06.05.2020, 13:08 Uhr

Stadt Nordhorn organisiert Online-Lesung mit Rainer Rudloff

Wie groß ist die Bereitschaft der Bürger, für Kultur im Internet zu bezahlen? Dieser Frage will die Stadt Nordhorn mit der Online-Lesung Ende Mai auf den Grund gehen. Ist der Testlauf ein Erfolg, könnten bald weitere Angebote folgen.

Mit Stimme, Mimik und Gestik gestaltet Rainer Rudloff seine Lesungen.Foto: privat

Mit Stimme, Mimik und Gestik gestaltet Rainer Rudloff seine Lesungen.Foto: privat

Nordhorn Am Mittwoch, 27. Mai, 20 Uhr, liest der Sprechkünstler Rainer Rudloff online aus dem Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf. Um der Lesung im Internet folgen zu können, wird neben einem aktuellen Browser ein spezieller Zugangslink benötigt, der für 3 Euro in der Stadtbibliothek Nordhorn erhältlich ist. Mit dem kostenpflichtigen Angebot möchte die Stadtbibliothek neue Formen der Literaturvermittlung testen, um in der Coronakrise nicht auf Kultur verzichten zu müssen. „Es ist ein Experiment und wir sind sehr gespannt, wie die Lesung angenommen wird“, sagt Martina Kramer, Leiterin der Bibliothek.

Um diese neue Form der Lesung testen zu können, hat sich der in der Grafschaft bereits bekannte Schauspieler und Sprechkünstler Rainer Rudloff eng mit dem Verlag Rowohlt abgestimmt, der den Roman „Tschick“ verlegt. Die Online-Lesung ist an bestimmte Regeln gekoppelt: Die Veranstaltung wird exklusiv nur zum angegebenen Zeitraum für das zahlende Publikum zur Verfügung gestellt und ist danach nicht mehr abrufbar. „Also fast wie bei einer echten Abendlesung“, erläutert Kramer.

Die Zahl kostenpflichtiger Kulturangebote im Internet nimmt aktuell zu. So soll den Kunst- und Kulturschaffenden auch in Zukunft ermöglicht werden, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Nachdem in den ersten Wochen der Coronakrise vor allem kostenlose Angebote oder Angebote auf Spendenbasis gemacht wurden, werden nun zunehmend neue Formate getestet, die nicht mehr kostenlos zu haben sind. „Auf Basis der Erfahrungen mit der Lesung sind gegebenenfalls weitere Formate in Nordhorn denkbar. Eventuell lassen sich ähnliche Angebote auch im Konzert- oder Theaterbereich umsetzen“, so Kulturreferentin Kerstin Spanke.

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