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11.04.2019, 20:00 Uhr

Siegbert Gnoth bei Hallen-World-Masters in Polen

Mit zwei Medaillen und einer Fülle von Eindrücken kehrte der Gildehauser Leichtathlet Siegbert Gnoth von den Hallen-World-Masters aus dem polnischen Toruń zurück.

Siegbert Gnoth bei Hallen-World-Masters in Polen

Annelise und Siegbert Gnoth am Weichselufer zusammen mit Reiner Görtz (ASV Süchteln). Foto: privat

Von Hartmut Abel

„Toruń war eine Reise wert“, dieses Fazit zog Siegbert Gnoth, als er, von Ehefrau Annelise begleitet, von den World Masters Athletics Championships, so der offizielle Name, aus dem polnischen Toruń zurückgekehrt war. Intensiv hatte er sich auf die Wettkämpfe vorbereitet, wobei seine „Königsdisziplin“, der Stabhochsprung, im Vordergrund stand. Regelmäßig war er in das Sportleistungszentrum nach Rhede gefahren, um an seiner Technik zu feilen. Wertvolle Unterstützung bekam er dabei von seiner Ehefrau Annelise, die Videoaufnahmen machte. Zu Hause wurde das Material am Computer analysiert. „Nach einem Vorbereitungswettkampf in Gent hatte ich ein gutes Gefühl, eine Medaille zu erringen“, erklärte Siegbert Gnoth, der der Klasse M 75 angehört.

Die Anreise erfolgte mit dem Pkw. Eine Fahrt mit der Bahn wäre wegen der sperrigen Stabhochsprungstäbe nicht möglich gewesen. Nach der Ankunft stand eine Besichtigung der Halle auf dem Programm. „Sie ist von der Größe und Funktionalität her imponierend“, schwärmt der Gildehauser.

Sein erster Wettkampf fand jedoch nicht in der Halle, sondern draußen statt, da der Speerwurf als Freiluftdisziplin mit in das Veranstaltungsprogramm einbezogen war. Voller Selbstvertrauen stieg er in den Wettkampf ein, da ihm beim Training mit Tochter Kirstin im heimischen Mühlenbergstadion etliche gute Würfe gelungen waren, die alle über 35 Meter lagen. Doch die ersten vier Versuche lagen unter 32 Metern. „Ich habe mit zu viel Gewalt geworfen“, analysierte er. Sein fünfter Versuch (33,48 m) brachte ihn in die Medaillenränge. Im sechsten Durchgang steigerte er sich auf 34,91 m und sicherte sich damit Silber. „Nach Blech in Malaga war ich dieses Mal an der Reihe“, so sein Kommentar.

Zeitraubend war beim Stabhochsprung das Warten, in den Wettbewerb einzusteigen, da Siegbert Gnoth die Anfangshöhe1,90 m und alle weiteren Abstände ausgelassen hatte und als einziger erst bei 2,30 m einstieg, und das mit einem Fehlversuch. „Das Warten macht müde“, so Siegbert Gnoth. 2,40 m schaffte er problemlos, bei 2,50 m riss er die Latte. Die Konkurrenz mit dem Amerikaner Booth und dem Deutschen Halder blieb fehlerfrei. Alle drei scheiterten an der Höhe von 2,60 m. Dabei ergab sich jedoch eine kuriose Situation für Gnoth und die zahlreichen Zuschauer. Er hatte bereits die Latte übersprungen, „fühlte sich für zwei Sekunden als Weltmeister“ und hörte den Applaus der Zuschauer. Wie von Geisterhand geführt, fiel der Stab gegen den Aufleger und riss die Latte nach unten, nachdem der Athlet längst gelandet war. „Aus Gold wurde Bronze“, meinte Siegbert Gnoth.

Im Dreisprung hatte er mit 8,24 Metern am Ende des fünften Durchganges noch auf dem Bronzerang gelegen. Diesen Platz entriss ihn jedoch der Finne Markunsalo (8,39 m), da Gnoth wegen Schmerzen an den Adduktoren auf den abschließenden sechsten Durchgang verzichtete.

Begeistert ist Siegbert Gnoth von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der polnischen Gastgeber, die die einwöchige Veranstaltung mit über 4000 Athleten aus 65 Nationen problemlos über die Bühne brachten. Nicht minder begeistert ist das Ehepaar Gnoth von der Stadt Toruń. Die ehemalige Hansestadt an der Weichsel besticht durch ihre vielen historischen Gebäude. „Zum Glück gibt es keine Bausünden, dafür viele kleine Läden und gemütliche Cafés“, stellten beide fest. Und auch die Freundlichkeit in dem Hotel, in dem sie wohnten, und in den Restaurants beeindruckte die Gnoths. Die Verständigung klappte nur mit Händen und Füßen und dem Smartphone, das als Übersetzer diente.

„Satt geworden sind wir und lecker war das Essen auch“, lobten beide.

Eine Überraschung gab es nach der Rückkehr. Tanja Hennig, Leichtathletik-Fachwartin des TuS Gildehaus, überreichte Siegbert Gnoth eine Torte, die mit einer Medaille verziert war. „Mit dieser kleinen Geste wollen wir deine großen Leistungen würdigen“, so Tanja Hennig.