Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
25.02.2020, 10:49 Uhr

Selbsthilfegruppe macht Angehörigen von Suchtkranken Mut

Jeden zweiten Dienstag treffen sich unterschiedliche Menschen im DRK-Mehrgenerationenhaus. Sie verbindet ein gemeinsames Schicksal: Jemand aus ihrem nächsten Umfeld leidet an einer Suchterkrankung. Wie können Angehörige mit der Situation umgehen?

Bieten Rat und Unterstützung (von links): Hanna Leuchtmann, Thomas Lambers, Sabine Wolterink.Foto: privat

Bieten Rat und Unterstützung (von links): Hanna Leuchtmann, Thomas Lambers, Sabine Wolterink.Foto: privat

Nordhorn Nahestehende Personen eines suchtkranken oder suchtgefährdeten Menschen sind in einer schwierigen Lage: Sie möchten verstehen und helfen und ein normales Familienleben oder eine unbelastete Partnerschaft führen. Vielleicht haben sie auch Angst, dass sich Bekannte von ihnen abwenden, wenn die Sucht öffentlich wird. Manche geraten durch die Sucht des Angehörigen in finanzielle Schwierigkeiten. Betroffenen in dieser Situation möchte eine Selbsthilfegruppe des Deutschen Roten Kreuzes Mut machen. Die Teilnehmer treffen sich jeden zweiten Dienstag um 19 Uhr im DRK-Mehrgenerationenhaus, Schulstraße 19, in Nordhorn.

„Der Besuch einer Selbsthilfegruppe hilft zu verstehen, dass die Suchterkrankung des Angehörigen auch eine Familienerkrankung ist“, sagen Thomas Lambers, Leiter der Selbsthilfegruppe und Sabine Wolterink. Schließlich sind die Probleme, mit denen Angehörige konfrontiert sind, vielfältig. „Angehörige sollten sich klar machen, dass sie selbst in einer Lage sind, die sie schon viel Kraft gekostet hat. Doch auch sie haben ein Recht auf Hilfe. Indem sie für sich Unterstützung suchen, zeigen sie, dass sie die Verantwortung für ihr Leben selbst in die Hand nehmen.“ Schwerpunkte des Angebots sind der Erfahrungsaustausch unter Angehörigen sowie Informationen über Suchterkrankungen. Auf dem Terminkalender stehen aber auch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Kloatscheeten, Grillen und Feste, natürlich ohne Alkohol, betonen die Organisatoren.

In der bestehenden Gruppe für abhängigkeitserkrankte Menschen und ihre Angehörigen, die sich einmal wöchentlich trifft, geht es darum, offen und ehrlich über eigene Erfahrungen mit der Sucht zu sprechen. Voraussetzung ist der Wunsch und die Bereitschaft zur dauerhaften Abstinenz. Die Teilnahme ist freiwillig und unverbindlich. Anonymität ist selbstverständlich. „Wir geben uns gegenseitig Halt, Stärke und Ermutigung, damit wir Alkohol, Drogen und Medikamente stehenlassen können und lernen, uns ohne Suchtmittel anders wahrzunehmen. Denn aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwer es ist, sich einzugestehen, suchtkrank zu sein“, heißt es im Flyer der Gruppe. „Es tut gut, zu wissen, dass es Menschen gibt, die auch ein Suchtproblem haben oder hatten: die es überlebt haben, die etwas Neues geschaffen haben und die heute darüber sprechen.“

Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Leiter der Gruppe, Thomas Lambers, unter Telefon 0172 5607362, bei Sabine Wolterink unter 0160 8716771 oder per E-Mail an info@selbsthife-drk-nordhorn.de sowie bei Dr. Annegret Hölscher von der Selbsthilfekontaktstelle unter Telefon 05921 96-1867.