15.02.2021, 08:53 Uhr

Tierpark Nordhorn kümmert sich um bedrohte Tierarten

Erster Nachzuchterfolg bei den hochbedrohten Vietnam-Sikahirschen. Foto: Franz Frieling

Erster Nachzuchterfolg bei den hochbedrohten Vietnam-Sikahirschen. Foto: Franz Frieling

Nordhorn Auf der Welt herrscht ein unglaublicher Reichtum an verschiedenen Arten, die in faszinierender Weise in Ökosystemen zusammenleben und voneinander abhängen. Doch weltweit sind geschätzt 1 Million Arten vom Aussterben bedroht. Zum Vergleich: Etwa 1,8 Millionen Arten sind derzeit bekannt, einige Wissenschaftler schätzen die Zahl der Arten weltweit auf 8 Millionen oder sogar höher.

Nun ziehen Fachleute, Museen und Zoos an einem Strang, um ein steigendes Interesse und Problembewusstsein in der Öffentlichkeit aufzubauen und den Handlungsdruck für die Biodiversitätskonferenz zu erhöhen. Weltweit unterstützen bislang über 160 Institutionen diese Koalition. Der Tierpark Nordhorn ist nach den Zoos in Stuttgart, Münster, Nürnberg und Düsseldorf und dem Biotopia Naturkundemuseum München sowie dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander König in Bonn nun das siebte deutsche Mitglied und wird in Zukunft noch intensiver über Artenvielfalt und Biodiversitätsverlust berichten.

Der Familienzoo setzt sich seit vielen Jahren aktiv für den Artenschutz ein. So werden im Tierpark bedrohte Arten wie die Vietnamsikas, Leoparden, Faultiere, Gänsegeier, Marabus, Totenkopfaffen und Waldrappe gehalten und teilweise sogar gezüchtet. Zudem setzt sich der Tierpark als anerkannter Archepark für den Erhalt bedrohter Haustierrassen ein, denn mit jeder Rasse, die ausstirbt, geht auch wertvolles genetisches Potenzial verloren.

„Nicht nur exotische Tiere sind vom Aussterben bedroht, sondern auch viele heimische Arten wie der Fischotter, Fledermäuse oder viele Insekten“, sagt Zoodirektor Dr. Nils Kramer und ergänzt: „Der Arten- und Naturschutz beginnt direkt vor unserer Haustür. Daher setzt sich der Tierpark Nordhorn als Regionales Arten- und Naturschutzzentrum für den Erhalt und die Pflege verschiedener bedrohter, regionaler Ökosysteme ein und übernimmt zum Teil seit über 25 Jahren Verantwortung.“ Hierzu gehören neben dem Hutewald in Bad Bentheim das Naturschutzgebiet Tillenberge, der Wachholderhain Bardel und das Hochmoor Ringe. Seit etwa einem Jahr sammelt der Zoo zudem den „Artenschutzeuro“ von jedem Besucher ein. Hierdurch können die Anstrengungen um den Schutz der Biodiversität, den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume weiter intensiviert werden. „Denn jeder Mensch verbraucht Ressourcen der Erde und ist somit Teil der globalen Zusammenhänge und verantwortlich für sein Handeln. Mit dem Artenschutzeuro leistet jeder Besucher einen Beitrag, dem Schwund der Arten entgegenzuwirken“, erläutert Kramer.

Der Familienzoo in der Grafschaft Bentheim sucht Mitstreiter in diesem Kampf für den Erhalt der Biodiversität und so appelliert der Zoodirektor Dr. Nils Kramer: „Der Tierpark Nordhorn freut sich, als Teil der Globalen Koalition für Biodiversität einen noch größeren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Als Unterstützer der Kampagne ermutigen wir alle unsere Partner, sich dieser Koalition ebenfalls anzuschließen, das gemeinsame Versprechen zu unterzeichnen und zur Verbreitung der wichtigen Botschaft über die Biodiversitätskrise beizutragen.“

Ems-Vechte