23.02.2021, 11:14 Uhr

Tierparkgesellschaft fordert Öffnung zum 8. März

Abstand auch im Eingangsbereich zu halten, ist nach Meinung der Tierparkgesellschaft kein Problem. Foto: Tierpark

Abstand auch im Eingangsbereich zu halten, ist nach Meinung der Tierparkgesellschaft kein Problem. Foto: Tierpark

Nordhorn Durch die beiden Lockdowns sind viele Zoos in Deutschland nun fast ein halbes Jahr auf behördliche Anordnung aufgrund der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen. „Dabei ist gerade der Zoobesuch als soziale Ausgleichsfunktion eine der ganz wichtigen Aufgaben, die deutsche Zoos und Tierparks wahrnehmen“, heisst es von Seiten der Deutschen Tierparkgesellschaft (DTG). Vor Corona besuchten rund 50 Millionen Menschen jährlich die Zoos in Deutschland.

Der Sommer habe gezeigt, dass die Hygienekonzepte der einzelnen Einrichtungen wirkten. „Wir haben Konzepte, haben Platz und frische Luft. Wir haben viel in die Konzepte investiert, wir sind gut aufgestellt. Lasst die Menschen wieder Tiere an der frischen Luft erleben. Wir fühlen uns aktuell aber im Stich gelassen“, sagt Gert Emmrich, Präsident der Deutschen Tierparkgesellschaft, mit Blick auf die letzten Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen. Statt aufgrund der guten Erfahrungen aus dem letzten Sommer nun wieder öffnen zu können, blieben Zoos in vielen Bundesländern weiter geschlossen.

„Wir haben noch keine Öffnungsperspektive. Schlimmer noch, auch bei den Coronahilfen gleicht die Zoolandschaft einem Flickenteppich. So sind beispielsweise bei der aktuellen Überbrückungshilfe III gemeinnützige Zoos mit mehrheitlich kommunaler Beteiligung nicht antragsberechtigt und gehen leer aus. Neben einem verlässlichen Öffnungsszenario fordern die Zoos deshalb auch eine verlässliche finanzielle Unterstützung für die behördlich angeordneten Schließungen. Wir dürfen kein Geld verdienen, die Coronahilfen kommen aber auch nicht bei uns an. Dabei haben Zoos und Tierparks nicht die Möglichkeit, ihren Betrieb komplett runter zu fahren. Wir können zwar die Kassen für die Besucher schließen, dennoch geht im Zoo die Arbeit weiter Wir können unsere Tiere nicht in Kurzarbeit oder Homeoffice schicken. Die Zoos und Tierparks machen an der Qualität ihrer Tierversorgung keine Abstriche. Dieser Aufwand bleibt trotz Schließung erhalten und kostet natürlich dementsprechend“, betont der Chef des mitgliederstärksten Zooverbandes..

Die Besuchereinnahmen stellen für die Tierparks in Deutschland die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle dar. Dass man nun in vielen Bundesländern ein halbes Jahr bereits ohne diese Einnahmen auskommen muss, stellt jeden einzelnen Betrieb vor riesige Herausforderungen. Nur mit den Besuchereinnahmen können Zoos und Tierparks auf Dauer ihre wichtige Funktion für Erholung, Artenschutz und Bildung wieder sicherstellen.

Dabei bieten diese Einrichtungen nach Ansicht der DTG alle Voraussetzungen, um zeitnah eine Öffnung zu ermöglichen. „Ein Zoobesuch ist nicht anders zu bewerten als ein Spaziergang an der frischen Luft. Besser noch als im Wald, wir haben funktionierende Hygienekonzepte und setzen diese für unsere Besucher aktiv um. Wir sind für unsere Gäste da“, so Emmrich abschließend.

Die DTG fordert für Niedersachsen zum 8. März eine Öffnung der Zoos und Tierparks.

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