07.05.2021, 13:55 Uhr

SPD fordert zusätzliche Ferienangebote in Nordhorn

Die Angebote sind für Kinder und Jugendliche gedacht. Foto: privat

Die Angebote sind für Kinder und Jugendliche gedacht. Foto: privat

Nordhorn Kinder und Jugendliche leiden unter dem Corona-Lockdown in ihren sozialen Kontakten, aber für die meisten bedeutet das auch weniger Bewegung. Deshalb hatte die SPD im Rat der Stadt Nordhorn beantragt, das Ferienangebot der Stadt zu erweitern, insbesondere um motorische Angebote.

Die nun im Fachausschuss von der Verwaltung vorgestellten Angebote sehen unter dem Motto „Sport, Spiel, Spaß“ 36 Veranstaltungen für Kinder von 6 bis 13 Jahren auf der Blanke, in Deegfeld und in Stadtmitte vor. Insgesamt 720 Kinder können mitmachen. Hinzu kommen noch weitere Angebote, unter anderem durch den Kinderschutzbund.

„Das ist so wichtig für die Kinder. Wir sind sehr zufrieden damit, was die Verwaltung auf unseren Antrag hin nun machen wird“, so Ratsmitglied Rita Raaz. Ein besonderes Problem ist, dass kein Schwimmunterricht erteilt werden kann, wie Fraktionsvorsitzender Harald Krebs beklagt: „Wir haben jetzt den zweiten Jahrgang, der nicht schwimmen lernt. Das wird sehr schwer, das nachzuholen - sowohl wegen fehlender Ausbilder als auch wegen der Beckenzeiten“.

Schon vorher konnten um ein Viertel der Kinder in der 3. Klasse nicht schwimmen, und wieder fällt auf, dass das häufig Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern sind, wie eine Studie des Kreissportbundes vor dem Corona-Lockdown ermittelte. Ratsmitglied Bernd Koch erläutert: „Engagierte Eltern kümmern sich um den Schwimmkurs für ihr Kind, aber leider tun das nicht alle.“ Hier wird nun in Nordhorn gehandelt: Der Badbetreiber BNN will in den Sommerferien für 420 Kinder zusätzliche Schwimmkurse in den Lehrschwimmbecken anbieten. Die Hälfte der Plätze will die Stadt einkaufen und dann auf der Grundlage des Nordhorn-Passes stark verbilligt an Grundschulkinder abgeben. „Das ist eine sehr soziale Maßnahme, die hier auf die Beine gestellt wird“, lobt Ratsmitglied Johanna Stiepel. Es sei klar, dass die Grundschulen es gar nicht leisten könnten, mit überwiegend Nichtschwimmern Schwimmunterricht zu machen. Deshalb sei das auch eine Hilfe für die Grundschulen.

„So wichtig es ist, dass Kinder Schwimmen Lernen, so hat die Studie des KSB auch andere Bewegungsdefizite aufgezeigt“, sagt Ratsmitglied Volker Friese: „Natürlich sind die Vereine bereit, Angebote zu machen, aber sie arbeiten ehrenamtlich und das kann man nicht steigern.“ Deshalb sieht der Beschluss auch vor, eine Stärkung der personellen Ressourcen durch Geld für junge Menschen zu schaffen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport ableisten. „Das zu organisieren und finanzieren bedarf aber noch weiterer Überlegungen und wird wohl erst im nächsten Jahr machbar sein,“ so Harald Krebs abschließend.

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