02.10.2020, 14:56 Uhr

SPD für neuen Bildungsgang im Bereich Pflege

Bildungsgang „Berufsfachschule Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ in der Diskussion. Foto: dpa

Bildungsgang „Berufsfachschule Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ in der Diskussion. Foto: dpa

Nordhorn Am vergangenen Mittwoch wurde im Schulausschuss des Landkreises über den erneuten Antrag der Berufsbildenden Schule Gesundheit und Soziales über Einrichtung eines Bildungsganges „Berufsfachschule Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ beraten. Dieser Antrag wurde von der Kreistagsmehrheit abgelehnt. Die SPD-Fraktion hat sich jedoch eindeutig für die Schaffung eines solchen Bildungsganges ausgesprochen. „Für uns steh fest: Bildung und Sicherung des Fachkräftebedarfs stehen in der Finanzplanung der nächsten Jahre ganz vorn.

Der Fachkräftemangel ist auch in der Grafschaft akut und es besteht dringender Handlungsbedarf. Mit dieser Entscheidung wurde eine weitere Chance vertan, die Attraktivität zu erhöhen und einen breiteren Bewerberkreis anzusprechen. Die hervorragend aufgestellte Berufsbildende Schule erfüllt zweifelsfrei die personellen und sächlichen Voraussetzungen, um diesen Bildungsgang einzurichten. Auch der Bedarf wurde hinlänglich dargestellt. Teile der möglichen Auszubildenden wollen (aus verschiedensten Gründen) ihre Ausbildung nicht bei den privaten Ausbildungsträgern beginnen. Schülerinnen und Schüler haben in ausreichender Zahl erklärt, dass sie ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann an der BBS Gesundheit und Soziales beginnen würden, wenn dieser Bildungsgang dort eingerichtet werde. Die privaten Anbieter, die ebenfalls gute Arbeit leisten, erreichen somit nicht alle potenziellen Auszubildenden. Daher ist es unverständlich, dass dem Anliegen der BBS mehrheitlich wiederholt nicht gefolgt wurde. Eine Reihe von Berufsanfängern möchte eine schulische Ausbildung in der Pflege beginnen. Sie gehen uns jetzt verloren, obwohl der Bedarf durch die beiden privaten Anbieter nicht ausreichend gedeckt werden kann. So verschärft sich der Fachkräftemangel weiter“, heißt es von Seiten der SPD.

Jens Boermann, Sprecher der SPD-Fraktion im Schulausschuss, sagte in der Sitzung: „Es ist sehr bedauerlich, dass man bereit ist, weiterhin unter Bedarf auszubilden und man der eigenen Schule nicht die Möglichkeit gibt diesen Bedarf weiter zu decken, selbstverständlich ohne die bestehenden privaten Anbieter in ihrem Bestand zu gefährden! Dabei sind wir als politisch verantwortliche über Parteigrenzen hinweg einig, dass man alles Erforderliche tun muss, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.“ Die Berufsbildenden Schulen könnten vermehrt Auszubildende mit Migrationshintergrund rekrutieren. Die langjährigen Kooperationen mit Einrichtungen der Gesundheit-Pflege könnten für die praktischen Ausbildungsanteile von der BBS genutzt werden. Boermann weiter: „Die Grundlagen der Pflegeassistenz werden an der BBS gelegt. Somit wäre eine Weiterentwicklung beziehungsweise Durchlässigkeit für diesen Bewerberkreis wünschenswert und sinnvoll. Finanzielle Bedenken von Interessenvertretern und Redakteuren aus der Grafschaft werden gegen notwendige Bildungs- und Ausbildungsangebote erhoben. Bei anderen Großausgaben tauchen die Kritiker allerdings regelmäßig weg.“

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