08.08.2019, 17:00 Uhr

Sparkasse fördert Multitouchtisch für das Sandsteinmuseum

Seit 1999 existiert das Bentheimer Sandsteinmuseum und nimmt in der geschichtlichen Aufbereitung des Bentheimer Sandsteins eine wichtige Rolle ein.

Hubert Winter (Zweiter von rechts), Stiftungsratsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung, testet mit Museumsleiterin Elisabeth vor der Straße (rechts) und Dr. Guido Dahl (Schriftführer), Reinhardt Neumann (Kassenwart) und Ruth Koch (stellvertretende Vorsitzende) den neuen Multitouchtisch im Bentheimer Sandsteinmuseum. Für das digitale Projekt stellte die Sparkassenstiftung dem Förderverein mehr als 15 000 Euro zur Verfügung. Foto: privat

Hubert Winter (Zweiter von rechts), Stiftungsratsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung, testet mit Museumsleiterin Elisabeth vor der Straße (rechts) und Dr. Guido Dahl (Schriftführer), Reinhardt Neumann (Kassenwart) und Ruth Koch (stellvertretende Vorsitzende) den neuen Multitouchtisch im Bentheimer Sandsteinmuseum. Für das digitale Projekt stellte die Sparkassenstiftung dem Förderverein mehr als 15 000 Euro zur Verfügung. Foto: privat

Es ist nicht verwunderlich, dass nach 20 Jahren Anschauungsmaterialien wie Bilder und Landkarten ausgeblichen erscheinen oder manche Bildschirmfunktionen nicht mehr funktionstüchtig sind. „Wir haben das 20-jährige Bestehen zum Anlass genommen, Neuerungen, Veränderungen und Erweiterungen in Angriff zu nehmen“, verdeutlicht Museumsleiterin Elisabeth vor der Straße. Eine anschauliche Bereicherung stellt nun der vor wenigen Tagen gelieferte Multitouchtisch dar, dessen Anschaffung die Grafschafter Sparkassenstiftung mit rund 15.000 Euro unterstützt hat. Der Multitouchtisch soll insbesondere Schüler als Museumsbesucher gewinnen. „Aus unserer Sicht wird dieses digital aufbereitete Projekt das museumspädagogische Angebot regional wie auch überregional bereichern“, verdeutlicht Hubert Winter, Stiftungsratsvorsitzender der Grafschafter Sparkassenstiftung, bei der Spendenübergabe an den Förderverein für das Museumswesen in der Obergrafschaft.

Das Sandsteinmuseum entwickelt sich somit zunehmend zum Lern- und Erlebnisort, an dem sich die Besucher auf die Spuren des „Bentheimer Goldes“ begeben können. Die erste Programmierung des innovativen Multitouchtisches, der auch durch Rollstuhlfahrer bedient werden kann, ist ausgelegt auf das Thema „Batavia“. Die Batavia war das Flaggschiff der niederländischen Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOC). Auf ihrer Jungfernfahrt nach Batavia, dem heutigen Jakarta, lief sie 1629 vor Australien auf ein Riff und sank. In den 1960er Jahren wurde das Wrack gehoben. Dabei fand man im Bauch des Schiffes 137 in Form geschlagene Steinblöcke aus Bentheimer Sandstein, die als Portal für die Festung in Batavia bestimmt waren. Das aufgebaute Sandsteinportal im Original ist im australischen Museum in Geraldton (Fundort) ausgestellt. Das Wrack der Batavia sowie eine Nachbildung des Sandsteinportals sind im australischen Shipswreckmuseum in Fremantle zu sehen. Ein Nachbau des Schiffs wurde von 1985 bis 1995 auf der Bataviawerft in Lelystad in den Niederlanden gefertigt.

„Die Geschichte der Batavia zeigt, dass der Bentheimer Sandstein im 17. und 18. Jahrhundert weltweit gehandelt wurde und heute als Kulturgut anzusehen ist“, sagt vor der Straße. Unweit des Sandsteinmuseums soll im Bad Bentheimer Schlosspark ein Nachbau des Portals in Originalgröße – 6,67 Meter hoch und 5,20 Meter breit – entstehen. Der Multitouchtisch greift zum einen die „Batavia“ als mächtiges Tor aus Bentheimer Sandsteinen auf. Zum anderen wird über die „Batavia“ als Handelsschiff berichtet. Es wird anschaulich die Reise des Schiffs nachgestellt und wo es Schiffbruch erlitt. Darüber hinaus gibt es Informationen zur VOC, zur Besatzung, zur Ladung des Bentheimer Sandsteins, zur Bergung der Batavia und des Batavia-Sandsteinportals.

Alle Informationen werden auch in niederländischer Sprache dargestellt. Der Abbau von Bentheimer Sandstein galt über Jahrhunderte als Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung der Grafschaft Bentheim. Er war eine begehrte Exportware, oft als „Bentheimer Gold“ bezeichnet. Insbesondere mit den Niederlanden entfaltete sich über Jahrhunderte ein intensiver und weit reichender Handel.