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06.08.2020, 08:56 Uhr

Taucher erkunden stillgelegtes Bergwerk

Nach dem Einstieg in das Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland machen die Taucher die letzten Checks, bevor sie in die Unterwasserwelt eintauchen. Foto: Tauchclub Hydra Lingen

Nach dem Einstieg in das Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland machen die Taucher die letzten Checks, bevor sie in die Unterwasserwelt eintauchen. Foto: Tauchclub Hydra Lingen

Nuttlar Kristallklar und eiskalt ist das Wasser in den gefluteten Stollen des stillgelegten Schieferbergwerks Nuttlar im Sauerland. 16 Sporttaucher aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim vom Tauchclub Hydra Lingen sammelten während eines Schnuppertauchgangs im Bergwerk ihre ersten Erfahrungen in einer der gefährlichsten Sportarten der Welt. Dabei konnten sie die beeindruckende unterirdische Landschaft des Bergwerks erleben

Seit 1878 waren im Schieferbergwerk Nuttlar zeitweise bis zu 200 Bergarbeiter mit der Gewinnung und der Verarbeitung von Dach- und Plattenschiefer beschäftigt, wodurch ein riesiges Labyrinth mit kilometerlangen Gängen und großen Hallen entstanden war. Nach der Stilllegung des Bergwerkes im Jahre 1985 füllten sich die Stollen innerhalb von sieben Jahren mit eindringendem Grundwasser. Von den insgesamt fünf Sohlen sind die unteren zwei, in denen bis zu einer Wassertiefe von 30 Metern getaucht werden kann, auf einer Länge von rund 12 Kilometer geflutet.

Die Tauchgänge führen durch lange Gänge, die kunstvoll von gestapelten Bergemauern gesäumt sind, und durch hallengroße Abbauten. Bei den Tauchgängen findet man eine Welt vor, so wie sie damals von den Bergleuten verlassen wurde. Heute wird das Bergwerk von der Tauchschule Sauerland betrieben, die Gastgeber der 16 Sporttaucher war. Ein erfahrener Guide führte die Taucher durch die sicheren Bereiche des Bergwerks, da das selbstständige Tauchen im Bergwerk ausschließlich gut ausgebildeten Höhlentauchern gestattet ist. Die Welt des Bergwerk- und Höhlentauchens zählt zu den gefährlichsten Sportarten der Welt. Nur wenige Mitglieder des TC Hydra Lingen sind im technischen Tauchen und Höhlentauchen besonders ausgebildet.

Nach einem 45-minütigen Tauchgang in kristallklaren, jedoch mit 8 Grad Celsius sehr kaltem Wasser, erblickten die Teilnehmer im pechschwarzen Bergwerk wieder die Wasseroberfläche. Den durchgefrorenen Gesichtern war die Begeisterung über diesen unvergesslichen Tauchgang und die vielen neuen Eindrücke gleich anzusehen. „Das war einer der spektakulärsten Tauchgänge meines Lebens“, meinte Sporttaucher Uwe Harmsen hinterher. Der TC Hydra Lingen plant, das Schnuppertauchen im Bergwerk für seine Mitglieder in Zukunft zu wiederholen.

Die gefluteten Stollen des Schieferbergwerks Nuttlar zeigen sich so, wie sie von den Bergleuten verlassen worden waren, umgestürzte Loren eingeschlossen. Foto: Tauchclub Hydra

Die gefluteten Stollen des Schieferbergwerks Nuttlar zeigen sich so, wie sie von den Bergleuten verlassen worden waren, umgestürzte Loren eingeschlossen. Foto: Tauchclub Hydra

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