12.11.2019, 16:00 Uhr

Unterstützung auch für Männer

Nordhorns Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski nahm an einem Fachtag des Katholischen Vereins für Sozialen Dienste Osnabrück im Ludwig-Windthorst-Haus als Expertin teil. Dabei ging es um die Rollenbilder von Jungen und Männern in der Gesellschaft.

Sie diskutierten auf dem Podium (von links:) Nordhorns Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski, SKM-Generalsekretär Stephan Buttgereit, SKM-Beratungsstellenleiter Dr. Christoph Hutter, SKM-Referent Klaus Jacobs und Moderatorin Melanie Wielens. Foto: SKM

Sie diskutierten auf dem Podium (von links:) Nordhorns Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski, SKM-Generalsekretär Stephan Buttgereit, SKM-Beratungsstellenleiter Dr. Christoph Hutter, SKM-Referent Klaus Jacobs und Moderatorin Melanie Wielens. Foto: SKM

„Dann ist ein Mann ein Mann“ – in Anlehnung an den bekannten Grönemeyer-Titel hatte der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM) im Bistum Osnabrück zu einem Fachtag in das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) nach Lingen eingeladen. Nordhorns Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski nahm hier als Expertin an einer Podiumsdiskussion teil.

Was kann eine geschlechtsspezifische Jungen- und Männerarbeit in Erziehung, Beratung und Bildung leisten? Das war die Leitfrage, unter der die Anwesenden miteinander diskutierten. Einig war man sich darüber, dass Männer sich heute zwischen traditionellen und neuen Rollenbildern bewegen, an die unterschiedliche Erwartungen geknüpft sind. Dadurch ergeben sich vielfältige und komplexe Herausforderungen.

Milewski machte in ihren Beiträgen deutlich, dass es bei der Arbeit in den kommunalen Gleichstellungsbüros neben der immer noch so notwendigen Förderung von Frauen, auch an vielen Stellen um die Unterstützung von Männern geht. „Wenn die Stadt Nordhorn zum Beispiel in pädagogischen Berufen ausschreibt, werden ausdrücklich Männer ermutigt, sich zu bewerben“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte. Auch beim jährlichen Zukunftstag für Mädchen und Jungen würden beide Geschlechter motiviert, in bislang „geschlechtsuntypische“ Berufsbilder hinein zu schnuppern. „Es gibt hunderte Ausbildungsberufe, und sowohl Mädchen als auch Jungen beschränken sich bei der Berufswahl unnötig auf diejenigen, die vermeintlich besser zu ihrem Geschlecht passen. Dabei sollten vor allem die persönlichen Talente entscheiden, womit man sein Geld verdienen möchte.“

Auch verwaltungsintern werde intensiv an der Gleichberechtigung der Männer gearbeitet. „Zum Beispiel wollen viele Väter möglichst gleichberechtigt für ihre Kinder da sein. Da reichen ein paar Wochen Elternzeit natürlich nicht aus“, sagt Milewski. Daher hätten die kommunalen Gleichstellungsbüros gemeinsam mit den Verwaltungsspitzen und Personalräten in den vergangenen Jahren flexiblere Arbeitsmodelle entwickelt. Diese sollen nicht nur Frauen, sondern auch und gerade Männern eine bessere Verknüpfung von Beruf, Familie und Freizeit ermöglichen. „Diese Entwicklung treiben wir weiter voran, denn bis zur tatsächlichen Gleichberechtigung für beide Geschlechter ist der Weg noch weit“, sagt Milewski. Darin waren sich auch die anderen Experten sowie die Gäste einig.

In welchen Bereichen Männer anders „ticken“, wurde an Thementischen eruiert. So beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter rund ein Drittel Frauen, unter anderem mit den Themen „Männer und ihre Gesundheit“, „Männer und Spiritualität“ und „Wie Jungen zu Männern werden“.