04.03.2021, 13:00 Uhr

Sparkassenstiftung fördert Projekt zum Thema Krebsbehandlung

Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung, bei der Spendenübergabe an die Kunst- und Maltherapeutin Marita Möllers und an Sonja Altendeitering von der Frauenselbsthilfe Krebs. Foto: Sparkasse

Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung, bei der Spendenübergabe an die Kunst- und Maltherapeutin Marita Möllers und an Sonja Altendeitering von der Frauenselbsthilfe Krebs. Foto: Sparkasse

Nordhorn „Kreative Verfahren wie eine Maltherapie können eine große Rolle spielen, wenn es um die Bewältigung einer schwerwiegenden Belastungssituation geht – wie im Falle einer Krebsdiagnose“, verdeutlicht Sonja Altendeitering, Ansprechpartnerin der Gruppe Frauenselbsthilfe Krebs in Nordhorn. Seit über sechs Jahren gibt es in Nordhorn die Maltherapie in der Krebsbehandlung. Diese wird in Kooperation zwischen der Euregio Klinik, der Kunstschule der Städtischen Galerie Nordhorn und dem Hansa-Wohnstift am Vechtesee geführt und von der Frauenselbsthilfe unterstützt. Derzeit nehmen 13 Frauen, die akut an Krebs erkrankt sind, das Angebot an. Dank finanzieller Unterstützung der Grafschafter Sparkassenstiftung, die 3000 Euro spendet, ist hierzu eine Dokumentation mit dem Titel „Neue Wege gehen“ entstanden. „Das Buch enthält Erfahrungsberichte krebsbetroffener Frauen und zeigt auf, wie durch das Malen neue Kraft geschöpft werden kann. Es ist eine besondere Form der Gesundheitsförderung“, verdeutlicht Lars Klukkert, Stiftungsrat der Grafschafter Sparkassenstiftung.

Die ursprüngliche Idee für das Malprojekt hatte die Psychoonkologin der Euregio-Klinik, Gabriele Moormann. Sie sprach mit Unterstützung von Dr. Markus Jansen und der Case-Managerin des Brustzentrums, Hildegard Schröder, krebsbetroffene Frauen an und motivierte sie zu einem ersten Kurs. So entstand die Malgruppe „Neue Wege gehen“. Die Teilnehmerinnen treffen sich einmal wöchentlich zwei Stunden zum Malen. Klinik, Kunstschule und Wohnstift sorgen gemeinsam für Material, Personal und einen speziellen „Malort“. Vermittelt werden die Malplätze über das Brustzentrum der Euregio-Klinik. Aber auch die Frauenselbsthilfe Krebs führt Betroffene aktiv an das Malangebot heran. Begleitet werden die Frauen von der Kunst- und Maltherapeutin Marita Möllers.

„Nach einer Krebsdiagnose, wenn Menschen von Gefühlen und Gedanken regelrecht überflutet werden, ist eine Maltherapie hilfreich, um wieder Ruhe zu finden und auch Kraft zu schöpfen“, verdeutlicht Möllers, die hinzufügt: „Verdrängte Geschehnisse können beim Malen verarbeitet werden, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und konstruktive Lösungen zu finden. Ein äußerst spannender und entspannender Weg, der sich positiv auf den Heilungsprozess auswirken kann. Darüber hinaus können sich die Frauen in der Gruppe austauschen, gegenseitig stützen und ermutigen.“

Kleine, wechselnde Ausstellungen in der Euregio-Klinik dokumentierten in der Vergangenheit den Schaffensprozess der Gruppe. Um darüber hinaus die Öffentlichkeit auf dieses Malprojekt aufmerksam zu machen, war aus der Gruppe heraus die Idee entstanden, die Erfahrungen der Krebskranken in einem Buch zusammenzufassen. „Die Betroffenen beschreiben durch ihre gemalten Bilder und Texte, wie sie ihre Krebserkrankung jeweils erleben. Sie berichten von ihren Ängsten, Wünschen und Hoffnungen. Sie beschreiben zudem, welche Bedeutung die Maltherapie und auch die Frauenselbsthilfe in der Krebsbehandlung für sie haben“, sagt Sonja Altendeitering, die über das Malprojekt hinaus gemeinsam mit Hildegard Schröder und Janette Hansmann insgesamt über 50 an Krebs erkrankte Frauen begleitet.

Die Gestaltung der Dokumentation übernahm Diplomdesignerin Simone van Nes. „Entstanden ist ein Werk, das die Maltherapie, hier das ‚Begleitete Malen‘, in ihrer theoretischen Fundierung, insbesondere in ihrer praktischen Ausgestaltung zeigt“, erklärtt die Kunsttherapeutin Marita Möllers. Sie ergänzt: „Die Vielfalt der Bilder und die authentischen Texte lassen sehr persönliche Einblicke in die jeweilige Krankheitsbewältigungsstrategie zu.“

Begleitend zur Herausgabe des Buches ist eine große Ausstellung in den Fluren der Euregio-Klinik geplant. Diese wird coronabedingt zu einem späteren Zeitpunkt eröffnet. Das Buch „Neue Wege gehen“ wird zukünftig kostenlos von der Case-Managerin des Brustzentrums der Euregio-Klinik an neuerkrankte Krebspatienten herausgegeben und ist zudem über die Gruppe Nordhorn der Frauenselbsthilfe Krebs erhältlich.

Neben der Grafschafter Sparkassenstiftung ermöglichten auch die AOK Gesundheitskasse und der kürzlich verstorbene Dr. Aloysius Tjahjadi die Umsetzung des Buchprojektes mit einer großzügigen Spende.

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