05.11.2019, 07:00 Uhr

Surreale Grafiken im Otto-Pankok-Museum

Originalwerke von Max Ernst und Salvador Dali zu sehen

In der Ausstellung zu sehen sind unter anderem ein Originalplakat von Max Ernst und darüber ein Bild von Otto Pankok. Sie führen einen stillen Dialog.Foto: privat

In der Ausstellung zu sehen sind unter anderem ein Originalplakat von Max Ernst und darüber ein Bild von Otto Pankok. Sie führen einen stillen Dialog.Foto: privat

Die Ausstellungsmacher nehmen sich der Großmeister des Surrealismus, Max Ernst und Salvador Dalí, an und stellen sie neben Otto Pankok, neben Erich Müller-Kraus und neben die junge niederländische Pop-Surrealistin Lotte Teussink.

Seit mehr als einem Jahr fragen die Verantwortlichen des Otto Pankok-Museums bei Sammlern nach, ob es möglich wäre, Grafiken von Dalí und Ernst einem großen Kreis Grafschafter Kunstfreunde im Museum zu präsentieren. Nach dem großen Erfolg der Miró-Ausstellung im Winter 2017/2018 war die Frage aufgekommen, ob auch diese Linie der Kunst des 20. Jahrhunderts in Gildehaus gezeigt werden könnte. Zumal die Beziehungen Otto Pankoks zu dem jungen Max Ernst in deren gemeinsamer Düsseldorfer Zeit bestens bekannt, aber noch nie beleuchtet worden sind. Doch die Ausleihe von Werken Otto Pankoks für diese Ausstellung war arg beschränkt, da das Pankok-Archiv derzeit wegen Umbauarbeiten nicht zugänglich ist. Dort haben sich der Landkreis und das Land Nordrhein-Westfalen mit der Otto-Pankok-Stiftung zusammengetan und modernisieren und erweitern das Haus Esselt, den Alterswohnsitz von Otto Pankok.

Umso mehr freut man sich in Gildehaus über die Großzügigkeit von regionalen Leihgebern, die mit vielen Beiträgen die Ausgestaltung von zwei Museumsräumen mit Grafiken von Salvador Dalí und Max Ernst überhaupt möglich machten. Einige seltene Mappenwerke treffen auf wohlbekannte Bildpublikationen. Dazu kommt aus dem eigenen Archiv des Otto-Pankok-Museums eine Serie von Drucken des Kölner Künstlers Erich Müller-Kraus. In der deutschen Kunstwelt ist er fast vergessen. Nach 1945 nahm er bildnerische Positionen seiner Zeit wieder auf und versuchte aufs Neue, ein umfassendes Werk aufzubauen, war doch fast sein gesamtes bisheriges künstlerisches Lebenswerk in den Kölner Bombennächten verbrannt.

Schließlich präsentiert man in Gildehaus Bilder der jungen Niederländerin Lotte Teussink. Sie greift einerseits auf den Formenschatz der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück und positioniert sich anderseits zwischen Gothic und Augenzwinkern als legitime und modern-satirische Nachfolgerin der surrealistischen Bewegung. Einmal mehr möchten die Ausstellungsmacher in Gildehaus mit dieser Ausstellung einen Beitrag zur Bewusstseinslage der eigenen Zeit liefern und dem Betrachter die Möglichkeit eröffnen, die kulturellen Grundlagen heutiger Gedankengebäude fruchtbar zu reflektieren. Nicht umsonst wird das erste Bild, auf das man beim Betreten des Museums stößt, ein Bild von Otto Pankok sein.

Die Ausstellung läuft bis zum 9. Februar 2020. Die Öffnungszeiten sind mittwochs von 15 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Nähere Informationen: Internet www.pankok-museum.de, Email info@pankok-museum.de.

Ems-Vechte