19.03.2021, 10:16 Uhr

Unfallschwerpunkte an Osttangente in Nordhorn entschärft

Über die Fertigstellung der Blinkampeln freuen sich Stadtbaurat Thimo Weitemeier (rechts), Amtsleiterin Birgit Glahe von der Stadt Nordhorn und Abteilungsleiter Frank Adenstedt vom Landkreis Grafschaft Bentheim. Foto: Stadt Nordhorn

Über die Fertigstellung der Blinkampeln freuen sich Stadtbaurat Thimo Weitemeier (rechts), Amtsleiterin Birgit Glahe von der Stadt Nordhorn und Abteilungsleiter Frank Adenstedt vom Landkreis Grafschaft Bentheim. Foto: Stadt Nordhorn

Nordhorn An den Einmündungsbereich der Osttangente zum Frensdorfer Ring sowie zum Wehrweg in Nordhorn wurden neue Warnsignalanlagen in Betrieb genommen. Sie sollen weitere Unfälle zwischen Autos und Fahrrädern verhindern. Dass die sogenannten „Blinkampeln“ nur dann blinken, wenn sich tatsächlich Radfahrer nähern, ist deutschlandweit einmalig.

Die beiden Einmündungsbereiche wurden in den vergangenen Jahren von der Polizei als Unfallhäufungsstellen registriert. Immer wieder übersehen Autofahrer von der Osttangente kommend den querenden Radverkehr und es kommt zu Zusammenstößen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie Stadt und Landkreis haben in gemeinsamer Abstimmung in der Vergangenheit bereits umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Unfallzahlen zu verringern: Die Radwegefurten wurden mit roter Farbe markiert, der Auto-Verkehr durch ein Stopp-Schild zum Anhalten gezwungen und die Seitenräume für ideale Sicht freigeschnitten. Doch die Unfallzahlen sind nach wie vor erhöht.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen empfiehlt in einer Musterlösung für ähnliche Verkehrssituationen die Installation einer zusätzlichen Warnsignalanlage. In Anlehnung daran hat die Stadt Nordhorn nun eine Blinkampel an der Ausfahrt zum Frensdorfer Ring installiert. Die Ausfahrt am Wehrweg fällt in die Zuständigkeit des Landkreises, der dort in Abstimmung mit der Stadt eine identische Anlage aufgestellt hat.

Jeweils zwei Ampeln - eine links und eine rechts - weisen die Autofahrer durch ein Blinksignal auf den querenden Radverkehr hin. Damit kein Gewöhnungseffekt auftritt, werden die Ampeln nur dann aktiviert, wenn sich tatsächlich Radfahrernähern. Dazu sind sie mit Detektoren ausgestattet. Nähert sich kein Fahrrad, bleiben die Anlagen dunkel. „Das gibt es so meines Wissens bisher in Deutschland nicht und soll die dauerhafte Wirksamkeit der Anlage sicherstellen“, sagte Stadtbaurat Thimo Weitemeier beim Pressetermin zur offiziellen Inbetriebnahme.

„Der betroffene Radweg ist eine sehr wichtige Verbindung für die Menschen aus den Ortsteilen Stadtflur, Hesepe und Oorde in Richtung Stadtmitte“, erläutert Weitemeier. Insbesondere der Ortsteil Oorde werde durch die geplanten Neubaugebiete in den kommenden Jahren weiter wachsen, die Bedeutung der Radwegeverbindung daher zunehmend steigen. „Als Fahrradfreundliche Kommune brauchten wir also eine Lösung, die den Radverkehr nicht benachteiligt und die Sicherheit trotzdem wirksam erhöht“, berichtet der Stadtbaurat.

Die Kosten für die „Blinkampel“ der Stadt Nordhorn betragen rund 40.500 Euro. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium mit 40 Prozent der Baukosten. Die Bauarbeiten wurden durch die Firmen Siemens sowie Beton- und Monierbau durchgeführt.

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