreg Projekt Living-Vecht-Dinkel im niederländischen Gramsbergen offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Federführung des Leadpartners Waterschap Vechtstromen arbeiten seitdem zwölf deutsche und niederländische Kommunen und Organisationen daran, die Gebietsentwicklung im Vechtetal grenzüberschreitend voranzutreiben. Der Kerngedanke des Projekts ist es, die Flüsse Vechte und Dinkel als verbindende Elemente zwischen Deutschland und den Niederlanden wieder zu stärken, indem man grenzüberschreitend die Hochwassersicherheit, der Renaturierung, Identität und Wirtschaft fördert. Inzwischen befindet sich das Projekt auf der Hälfte der Laufzeit. Es hat sich Vieles getan und das Projekt läuft auf vollen Touren. Grund genug, um zurückzublicken auf die vergangenen zwei Jahre und die erzielten Erfolge näher zu beleuchten.

Das Projekt besteht aus 15 konkreten und praxisnahen Maßnahmen. Inzwischen sind die meisten dieser Teilprojekte angelaufen. Dazu gehört auch die Planung einer deutsch-niederländischen Hochwasserschutzübung. In den vergangenen Jahren sind Starkregenereignisse und daraus resultierende Überflutungen gehäuft vorgekommen und haben lokal teilweise schwere Schäden angerichtet. Aus diesem Grund sind eine effiziente Abstimmung und ein rechtzeitiger Informationsaustausch zwischen deutschen und niederländischen Behörden im Notfall unerlässlich. Dieser Notfall soll nun in einer realistischen Übung am 19. März 2020 erprobt werden. Die Vorbereitungen hierzu sind im vollen Gange, wie Living-Projektkoordinator Tobias Renner berichtet: „Unsere deutsch-niederländische Arbeitsgruppe hat inzwischen ein Übungsszenario erarbeitet. Nun werden wir ein Übungsdrehbuch erstellen.“ Einen einzigartigen Beitrag zum Hochwasserschutz in der Region leistet auch die erfolgreiche Integration des deutschen Hochwasservorhersagemodells PantarheiI mit dem niederländischen Modell FEWS.

Ein besonderer Höhepunkt im vergangenen Jahr war das Vechtesymposium im September im niederländischen Hardenberg. Mit Unterstützung des Living-Projekts wurde ein tagesfüllendes Symposium mit über 250 Besuchern veranstaltet. Zentrales Thema der Veranstaltung war die Zukunft des Vechtetals. Dazu wurden Workshops zum Thema Hochwasserschutz, Gewässergüte und Wirtschaft und Identität geboten. Das Symposium ist wichtiger Bestandteil einer Maßnahme zur Aktualisierung des Umsetzungsprogramms der Vechtetalstrategie. Ein weiteres Symposium soll im Herbst 2020 stattfinden.

Einige der Teilprojekte sind sogar schon beendet, wie etwa die Veröffentlichung zweier Bücher: Der Vechtekanon und die Vechtegeschichten. Beide Bücher konnten im vergangenen Jahr auf dem Vechtesymposium erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hinter den Vechtgeschichten verbirgt sich ein Preisausschreiben für Hobbyautoren aus dem Vechtetal. Die Einsendungen wurden von einer deutsch-niederländischen Jury ausgewählt und in einem zweisprachigem Buch veröffentlicht. Der Vechtekanon ist ein handliches Nachschlagwerk über die Besonderheiten und Geschichte der Vechte geworden.

In der verbleibenden Projektdauer bis Dezember 2020 gibt es jedoch noch viel tun. Bis dahin soll unter anderem eine Studie zu Retentionsgebieten veröffentlicht werden und will man ein gemeinsames, grenzübergreifendes Konzept zur Nutzung des Flächen rundum den Fluss erarbeiten. Ebenso soll die Maßnahme des „Elften Turms“ fertig gestellt werden: In der Grenznähe bei Laar soll ein touristischer Aussichtpunkt an der Vechte, nach Vorbild der „Zehn Türme“ an niederländischer Seite realisiert werden. Im Einzugsgebiet der Dinkel zwischen Losser und Gronau wird ein Wasserauffang realisiert, der es ermöglicht, sowohl die Ziele für den Hochwasserschutz wie auch die zu erreichen.

Living-Projektleiter Piet van Erp zeigt sich zuversichtlich bezüglich der kommenden anderthalb Jahre: „Gemeinsam werden wir unser Living-Projekt voranbringen und erfolgreich abschließen.“

Das Projekt Living-Vecht-Dinkel wird gefördert im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland.