09.09.2019, 19:30 Uhr

Surrealismus-Ausstellung im Otto Pankok-Museum

Gildehauser Museum eröffnet am 18. Oktober neue Ausstellung

Das kleine, aber feine Museum in Gildehaus ist immer wieder Ort hochkarätiger Ausstellungen. Foto: Schönrock

Das kleine, aber feine Museum in Gildehaus ist immer wieder Ort hochkarätiger Ausstellungen. Foto: Schönrock

Was lauert hinter dem, was wir Wirklichkeit nennen? Ist alles nur ein Spiel? Alles nur Täuschung? Kunst als Raum für Bilder, die von der Wirklichkeit abgerungen werden und doch nicht „wirklich“ sind sondern etwas Neues formen – das versammelt die Ausstellung „Surreal – Bilder anderer Wirklichkeiten“. Sie wird ab Oktober im Otto Pankok-Museum zu sehen sein.

Die Großmeister der Surrealisten wie Salvador Dali, Max Ernst und Joan Miró sind ebenso vertreten wie Otto Pankok, der in seinen frühen Jahren auch von Träumen und von Dada inspirierte Bilder wagte. Diese werden hier erstmalig in Gildehaus gezeigt. Dazu kommen weitere Künstler, die sich von der Phantasie und dem Unbewußten anregen ließen, ihre eigenen surrealen Welten zu schaffen. Am Ende können Besucherinnen und Besucher ihre eigene Wirklichkeit anders sehen als bisher.

Zur Geschichte des Surrealismus: Haben die etwas geraucht (vielleicht haben sie auch), werden sich viele Zeitgenossen gefragt haben, als die ersten Bilder surrealistischer Künstler in der Öffentlichkeit erschienen. Zerfließende Uhren, monströse Fabelwesen oder Züge, die aus einem Kamin herausfahren, ließen Zweifel daran aufkommen, ob Vertreter dieser Kunstrichtung wie René Magritte, Paul Klee oder der schon genannte Salvador Dalí noch alle Tassen im Schrank haben.

Die Künstler sahen das völlig anders. Sie nehmen ihre Sache, die Erforschung verborgener Kontinente ihrer Seelen und die Schaffung einer Kunst, in der sich das Unbewusste offenbart, sehr ernst. Zu diesem Zweck wurde an der Rue de Grenelle 15 in Paris am 10. Oktober 1924 das „Büro für surrealistische Forschungen“ eröffnet. Bürozeit ist täglich von 16.30 bis 18.30 Uhr. Viele Aktivitäten gehen von dem Büro aus. Es wird eine Zeitschrift herausgegeben, Handzettel werden entworfen, Presseerklärungen verfasst und Journalisten empfangen. Und wer immer „verblüffende Zufälle“ oder „intuitive Gedanken über Mode und Politik“ beisteuern mag, ist „inständig gebeten, sich zu melden“. Der Journalist und Schriftsteller Jörg-Uwe Albig bezeichnet das Büro als Registratur der Wunder, als Kanzleistube der Träume, als Behörde des Befremdlichen und als Hauptverwaltung der Paradoxe.

In seinem Artikel „Angriff auf die Vernunft“ für die Geo Epoche Edition geht Albig auch auf das paradoxe Verhalten der Künstler ein und schreibt: „Sie feiern den Aufstand der Triebe und des Begehrens – und panzern sich mit knochenharter Moral. Sie streiten für Zügellosigkeit und Revolte – und scharen sich um einen autoritären Führer (André Breton). Sie predigen die schrankenlose Freiheit des Geistes – und bestrafen die jede abweichende Haltung mit Exkommunikation. Sie fordern die Allmacht der Fantasie und knebeln sie zugleich durch ein Verfahren der Selbstbeschränkung, das jede poetische Absicht verbietet und das sie „Automatismus“ nennen“.

„Keine Künstlerbewegung zuvor“, wird der Kunsthistoriker Uwe M. Schneede später befinden, „hat ein so perfektes, nach innen funktionierendes und nach außen wirksames System aufgerichtet wie die Surrealisten. Die Eröffnung erfolgt am Freitag 18. Oktober, 17 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 9. Februar 2020.

Öffnungszeiten sind: Mittwochs 15 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 17 Uhr, sonntags 14 bis 17 Uhr. Anmeldungen zu Führungen von Gruppen oder Schulklassen werden unter den Telefonnummern 05924 990495 oder 05922 3824 entgegengenommen.

Nähere Informationen gibt es unter Telefon 05922 4151 per E-Mail an info@pankok-museum.de, unter Telefon 05922 3824 sowie per E-Mail an axel.eggersgluess@t-online.de.

Surrealismus-Ausstellung im Otto Pankok-Museum
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