23.03.2021, 11:30 Uhr

Tesch- und Röh-Fotos jetzt im Besitz des Stadtmuseums

Die Nordhorner Fotografen Ferdinand Tesch und Helmut Röh (von links) übergeben ihre Fotografien und Begleitmaterialien an Museumsleiterin Nadine Höppner im Stadtmuseum Nordhorn. Foto: privat

Die Nordhorner Fotografen Ferdinand Tesch und Helmut Röh (von links) übergeben ihre Fotografien und Begleitmaterialien an Museumsleiterin Nadine Höppner im Stadtmuseum Nordhorn. Foto: privat

Nordhorn Es war nicht mehr fünf vor Zwölf – es war bereits fünf Minuten nach Zwölf, als die Werksuhr in der leeren Fabrikhalle von Povel stehen geblieben war. Sie wurde zum Hauptmotiv der ersten Ausstellung von Ferdinand Tesch in Nordhorn. Als er 1985 seine erste Ausstellung mit Aufnahmen der Industriebrache von Povel zeigte, riefen die Bilder noch ein verhaltenes Echo hervor. Zu frisch war damals die Erinnerung an den Zusammenbruch der traditionsreichen Textilfirma im Gedächtnis der Stadt. Heute ist das Hauptmotiv fester Bestandteil der Geschichte Nordhorns. Jahrzehntelang begleitete Ferdinand Tesch weiterhin mit seiner Fotokamera die sich ändernde und entwickelnde Stadt und ihre Bewohner.

Ein Kurs an der Volkshochschule (VHS) führte ihn Mitte der 1980er Jahre mit Helmut Röh zusammen. Es entstand eine kongeniale Zusammenarbeit von zwei herausragenden Fotografen, die mit ihren damals noch schweren Analog-Kameras im Gepäck die Industrieanlagen ebenso fotografierten wie deren Abriss, aber auch Stadtansichten sowie umfangreiche Bilderserien mit Porträtaufnahmen.

„Manchmal fuhren vorne schon die Abrissbagger in die Gebäude, während wir noch hinten fotografierten“, erinnert sich Helmut Röh schmunzelnd an die teilweise abenteuerlichen gemeinsamen Foto-Expeditionen. Für das außergewöhnliche Bild scheuten die beiden sich nicht, in einem Korb am Abrisskran baumelnd in luftiger Höhe zu schweben oder über halb zerfallene Treppenabsätze zu balancieren. So schufen Tesch und Röh umfangreiche Projekte und Fotobücher im Laufe der Jahrzehnte. Die Fotografien sind ein einzigartiger Bilderbestand – von der Stadtentwicklung Nordhorns Anfang der 1980er Jahre bis zum Projekt „Menschen in Nordhorn“ 2004 und 2016 – und werden nun für zukünftige Generationen in der Sammlung des Stadtmuseums Nordhorn bewahrt. In der Dauerausstellung des Stadtmuseums im NINO-Hochbau sind Aufnahmen aus dieser Schaffenszeit in einer Auswahl zu sehen.

Bis zum 28. März zeigt das Stadtmuseum zudem noch die Sonderausstellung „Poesie in Stahl. Weltkulturerbe Völklinger Hütte“, mit Fotografien von Ferdinand Tesch der ehemaligen Industriebrache der Völklinger Hütte im Saarland.

Weitere Informationen zu aktuellen Öffnungszeiten und Corona-Maßnahmen für den Museumsbesuch finden sich auf www.stadtmuseum-nordhorn.de.

Ems-Vechte