Grafschafter Nachrichten
15.09.2021

Übungstag der Kreisfeuerwehrbereitschaft Grafschaft Bentheim

Übungstag der Kreisfeuerwehrbereitschaft Grafschaft Bentheim

Während des Lehrgangs übten die Feuerwehrleute Techniken zur Deichverteidigung. Foto: Simon Thier

Lohne/Berne Traditionsgemäß wird jährlich im Wechsel eine ein – bzw. zweitägige Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim organisiert. Bereits im vergangenen Jahr musste die Übung pandemiebedingt abgesagt werden und die Führungskräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft absolvierten eine Fortbildung zur Taktik bei Flächenbrandlagen.

Da auch in 2021 die Pandemie noch nicht soweit im Griff ist, um eine Vollübung mit 140 Einsatzkräften durchzuführen, man die Übung aber nicht ausfallen lassen wollte, machten Kreisbereitschaftsführer Guido Schroven (Feuerwehr Neuenhaus), sein Stellvertreter Ansgar Schwietering (Feuerwehr Bad Bentheim) sowie der Kreisbrandmeister Uwe Vernim (Feuerwehr Schüttorf), sich Gedanken, wie man trotz Pandemie eine Übung sinnvoll durchführen kann.

Daher fand am Samstag, den 11. September, der diesjährige Übungstag der Kreisfeuerwehrbereitschaft in kleinerem Rahmen als sonst statt. Unverhofft aktuell stand dabei das Thema Hochwasserschutz und Deichverteidigung auf dem Programm.

Früh um 6 Uhr machte sich eine Delegation aus vollgeimpften Feuerwehrangehörigen aus nahezu allen Ortsfeuerwehren der Grafschaft Bentheim nach Berne (Oldenburg) zum Bauhof des ersten Oldenburgischen Deichband auf. Neu dabei waren auch zwei Kräfte des Malteser Hilfsdienstes, der zum Eigenschutz der Einsatzkräfte bereits für den geplanten Einsatz der Kreisfeuerwehrbereitschaft bei den Starkregenfällen eingeplant war.

In Berne eingetroffen stand vormittags Theorie auf dem Programm: Sicherheit und Gesundheitsschutz im Hochwassereinsatz, die Entstehung von Springfluten und anderen gefährlichen Hochwasserlagen an Küsten und im Binnenland, Sandsacklogistik, Aufbau und Unterschiede von verschiedenen Deichtypen, was diese gefährdet und wie man sie gegen Durchbruch verteidigt.

Anschließend wurden dann in der Praxis, verschiedene Sandsack Füll- und Transportmöglichkeiten, Verlegetechniken nach verschiedenen Schadensbildern, provisorische Deichreparaturen, und die Herstellung und Anwendung von Faschinen (Reisigbündeln) in der Deichverteidigung geübt. Neben den grundsätzlichen Aufbauweisen der Deichverteidigungsmaßnahmen hatte das Ausbilderteam der Kreisfeuerwehr Wesermarsch und des Oldenburgischen Deichbandes auch noch viele Tricks parat, um die sich über Stunden wiederholenden Bewegungsabläufe ergonomisch einfacher zu gestalten. Somit lassen sich gerade mit diesen einfachen Tricks Einheiten länger und besser im Einsatz halten, denn, das wurde aus den Ausführungen der Ausbilder immer wieder deutlich, Deichverteidigungseinsätze sind sehr Sandsack - und Personalintensiv.

Die mitgefahrenen Zug – und Gruppenführer sollen im Anschluss an dieses Seminar ihre Erfahrungen als sogenannte Multiplikatoren an die Einsatzkräfte in den Feuerwehren weitergeben. Guido Schroven bedankte sich beim Gastgeber für die hervorragende Versorgung und die lehrreichen Stunden. Gegen 18 Uhr fuhr man zurück in die Grafschaft, wo im Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Lohne der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen abgerundet wurde.

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