08.03.2021, 11:54 Uhr

SPD Uelsen gegen mehr Flächen für Windenergieanlagen

Die Windräder an der Deponie in Wilsum im Tinholter Feld. Foto: Westdörp

Die Windräder an der Deponie in Wilsum im Tinholter Feld. Foto: Westdörp

Uelsen „Die SPD-Samtgemeindefraktion hat in dieser Woche nach intensiver Diskussion beschlossen, weiterhin keine weiteren Flächen im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Uelsen für Windenergieanlagen auszuweisen“, berichtete Fraktionsvorsitzender Jan Hamhuis.

Um den Klimawandel zu stoppen, beziehungsweise um die Folgen des Klimawandels abzumildern, sei, neben dem Handlungsschwerpunkt Energieeinsparung, auch der Ausbau der erneuerbaren Energien für die SPD-Fraktion eine unbedingte Notwendigkeit. Daher habe man schon vor mehr als 20 Jahren einer Flächennutzungsplanänderung mit der Ausweisung einer Fläche für die Windenergienutzung im Gebiet der Gemeinden Gölenkamp/Wilsum selbstverständlich zugestimmt, so die Ratsmitglieder Jörg Reurik und Jürgen Balderhaar.

Auf der anderen Seite sei der Tourismus, beziehungsweise die touristische Weiterentwicklung, in der strukturschwachen Samtgemeinde Uelsen für die SPD Uelsen ebenfalls ein wichtiger politischer Handlungsschwerpunkt. Ein Pfund, mit dem man dabei wuchern könne, seien dabei die wunderschöne Natur und die Landschaft, insbesondere die offene Landschaft. „Um diese zu schützen und einer Beeinträchtigung der Landschaft beziehungsweise des Landschaftsbildes entgegenzuwirken, ist daher der oben genannte Flächennutzungsplan mit einer sogenannten Ausschlusswirkung versehen. Der Windkraft soll nur an einer bestimmten Stelle im Samtgemeindegebiet Raum gegeben werden“, heißt es von Seiten der SPD. Die Partei ist der Auffassung, dass die Schmerzgrenze für Urlauber und Mitbürger mit jeder neuen Windkraftanlage näher rücke und sieht die weitere Errichtung von Windenergieanlagen als kontraproduktiv zur Entwicklung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor an. „Von daher käme für uns allenfalls eine eventuelle Erweiterung, Stichwort Repowering, des bestehenden Windparks als mögliche Alternative in Frage“, sagte Gerrit-Jan Hesselink, Vorsitzender des Planungsausschusses der Samtgemeinde. Bei der ganzen Thematik verkenne man außerdem nicht die gewinnorientierten Interessen, insbesondere der Grundstückseigentümer. „Diese Interessen sollen dann womöglich unter dem Schlagwort „Klimawandel“ kaschiert werden“, vermuteten die Teilnehmer der Fraktionssitzung.

„Ein großes Fragezeichen macht die Fraktion hinter den zukünftigen planungsrechtlichen Vorgaben auf Bundes- und Landesebene und den möglicherweise damit einhergehenden Erleichterungen (unter anderem Änderung der Abstandsregelungen) hinsichtlich der Errichtung von Windparks“, erläuterten die Ratsmitglieder Jutta Gommer und Berend Kortmann. „Wir wissen um das Interesse an der Errichtung weiterer Windenergieanlagen in anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde“, berichteten die Ratsmitglieder Judith Hindriksen und Heike Klomp übereinstimmend und fügten abschließend hinzu: „Wenn das so kommt, und sollten zukünftig weitere Windenergieanlagen in anderen Mitgliedsgemeinden errichtet werden, können wir das Thema Tourismus, beziehungsweise dessen Weiterentwicklung, unseres Erachtens für die Samtgemeinde Uelsen ad acta legen. Wir haben nämlich keine zweite Landschaft im Kofferraum.“

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