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19.11.2019, 13:02 Uhr

Trauer und Trost: Patrick Watson meistert die Welle

Seine Stimme sorgt immer für Gänsehaut, und nach einigen schwächeren Alben nun auch wieder seine Songs. Der Kanadier Patrick Watson erkundet auf „Wave“ Schmerz und Hoffnung, Trauer und Trost.

Patrick Watson hat schwere Zeiten hinter sich. Foto: Ilenia Tesoro/dpa

Patrick Watson hat schwere Zeiten hinter sich. Foto: Ilenia Tesoro/dpa

Von Werner Herpell, dpa

dpa Berlin Irgendetwas ist schiefgelaufen bei Patrick Watson, den man Mitte/Ende der Nuller-Jahre schon als kommenden Singer-Songwriter-Star am Indiepop-Firmament sah.

Das wird er mit seinem neuen Album nun wohl auch nicht mehr - der 40-Jährige beweist mit „Wave“ aber erneut seine herausragende Klasse (die er übrigens auch als Live-Künstler immer hatte).

Das jetzt auf dem Qualitätslabel Domino erschienene Werk setzt den Weg fort, den der Kanadier einer breiteren Öffentlichkeit vor 13 Jahren mit dem passend betitelten „Close To Paradise“ vorgezeichnet hatte. Verträumte Melodien, viel Piano, teilweise im Latin angesiedelte Streichel-Rhythmen, leichte elektronische Texturen, zarte Frauenstimmen - und als Sahnehäubchen Watsons melancholische und doch so klar-prägnante Falsettstimme.

„Wave“ ist akustischer Balsam für gestresste Seelen - obwohl der Sänger hier selbst Stress und Trennungen verarbeitete. Es gehe „um das Gefühl, von einer Welle erfasst zu werden“, schreibt Domino über dieses traurig-schöne, hochkomplexe Album. „Wenn man erkennt, dass alles, was man im Leben hat, in einem Moment weggewischt werden kann - um dann zu lernen, wie man nicht ertrinkt.“

Watsons Mutter starb während der Entstehung von „Wave“, sein langjähriger Schlagzeuger Robbie Kuster verließ die Band, seine Lebensgefährtin trennnte sich von ihm. Wohl nicht von ungefähr heißen die neuen Lieder „Strange Rain“, „Broken“ oder „Melody Noir“. Aber eben auch „Dream For Dreaming“ oder „Here Comes The River“, das in einem ungemein prachtvollen Streicher-Arrangement kulminiert - es gibt eben doch stets Hoffnung und Trost.

Aus Schmerz und Verzweiflung erwächst Großes und Schönes: „Wave“ ist nach einigen guten, aber nicht überragenden Watson-Platten sein bestes, weil zugänglichstes Album seit dem erwähnten Karriere-Highlight „Close To Paradise“.

Konzerte 2020: 3.3. Zürich, 4.3. Pully/Schweiz, 12.3. Berlin