29.10.2020, 10:35 Uhr

Stadt Lingen wirbt für mehr naturnahe Vorgärten

Vielfalt statt Monotonie wünschen sich Lingens Stadtverantwortliche in den Vorgärten ihrer Bürger. Foto: privat

Vielfalt statt Monotonie wünschen sich Lingens Stadtverantwortliche in den Vorgärten ihrer Bürger. Foto: privat

Lingen Mit einer Informationskampagne möchte die Stadt Lingen Kies- und Schotterwüsten in den Vorgärten entgegenwirken. Die Ansammlung einsamer Gräser und Stauden inmitten von kahlen Flächen aus aufgeschüttetem Kies ist nach Angaben der Stadt immer häufiger zu finden. „Überregional wächst die Zahl der Kiesgärten und damit Vorgärten, die nahezu komplett mit Kiesflächen und Schotter angelegt und somit wertlos für die Natur werden“, teilt Nina Kleene von der Stadtverwaltung mit. Um den Trend aufzuhalten, hat die Stadt Lingen unter anderem einen Flyer aufgelegt, der über Folgen und insbesondere über Alternativen informieren will.

„Die Broschüre gibt einen Überblick über pflegeleichte, winterharte Bepflanzungsideen für sonnige und schattige Lagen und zeigt, warum es sinnvoll und richtig ist, Natur in den Garten zu bringen“, erklärt Oberbürgermeister Dieter Krone. Schotter- und Kiesgärten hätten massive Folgen für die Umwelt und das Klima. „Zudem sind sie nicht so pflegeleicht, wie es auf den ersten Blick scheint“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. Schon nach kurzer Zeit siedeln sich trotz Vlies zwischen den Steinen Moos und Unkraut an. „Ganz abgesehen von der ganzjährig grauen Fläche, die alles andere als eine Augenweide darstellt“, so der Stadtbaurat.

Gut fürs Klima

Was die Umwelt- und Klimaschutzaspekte angehe, so absorbieren Kies- und Schotterflächen die Wärme nicht so gut wie beispielsweise eine Grünfläche. „Der Temperaturanstieg ist deutlich durch die nächtliche Abstrahlung mess- und spürbar“, führt Schreinemacher weiter aus. „Angesichts der Hitzerekorde der letzten Sommer sicherlich ein wichtiger Aspekt bei der Gartengestaltung. Pflanzen binden Feinstaub und produzieren Sauerstoff. Damit können sie zur Luftverbesserung beitragen. Weniger Grün bedeutet auch, weniger Lebensraum für Tiere, wie Insekten und Bienen“, so der Stadtbaurat. Auch der Boden selbst verliere seine Funktion als Lebensraum für beispielsweise Regenwürmer. Durch die Versiegelung mit Steinen wird die Versickerung von Regenwasser reduziert, was zu einer Herabsenkung des Grundwasserspiegels beitragen könne. „Viele gute Gründe, die für mehr Vielfalt, mehr Natur und Artenreichtum in den Vorgärten sprechen“, so der Stadtbaurat. „Es wäre schön, wenn wir hier noch mehr Aufklären und ein neues Bewusstsein schaffen könnten.“

Der Flyer ist im Rathaus der Stadt Lingen sowie auf www.lingen.de erhältlich. Weitere Informationen gibt es über das „Umwelttelefon“ der Stadt Lingen unter Telefon 0591 9144-364.

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