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14.06.2019, 14:13 Uhr

Traditionsunternehmen Nordhorn Optik insolvent

Im März hat die an der Krefelder Straße in Nordhorn beheimatete Firma Nordhorn Optik beim Nordhorner Amtsgericht das Insolvenzverfahren beantragt. Anfang Juni ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Traditionsunternehmen Nordhorn Optik insolvent

Das Firmenareal der Nordhorn Optik auf einer Luftaufnahme aus den 1960er-Jahren. Foto: privat

Von Rainer Müller

Elf Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz verloren und sind ab Montag von der Arbeit freigestellt. Seit 1948 war die Rezeptschleiferei an der Krefelder Straße in Nordhorn ansässig. Jährlich wurden hier bis zu 400.000 Brillengläser aus Glas und Kunststoff an circa 850 Optikerbetriebe bundesweit ausgeliefert. In den Anfangsjahren sorgte die ausschließliche Lieferung an den Großhandel, der die Ware an Optiker in Deutschland, Österreich, in den Niederlanden, in der Schweiz und in Dänemark weiterverkaufte, für stetigen Erfolg des Unternehmens.

Diplom-Kauffrau Stefanie Kalkstein übernahm 2009 die Geschäftsführung des Unternehmens. „In den 1980er-Jahren waren hier rund 60 Mitarbeiter beschäftigt“, informiert Kalkstein auf Anfrage. Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2003 befindet sich die Optikbranche in einem ständigen Preiskampf und Verdrängungswettbewerb für die optische Industrie. Die erforderlichen Margen können immer schwerer erreicht werden. „Zum Jahresanfang 2019 war für eine geschäftliche Neuaufstellung eine Kooperation mit einem neuen Großkunden eingegangen worden, die leider auch nicht den erwünschten Umsatzzuwachs brachte. Wir haben bis Ende Mai alles versucht, die Insolvenz abzuwenden – unter anderem durch eine Auffanglösung“, berichtet die Geschäftsführerin der Nordhorn Optik GmbH. Die Spezialisierung auf besondere Schleiftechniken und Einfärbungen hätten jedoch nicht rechtzeitig den gewünschten Effekt gehabt, um den Betrieb dauerhaft fortführen zu können, bedauert Stefanie Kalkstein.

„Die noch offenen Aufträge wurden bis heute zu Ende geführt, jetzt werden die finalen Rechnungen geschrieben und die Kündigungen den verbliebenen zumeist langjährigen Mitarbeitern von Insolvenzverwalter Jan-Hendrik Pannenborg übergeben“, so Geschäftsführerin Stefanie Kalkstein am Freitag.