Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
01.10.2019, 09:00 Uhr

Sportplatzpflege ist in Wietmarschen Familiensache

Michael und Hermann Peters verbringen viele Stunden mit Rasenmähen und Bewässern auf der Anlage des SV Wietmarschen. Der SV Meppen war von der Spielfläche so begeistert, dass er am 10. Oktober dort ein Testspiel gegen die Kölner U21 austrägt.

Pressewart Alfred Timmers, Michael und Hermann Peters (von links) testen den Rasen im Wietmarscher Peters Park. Foto: Fuchs

Pressewart Alfred Timmers, Michael und Hermann Peters (von links) testen den Rasen im Wietmarscher Peters Park. Foto: Fuchs

Als die Drittligafußballer des SV Meppen im Sommer zu einem Testspiel im Peters-Park beim SV Wietmarschen antraten, staunten die Kicker aus dem Emsland nicht schlecht über die Qualität der Spielfläche. So einen Rasen hätten sie in der heimischen Hänsch-Arena auch gern. Nun nutzen sie das Grün des SV Wietmarschen wieder zu einem Testspiel. Gegner ist dann die U21 des 1. FC Köln, die in der Regionalliga West (4. Liga) spielt. Anstoß ist am Donnerstag, 10. Oktober, um 18.30 Uhr.

Ein Lob für die Pflege des Platzes gab es auch vom besten deutschen Dartspieler Max Hopp, der bei seinem Besuch in Wietmarschen spontan ein Spiel als Schiedsrichter leitete. Auch er war vom Zustand der Spielfläche ganz offensichtlich sehr angetan.

Die Brüder Hermann und Michael Peters sind für die Pflege der Flächen zuständig und führen damit eine lange Familientradition fort. Schon Vater Hermann Peters war als Platzwart aktiv. Pressesprecher Alfred Timmers kann sich noch erinnern, dass Peters sen. sich schon um die Rasenpflege kümmerte, als er, Alfred Timmers, als kleiner Junger zum ersten Mal auf dem großen Platz gegen den Ball trat. Platzwart beim SV Wietmarschen zu sein, ist im Hause Peters beste Familientradition. Und so erhielt die Anlage des SV Wietmarschen irgendwann einmal den Namen „Peters Park“, wobei die Bezeichnung Park dem Zustand des Rasens gerecht wird.

Hermann Peters jun. kümmert sich schon seit 30 Jahren um die Platzpflege. Und da sind sich die Brüder einig: „Man muss es auch tun wollen.“ Zu tun haben sie reichlich, denn 4,5 bis 5 Hektar Fläche wollen erst einmal regelmäßig gemäht und bewässert sein. „Wenn wir die Pflege selber machen, haben wir einfach mehr Einfluss auf die Qualität des Platzes“, sagt Michael Peters. Den Platz richtig zu beregnen, sei eins der Geheimnisse, warum das Grün im Peters Park so satt leuchtet. „Da müssen ordentlich Liter drauf, damit das Wasser an die Wurzel und nicht nur auf das Blatt kommt“, verrät Michael Peters ein Geheimnis. Da der SV Wietmarschen nicht über eine automatische Beregnungsanlage verfügt, müssen die Schläuche mit dem Trecker rausgezogen werden. Im Sommer ist das Brüderpaar oft schon morgens um 5 Uhr im Einsatz, um für Frischwasser auf dem Platz zu sorgen. Und der vergangene Sommer war sehr heiß. „Der Aufwand muss aber sein, wenn man den Platz grün halten will“, sagt Michael Peters.

Das zweite Geheimnis der Peters´schen Rasenpflege ist die Schärfe der Messer, denn die Halme sollen eine Länge zwischen 2,5 und 2,8 Zentimeter haben, damit das „Bällchen“ optimal rollt. Bis zu dreimal in der Woche wird dann gemäht. Dazu verfügt der SV Wietmarschen jetzt über einen sogenannten Spindelmäher, den Michael Peters in Süddeutschland aufgetan hat. Solche Maschinen der Firma John Deere werden auch häufig auf Golfplätzen eingesetzt. „Die scharfen Spindeln schneiden die Grashalme, und schlagen sie nicht einfach ab“, erklärt Michael Peters die Funktionsweise.

Die Spindel erinnert auch an die alten mechanischen Handmäher, die in den Privatgärten zum Einsatz kamen. Der Spindelmäher verfügt zusätzlich über eine Walze. Da der Rasenschnitt auf dem Platz bleibt, übernimmt er gleichzeitig eine Düngefunktion. Derzeit ist die Gemeinde Wietmarschen für das Düngen verantwortlich. Michael Peters glaubt aber, dass im kommenden Jahr, wenn neben den beiden Hauptplätzen auch die Trainingsplätze und die Plätze für die Jugend- und Minikicker mit dem Spindelmäher bearbeitet werden, nur noch zweimal gedüngt werden muss. Für die beiden Wietmarscher Rasenexperten ist jedenfalls klar, dass man derzeit genau den Unterschied zwischen den beiden Hauptplätzen und den Trainingsplätzen sehen kann, wo der Spindelmäher noch nicht zum Einsatz kommt. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Ganz wichtig ist auch, nur dann zu mähen, wenn der Rasen trocken ist, betonen die Peters-Brüder.

Noch ist die Vegetationsphase. Das heißt: Der Rasen wächst. Je nach Witterungslage wird dies auch bis Ende Oktober anhalten. Für die Peters-Brüder bedeutet dies, allein acht bis neun Stunden pro Wochen, die sie für das Mähen aufwenden müssen. Die Zeit für die anderen Arbeiten wie die Bewässerung, das Tauschen der Netze und das Reinigen der Bandenwerbung kommt noch hinzu.

Ganz wichtig ist für Michael Peters, wie der Rasen in den Winter reinkommt, davon hängt ab, wie er sich im kommenden Frühjahr präsentiert. Deshalb gehört das Walzen im November zu den wichtigen Aufgaben. Dass der Rasen im Winter leidet, wenn bei schlechteren Witterungsverhältnissen gespielt wird, ist auch den Peters Brüdern klar. Deshalb sind sie nicht traurig, wenn Spiele im Winter abgesagt werden.

Und die Anlagen des SV Wietmarschen müssen einiges aushalten, denn neben den fünf Herrenmannschaften, zwei Damen-Mannschaften und zwei Alte Herren-Teams sind auch mehr als 20 Jugendmannschaften am Start. Und sie alle wollen natürlich, möglichst optimale Platzbedingungen. Viel Arbeit also für Hermann und Michael Peters, deren Frauen Verständnis für das zeitaufwendige Hobby ihrer Männer haben.

Zusätzlich verfolgen sie die Spiele der „Ersten“ auf ihrem Rasen natürlich auch noch. Und wenn der Drittligist aus dem Emsland wieder in Wietmarschen spielt, werden die Platzwarte unter den Zuschauern sein, denn von so einem Ereignis profitiert ihr SV Wietmarschen auch als Verein.

Nähere Informationen: www.sv-w.de