07.04.2021, 14:50 Uhr

SPD fordert mehr Sportangebote für Kinder und Jugendliche

Sport- und Bewegungsprogramme sind gerade in Corona-Zeiten wichtiger denn je. Foto: dpa

© picture alliance/dpa/Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V.

Sport- und Bewegungsprogramme sind gerade in Corona-Zeiten wichtiger denn je. Foto: dpa

Nordhorn Wie es um die motorische Entwicklung der 3-Jährigen aussieht, wurde in einer kreisweiten Studie des Kreissportbundes (KSB) aufgezeigt (die GN berichteten). Ungefähr ein Viertel der Kinder sind motorisch nicht gut entwickelt, oft einhergehend mit Übergewicht. Auch sind es häufig Kinder aus bildungsfernen Schichten. Darauf weist die SPD Nordhorn in einer Pressemitteilung hin. Dazu sagt SPD-Ratsmitglied Johanna Harland wörtlich: „Diese Kinder sind auf öffentliche Angebote angewiesen, auch in den Kitas und den Schulen. Corona-bedingt fielen Schwimm- und Sportunterricht aus. Da müssen schon zusätzliche Angebote kommen, sobald diese wieder zulässig sind.“

Dem pflichtet auch Bernd Koch bei, ebenfalls SPD-Ratsmitglied: „Auch Kinder, die bisher motorisch gut entwickelt sind, haben in der Corona-Zeit auf viele wichtige Aktivitäten verzichten müssen. Der Ausfall des Schul- und Vereinssports trifft alle Kinder und Jugendlichen. Auch wenn derzeit erste Aktivitäten wieder zugelassen sind, stellt das die Vereine vor große Herausforderungen. Wie sicher sind Hygienekonzepte? Wie stehen Übungsleiter oder Vereinsvorstand da, wenn es doch zu einem Corona-Ausbruch kommt?Wenn ich das im Altenheim umsetze, machen das alles Pflegekräfte im Hauptamt. In den Vereinen wird alles durch das Ehrenamt geleistet.“

Mit der Studie des KSB hatten sich auf Antrag der SPD bereits am 11. März die Fachausschüsse des Rates beschäftigt. Die Politik war sich mit dem KSB einig in der Analyse. Nun kommt die SPD mit konkreten Vorschlägen. Volker Friese fordert: „Das Beste wäre, die vorhandenen Angebote auszubauen und zu verstärken. Die Ehrenamtlichen in den Vereinen leisten schon so viel. Das kann man nicht steigern. Aber eine Verstärkung der Vereinsarbeit durch junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) ableisten, würde helfen.“

Deshalb hat die SPD beantragt, dass die Stadt die finanziellen Aufwendungen für die Beschäftigung der FSJler komplett übernimmt. Ratsmitglied Alfred Koelmann erläutert: „Vorstände und Übungsleiter leisten dann erst mal Mehrarbeit, um die FSJler einzuarbeiten. Zudem entsteht ja auch Regieaufwand. Auch könnte der Kreissportbund als Anstellungsträger fungieren, vor allem wenn zum Beispiel ein Verein eine FSJler-Stelle nicht allein auslasten kann.“

Die andere Stellschraube sind aus SPD-Sicht die Angebote der städtischen Jugendpflege, insbesondere die Angebote in der Ferienzeit. Die SPD beantragt, diese Angebote auszuweiten und mehr in Richtung Motorik zu machen. „Das macht die Stadt seit Jahrzehnten mit Erfolg. Wir brauchen zusätzliche Freizeiten, dann mit täglich Sport nach dem Motto Spiel, Spaß und Bewegung“, sagt Ratsmitglied Manuel Granja Nunes.

Nach dem dritten konkreten Vorschlag der SPD sollen die Sporthallen in den Sommerferien durchgehend für den Vereinssport geöffnet bleiben. Bisher war das nicht der Fall, auch wegen der Arbeitszeitregelung für die Schulhausmeister. „Wegen der Schließung der Sporthallen sind auch Arbeitsstunden ausgefallen, so dass hier eine flexible Handhabung möglich sein muss, letztlich auch durch Übertragung der Schlüsselgewalt auf einzelne Vereinsmitglieder. Klar ist, wenn Reparaturen durchgeführt werden, haben diese natürlich Vorrang“, so Ratsmitglied Frank Günther abschließend.