08.10.2019, 18:00 Uhr

Umweltbewusste Straßenbeleuchtung in Münster

Seit mehr als 150 Jahren gibt es in Münster Straßenbeleuchtung. Den Anfang machten 225 Gaslaternen. Heute werden beim Amt für Mobilität und Tiefbau knapp 28.000 Straßenleuchten gezählt.

Die Reduzierung der Lichtverschmutzung trägt dem Amt für Mobilität und Tiefbau auch Lob von den Sternenfreunden Münster ein. Die Sternenfreunde illustrieren die guten Sichtbedingungen mit einer Aufnahme von den Rieselfeldern. Foto: Martin Vogel/Sternfreunde Münster

Die Reduzierung der Lichtverschmutzung trägt dem Amt für Mobilität und Tiefbau auch Lob von den Sternenfreunden Münster ein. Die Sternenfreunde illustrieren die guten Sichtbedingungen mit einer Aufnahme von den Rieselfeldern. Foto: Martin Vogel/Sternfreunde Münster

Die Leuchten dienen seit jeher bei Dunkelheit der Sicherheit auf den Straßen und Wegen. Die aktuellen Straßenleuchten sorgen nicht nur für den Überblick bei Dunkelheit, sie haben auch weniger offensichtliche Eigenschaften. LED-Leuchten reduzieren neben dem Energieverbrauch auch die sogenannte Lichtverschmutzung in einem Maße, dass selbst die Sternenfreunde Münster ihre Beobachtungsgegenstände über der Stadt wieder besonders gut sehen können. Der vermehrte Einsatz von LED-Leuchtkörpern habe eine positive Wirkung auf die Lichtglocke über der Stadt, so die Meinung der Himmelsbeobachter. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hat das Amt für Mobilität und Tiefbau etwa die Kugelleuchten im Stadtgebiet gegen energiesparende Leuchten ohne Lichtabstrahlung nach oben ausgetauscht.

Die Stadt Münster stimmt zunehmend ihre Lichtplanungen auf die speziellen Erfordernisse im jeweiligen Umfeld ab. Kleinräumige Planungen kommen Mensch und Natur zugute. Es gibt für jeden Straßentyp individuelle Planungen, sodass für jede Situation die passende Beleuchtung vorhanden ist; die Promenade etwa wird anders beleuchtet als ein Kreisverkehr. Auch mit Blick auf die Sicherheit hilft viel Licht nicht unbedingt viel, entscheidend ist eine gleichmäßige Beleuchtung. Die grundsätzliche Bereitschaft der Stadt Münster, sich den neuen Herausforderungen an die Lichtplanung gerade wegen der Einflüsse des Lichts auf Mensch und Natur zu stellen, habe der Stadt aktuell eine Vorreiterrolle beschert, lautet auch das Lob von Polizeiwissenschaftlerin Dunja Storp.

Pilotprojekte mit sogenannter intelligenter Straßenbeleuchtung etwa werden mit wissenschaftlicher Begleitung auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Hier wird Licht nur nach Bedarf abgerufen. Diese Technik soll auch an den zukünftigen Velorouten eingesetzt werden, um die Tierwelt nicht unnötig künstlichem Licht auszusetzen. Aus kriminologischer Betrachtung begünstigt eine solche, bedarfsorientierte Beleuchtung zudem in deutlichem Maße die menschlichen Verhaltensweisen positiv. Darüber hinaus tragen Beleuchtung wie Straßenleuchten auch zur Gestaltung des Straßenraumes bei. Zeitgemäße Straßenbeleuchtung unterstützt nicht nur eine positive Wahrnehmung einer Stadt, auch die Umweltbilanz wird sich positiv entwickeln.