26.03.2020, 13:45 Uhr

Umfrage: Handwerk erwartet erhebliche Umsatzeinbußen

80 Prozent der Betriebe in der Region spüren schon jetzt die Auswirkungen der Krise. 71 Prozent der befragten Unternehmen haben Liquiditätsengpässe. Handwerkskammerpräsident Möhle fordert eine unbürokratische Soforthilfe.

Bäckereien haben wegen der ausgefallenen Veranstaltungen Einbußen. Foto: Westdörp

Bäckereien haben wegen der ausgefallenen Veranstaltungen Einbußen. Foto: Westdörp

Osnabrück Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim erwartet für ihre 10.800 Betriebe mit ihren rund 100.000 Beschäftigten einen erheblichen Rückgang der Nachfrage nach handwerklichen Dienstleistungen und Produkten. In einer Onlineumfrage gaben fast 80 Prozent der befragten Betriebe an, schon jetzt erhebliche Auswirkungen der Coronakrise zu spüren. Jeder zweite Betrieb berichtet über Liquiditätsengpässe. 71 Prozent erwarten einen erheblichen Nachfragerückgang und 78 Prozent spüren bereits jetzt negative Auswirkungen. Dabei klagen rund ein Drittel der befragten Betriebe über fehlende Mitarbeiter aufgrund der notwendigen Kinderbetreuung.

„Die Politik hat durch die jetzt verabschiedeten Sofortprogramme sehr wohl erkannt, wie wichtig die kleinbetrieblichen Strukturen für die Wirtschaft und ganz speziell auch für die ländlichen Räume wie das Emsland, die Grafschaft oder das Osnabrücker Land sind, denn brechen diese weg, wird es schwer werden, nach der Krise wieder auf die Beine zu kommen“, warnt Kammerpräsident Reiner Möhle. Er fordert zudem eine schnelle und unbürokratische Soforthilfe: „Die Anforderungen an die angekündigten finanziellen Hilfen müssen einfach ausgestaltet und zeitnah durchgeführt werden.“

Nach den Ergebnissen der aktuellen Blitz-Umfrage sind viele Betriebe speziell aus dem Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen wie Friseure, Orthopädieschuhmacher und Juweliere von extremen Umsatzeinbrüchen betroffen, vor allem auch wegen der behördlichen Betriebsschließungen der Ladengeschäfte. Ein großer Teil der Handwerkswirtschaft leidet zudem unter Veranstaltungsabsagen. Ob die Tischlerei bezüglich des Messebaus oder die Metzgerei, Bäckerei oder Konditorei bezüglich ausgefallener Großevents oder einer Vielzahl von diversen Feierlichkeiten. Kammer-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt betont demnach die Dringlichkeit der Hilfsmaßnahmen: „Wir müssen unbedingt verhindern, dass an sich gesunde Unternehmen und Betriebe wegen krisenbedingter Liquiditäts- und Kapazitätsprobleme in die Insolvenz geraten.“

Kammerpräsident Möhle betont: „Wir stehen in dieser größten Krise der Nachkriegsgeschichte fest an der Seite unserer Handwerksbetriebe. Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim wird darauf hinwirken, dass unsere Mitgliedsbetriebe von der Politik eine größtmögliche finanzielle Unterstützung erfahren, denn unsere Betriebe brauchen das Geld jetzt!“

Weitere Infos auf www.hwk-osnabrueck.de

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