22.04.2021, 09:35 Uhr

Stadt Nordhorn tritt Initiative Klischeefrei bei

Die Nordhorner Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski will mit dem Beitritt das bestehende Engagement für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern unterstreichen. Foto: Stadt Nordhorn

Die Nordhorner Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski will mit dem Beitritt das bestehende Engagement für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern unterstreichen. Foto: Stadt Nordhorn

Nordhorn Die Stadt Nordhorn ist der bundesweiten Initiative „Klischeefrei“ beigetreten. Mit der Mitgliedschaft will sie ihr bestehendes Engagement für mehr Gleichberechtigung unterstreichen und dazu beitragen, dass noch mehr Menschen ihren Beruf oder ihre Ausbildung unabhängig von Geschlechterklischees auswählen.

Die Initiative Klischeefrei ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Politik, Wirtschaft und Forschung, der jungen Menschen eine Berufs- und Studienwahl ohne Geschlechtergrenzen ermöglichen will. Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ist Schirmherrin der Initiative. Die Mitglieder vernetzen sich, tauschen Materialien und gute Praxisbeispiele aus und setzen gemeinsam zielführende Maßnahmen um.

„Kindern und Jugendlichen wird unter anderem durch Medien und Werbung vermittelt, bestimmte Berufe oder Tätigkeiten wären nur etwas für Männer oder nur etwas für Frauen“, stellt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nordhorn, Anja Milewski, fest. Fast drei Viertel der jungen Frauen und über die Hälfte der jungen Männer konzentrieren sich auf lediglich 20 duale Ausbildungsberufe, obwohl im dualen System in Deutschland fast 330 Ausbildungsberufe zur Verfügung stehen. Sowohl in den Schulklassen der berufsbildenden Schulen als auch an den Hochschulen zeigen sich bei der Fächerwahl der Studenten ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern.

Geschlechterstereotype spielen also auch heute noch in die Berufs- und Studienwahl hinein. „Dabei sollten junge Menschen Berufe finden, die zu ihren Stärken passen und ihnen Spaß machen – frei von Klischees und Geschlechterzuweisungen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Die Stadt Nordhorn setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, diese Klischees aufzubrechen. Ein Beispiel dafür ist der jährliche Zukunftstag für Mädchen und Jungen. Er kann dieses Jahr am 22. April unter den Bedingungen der Corona-Pandemie nur eingeschränkt stattfinden. Milewski führt gemeinsam mit Auszubildenden der Stadt Nordhorn für einige Schulklassen eine Online-Veranstaltung durch. Normalerweise lässt sie rund 70 Kinder und Jugendliche gezielt in „geschlechteruntypische“ Berufsbilder bei der Stadt Nordhorn hineinschnuppern, um den Erfahrungshorizont der Teilnehmenden zu erweitern. „Das kommt sehr gut an, die Veranstaltung ist immer ausgebucht“, stellt Milewski fest.

Personaleinstellungen und die Auswahl der Auszubildenden erfolgten bei der Stadtverwaltung ausschließlich auf Basis der individuellen Fähigkeiten und Eignung, unabhängig vom Geschlecht und damit verbundenen Klischees. Darauf achte sie in ihrer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte. „Weil das bei der Stadt Nordhorn gelebte Realität ist, wir uns aber natürlich trotzdem immer weiterentwickeln wollen, passt die Mitgliedschaft in der Initiative Klischeefrei perfekt zu uns“, freut sich Milewski.

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