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29.05.2020, 15:10 Uhr

Storchenringe für zehn Jungtiere

Mit Hilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr näherten sich die Mitarbeiter des Tierparks den Nestern in der Storcheneiche. So gelang es, zehn Tiere zu beringen und sie als echte Grafschafter zu markieren.

Die Feuerwehr steuerte die große Storcheneiche im Tierpark an, damit die Mitarbeiter die Jungtiere „beringen“ konnten. Foto Wilfried Jürges

Die Feuerwehr steuerte die große Storcheneiche im Tierpark an, damit die Mitarbeiter die Jungtiere „beringen“ konnten. Foto Wilfried Jürges

Das Klappern der Weißstörche ist längst in die Grafschaft zurückgekehrt. 2007 siedelten sich erstmals wieder frei fliegende Weißstörche auf der Afrikascheune im Familienzoo im Grünen an. Die letzte Brut in der Grafschaft lag damals immerhin über 75 Jahre zurück. Mit großartiger Unterstützung der Nordhorner Feuerwehr wurden jetzt wieder 14 Jungstörche als echte „Grafschafter“ beringt. Mit dabei Findelstorch „Willi-Walter“, der im Alter von zirka zehn Tagen völlig abgemagert aus einem Nest in der Storcheneiche geworfen wurde. Tierpflegerin Insa Röttgers, die den Jungstorch Mitte Mai fand, hat ihn seither wieder aufgepäppelt – mit Erfolg. Kürzlich hieß es Abschied nehmen, denn der proppere Jungstorch wurde bei Zoostörchin „Oma“ und ihrem Partner ins Nest geschmuggelt. „Störche können zum Glück nicht zählen!“, sagt Weißstorchberinger Dr. Volker Blüml. „Die drei Jungtiere im Nest am Vechtehof sind vergleichbar alt und ein Zusetzen des Findelstorchs deshalb vermutlich unproblematisch.“

Bisher sieht alles gut aus, denn die Elternstörche tragen weiter fleißig Nahrung ins Nest und scheinbar alle Jungstörche bekommen ihren Anteil. Dadurch besteht die große Hoffnung, dass „Willi-Walter“ zu einem richtigen Grafschafter Weißstorch heranwächst. Da es am eigentlich guten Nist-Standort auf der Afrikascheune in diesem Jahr offenbar keinen Bruterfolg gab, steuerte die Nordhorner Feuerwehr nach dem Vechtehof die große Storcheneiche im Tierpark an. 15 Nester sind hier von Paaren besetzt. Aufgrund des dichten Geästs der großen Eiche ist nicht jedes der Nester zu erreichen. An fünf Nester konnten Frank van de Kerkhof und Simon Woltmann den großen Korb herannavigieren. Zehn Jungtiere bekamen dabei den Ring, der wie ein Personalausweis für die Vögel ist. Die Daten werden gespeichert und können bei einem späteren Fund des Tieres zurückverfolgt werden. Dies hilft, die Population der Weißstörche in Deutschland gut im Blick zu behalten. Wo brüten die Tiere, wo überwintern sie? Was sind die Gefahren für die großen Schreitvögel bei ihrem alljährlichen Zug? Fragen wie diese können so besser beantwortet werden. Für die Grafschaft Bentheim behält Weißstorchbetreuer Wilfried Jürges die Zahlen im Blick und fügt in seinen ausführlichen Listen auch auf, wenn es eine Sichtung von einem Grafschafter Storch an anderer Stelle gab. Seine Daten sind für alle Interessierten auf der Seite www.stoerche-grafschaft-bentheim.de abrufbar.

Die Jungstörche in den Nestern sind zurzeit noch recht gut an den dunkleren Schnäbeln erkennbar. Voraussichtlich Ende August werden sie dann die Region Richtung Afrika verlassen.

Dr. Heike Weber und Weißstorchberinger Dr. Volker Blüml beringen und untersuchen einen Jungstorch. Foto: Wilfried Jürges

Dr. Heike Weber und Weißstorchberinger Dr. Volker Blüml beringen und untersuchen einen Jungstorch. Foto: Wilfried Jürges

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