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01.10.2019, 15:30 Uhr

Sparkassenstiftung fördert Uelser Bürgerbuch

Bürgerbücher dienten früher dazu, Namen und Herkunft aller neu in das Bürgerrecht einer Stadt aufgenommener Personen zu dokumentieren.

Freuen sich über ein erfolgreiches Bürgerbuch-Projekt in Uelsen Bürgermeister Hajo Bosch, Josef Brüggemann (Vorsitzender des Heimatvereins), Dr. Heinrich Voort (Ehrenvorsitzender des Heimatvereins und Buchautor), Norbert Jörgens (Vorstandsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung) und Kreisarchivar Christian Lonnemann (von links). Foto: Kreissparkasse

Freuen sich über ein erfolgreiches Bürgerbuch-Projekt in Uelsen Bürgermeister Hajo Bosch, Josef Brüggemann (Vorsitzender des Heimatvereins), Dr. Heinrich Voort (Ehrenvorsitzender des Heimatvereins und Buchautor), Norbert Jörgens (Vorstandsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung) und Kreisarchivar Christian Lonnemann (von links). Foto: Kreissparkasse

Bekanntestes Beispiel aus der Grafschaft Bentheim ist die bereits 1939 von Heinrich Specht besorgte Herausgabe der Bürgerbücher der Stadt Nordhorn, die als Band 18 der Schriftenreihe des Heimatvereins „Das Bentheimer Land“ erschienen. Das nun von dem Geschichtsforscher Dr. Heinrich Voort recherchierte und vom Heimatverein Grafschaft Bentheim umgesetzte Bürgerbuch Uelsen stellt eine große Besonderheit dar, als auch dieses Dorf als einzige nichtstädtische Kommune der Region seit 1661 seinen zugezogenen Einwohnern das Bürgerrecht verleihen konnte. „Dieses Buch wird als wichtige Quelle für die genealogische und soziologische Forschung dienen“, ist sich Josef Brüggemann, Vorsitzender des Heimatvereins Grafschaft Bentheim, sicher.

Die Grafschafter Sparkassenstiftung fördert das Werk mit 4853,67 Euro. „Das vorliegende Projekt ist ein wissenschaftlicher Gewinn für die Geschichte Uelsens. Der Heimatverein wird damit einer seiner selbst gestellten Aufgaben gerecht, auch Quellen zur Geschichte unserer Grafschaft allgemein zugänglich zu machen und sie in den Kontext regionalen Geschehens zu stellen“, verdeutlicht Norbert Jörgens, Vorstandsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung. Voraussetzungen für den Erhalt der Bürgerrechte waren eheliche Geburt und persönliche Freiheit der Bewerber sowie die Zahlung eines sogenannten „Bürgergewinngeldes“. Alle Namen der neuen Bürger, 733 Frauen und Männer, die bis 1841 in Uelsen als Bürger eingeschrieben wurden (zumeist auch mit ihrem Herkunftsort, Namen ihrer Ehepartner und eingebrachten Kinder), wurden in einem Protokollbuch vermerkt. Das führte einer der Bürgermeister und ist bis heute erhalten geblieben. „Sie sind für die Geschichte Uelsens umso bedeutender, da erste kirchliche Register erst ein gutes halbes Jahrhundert später einsetzten als die ersten Bürgeraufnahmen“, sagt Brüggemann. Nur wenig hat sich an Archivalien aus Uelsens Geschichte erhalten. Sein Protokollbuch und das darin enthaltene Bürgerbuch stellen insofern eine ortsgeschichtliche Kostbarkeit dar, nicht zuletzt auch, weil es das einzige bekannt gewordene und erhaltene Bürgerbuch eines Dorfs ist, berichtet Dr. Heinrich Voort in seiner Einführung in das Bürgerbuch.

Das Bürgerbuch beinhaltet nicht nur eine Aneinanderreihung von Personennamen, sondern Dr. Voort geht in verschiedenen Rubriken unter anderem auch auf das Verfahren zur Bürgeraufnahme in Uelsen ein und bringt das Bürgerbuch in den Kontext der regionalen Forschung und Überlieferung.

Das neue Bürgerbuch ist beim VVV in Uelsen, beim Heimatverein Grafschaft Bentheim und in allen Buchhandlungen käuflich zu erwerben.

Ems-Vechte