18.05.2021, 17:25 Uhr

Stegemann: „Nordhorner Amtsgericht ist überaus fleißig“

Zum gegenseitigen Austausch treffen sich (von links): Gerichtsdirektor Arno Vos, CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann und Geschäftsleiterin Katja Grundmann. Foto: Büro Stegemann

Zum gegenseitigen Austausch treffen sich (von links): Gerichtsdirektor Arno Vos, CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann und Geschäftsleiterin Katja Grundmann. Foto: Büro Stegemann

Nordhorn Der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann hat sich vor Kurzem bei einem persönlichen Besuch über das Nordhorner Amtsgericht informiert und bescheinigt der Einrichtung eine effiziente Arbeitsweise. „Das Amtsgericht in Nordhorn ist überaus fleißig. Etwa 12.000 Grundbuchsachen und bis zu 1300 Familiensachen werden dort pro Jahr abgearbeitet. Und dabei bekommt man bereits nach zwei bis drei Wochen einen Termin“, erfuhr Stegemann bei seinem Besuch. „Kurze Wege, schnelle Termine und rasche Verfahren. Dafür steht das Nordhorner Amtsgericht. Gerade für unsere regionale Wirtschaft sind Ortskenntnis und Schnelligkeit sehr wichtig, etwa beim Grundbucheintrag“, ist Stegemann überzeugt.

Beim Gespräch mit Gerichtsdirektor Arno Vos und Geschäftsleiterin Katja Grundmann herrschte laut Stegemann „immer noch Erleichterung darüber, dass das Insolvenzgericht am Standort in Nordhorn nach monatelangen zähen Verhandlungen erhalten bleiben konnte“. Nach seiner Ansicht war es „wichtig und richtig, dass wir uns in Berlin gegen die Konzentration der Insolvenzgerichte eingesetzt haben – letztlich mit Erfolg“. Die Entscheidung sei ein klares Bekenntnis zu den dezentralen Strukturen im ländlichen Raum und der öffentlichen Daseinsvorsorge in der Region.

Mangelnde Nachwuchskräfte

Sorgen bereitet dem Amtsgericht dagegen das generelle Nachwuchsproblem bei der Besetzung von Richterposten: „Wir haben leider einen Fachkräftemangel zu beklagen, da immer weniger Top-Juristen in die Gerichte wollen. Die freie Wirtschaft bietet hier sehr guten Volljuristen einfach deutlich bessere finanzielle Möglichkeiten“, so Gerichtsdirektor Arno Vos. Zwar verfüge das Nordhorner Gericht über insgesamt rund 90 Beschäftigte. Aktuell seien aber lediglich zehn Richterstellen besetzt, was bereits jetzt zu einer richterlichen Arbeitsbelastung von 120 Prozent führe – Tendenz steigend.

Auch Stegemann sieht die Entwicklung kritisch. „Eine personell gut ausgestattete und hoch qualifizierte Justiz ist eine Grundvoraussetzung für Vertrauen in den Rechtsstaat. Wir brauchen daher dringend mehr sehr gut ausgebildete junge Leute, die an dieser Stelle Verantwortung übernehmen wollen und sich als Richterin oder Richter in den Dienst der Gesellschaft stellen“, betont Stegemann. Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass man dabei auch über zusätzliche Anreize nachdenken müsse.

Mehr Digitalisierung im Verfahren gefordert

Amtsgerichtsdirektor Vos berichtete, dass das Amtsgericht bislang gut durch die Pandemie gekommen sei. Allerdings sehe man in Zeiten von Homeoffice und fortschreitender Digitalisierung Handlungsbedarf bei der Durchführung von Anhörungen. „Dass etwa in Betreuungsverfahren die Betroffenen in jedem Fall persönlich vor Ort angehört werden müssen, bedeutet einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand. Da unter anderem in Zivilverfahren ganze Verhandlungen per Videokonferenz durchgeführt werden können, könnte der Gesetzgeber auch in weiteren Bereichen die Anhörung auf elektronischem Weg zulassen. Wir wollen hier die digitalen Medien künftig stärker nutzen können“, regt Vos an. Stegemann sagte zu, das Anliegen nach Berlin mitzunehmen.

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