30.11.2020, 08:54 Uhr

Tischtennis als Therapie für Patienten mit Parkinson

Heike Schrowen ( PingPongParkinson e. V.), Annegret Hölscher, Leiterin des Büros für Selbsthilfe und Gesundheit, und Thorsten Boomhuis ( PingPongParkinson e. V.) bieten Betroffenen Unterstützung an. Foto: Landkreis

Heike Schrowen ( PingPongParkinson e. V.), Annegret Hölscher, Leiterin des Büros für Selbsthilfe und Gesundheit, und Thorsten Boomhuis ( PingPongParkinson e. V.) bieten Betroffenen Unterstützung an. Foto: Landkreis

Nordhorn Tischtennis ist eine der beliebtesten Ballsportarten. Der Sport macht nicht nur Spaß, sondern hat auch positive gesundheitliche Auswirkungen auf Menschen, die an Parkinson erkrankt sind: „Betroffene, die es ausprobiert haben, haben festgestellt, dass die fortschreitende Verschlechterung der Symptome der Parkinson-Krankheit durch das Spielen von Tischtennis als physikalische Therapie verlangsamt werden kann“, ist Thorsten Boomhuis aus Nordhorn überzeugt. Um Patienten bei der Bewältigung ihrer Parkinson-Erkrankung zu unterstützen, hat der 46-Jährige, der selbst an Parkinson erkrankt ist, im Februar dieses Jahres in Nordhorn den bundesweit tätigen Verein „PingPongParkinson (PPP)“ gegründet. Betroffene und deren Angehörige sind willkommen.

„Aufgabe unseres gemeinnützigen Vereins ist es, den Betroffenen und Angehörigen Informationen und die Möglichkeit zum Austausch zu geben. Wir sind ein bundesweiter Zusammenschluss von Einzelpersonen und Selbsthilfegruppen, die sich ehrenamtlich mit dem Mittel Tischtennis um Personen mit Parkinson und deren Angehörige kümmern“, beschreibt der Nordhorner Geschäftsmann sein Anliegen. Der Verein wolle Erkrankte ermutigen, aktiv und offen mit der Diagnose Parkinson umzugehen. Im Blick hat Thorsten Boomhuis insbesondere jüngere Erkrankte, die sich vielleicht eher von einem sportlichen Angebot abgesprochen fühlten als von einer klassischen Selbsthilfegruppe. „PingPongParkinson ist für diese Menschen eine interessante und vor allem gesundheitsfördernde Alternative“, so Thorsten Boomhuis. „Mit einer entsprechend aktiven Lebensführung kann die körperliche Fitness auch bei Parkinson erhalten bleiben. Die vor langer Zeit diagnostizierten Mitglieder der PPP-Gruppen, die immer noch mit großer Freude am Tischtennistisch stehen, sind das beste Beispiel dafür.“

Damit die Erkrankten auch entsprechende Trainingsmöglichkeiten haben, richtet der Nordhorner zurzeit eine Halle auf der Nordhorner Blanke mit Tischtennisplatten ein. Zudem soll der Betonboden in der angemieteten Halle mit einem speziellen dämpfenden Boden versehen werden. Um die wichtigen Investitionen finanziell stemmen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. „Wir wenden uns daher an Unternehmen und Privatpersonen, die unser Anliegen ideell und finanziell unterstützen möchten. Gerne informieren wir auch ausführlich über die positiven Auswirkungen, die Tischtennis auf Betroffene hat“, betont der 46-Jährige.

PingPongParkinson möchte das Angebot in Zukunft aufgrund der unbestritten positiven Eigenschaften des Tischtennis bei neurologischen Erkrankungen weiter ausbauen. Darüber hinaus stellt der Verein die Halle auch für andere Grafschafter Selbsthilfegruppen mit anderen Erkrankungen zur Verfügung.

Auch das Büro für Selbsthilfe und Gesundheit des Landkreises unterstützt das Vorhaben und die Ziele des Vereins:. „Das sinnvolle Angebot fügt sich hervorragend in die Selbsthilfelandschaft der Grafschaft Bentheim ein und spricht auch jüngere Patienten an. Darüber hinaus ist der Verein bundesweit aktiv und stellt daher eine sinnvolle Vernetzung mit anderen Engagierten der Selbsthilfe sicher“, unterstreicht Dr. Annegret Hölscher, Leiterin des Büros für Selbsthilfe und Gesundheit.

Interessierte können sich an die Initiatoren des Vereins wenden: Thorsten Boomhuis, Telefon 0172 2075821, oder Heike Schrowen, Telefon 0172 5671754, oder das Büro für Selbsthilfe und Gesundheit des Landkreises, Gesundheitsamt, Annegret Hölscher, Telefon 05921 961867, E-Mail annegret.hoelscher@grafschaft.de.

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