22.03.2019, 16:57 Uhr

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt

Nachdem Andre und Johann Bouws 2018 Planungen für ein neues Wohn- und Geschäftshaus und den Abriss des Abendlokals „Schwalbennest“ verkündet hatten, war es dort lange Zeit ruhig. Nun tut sich etwas an der Neuenhauser Straße 175 in Nordhorn.

Hier befand sich der frühere verglaste Eingang des „Schwalbennestes“. Foto: Müller

Hier befand sich der frühere verglaste Eingang des „Schwalbennestes“. Foto: Müller

Von Rainer Müller

Die historische Ankerbalken-Konstruktion im Inneren des Gebäudes soll – wie auch das nachträglich in das Verblendmauerwerk eingelassene Pseudo-Fachwerk eine neue Nutzung erfahren. „Das Material ist noch in einem Top-Zustand – wir wollen den Abriss ressourcenschonend umsetzen“, unterstrich Miteigentümer und Architekt Johann Bouws bereits im vergangenen Jahr. Nun ist es soweit: Der Nordhorner Tierpark hat die Fachwerkkonstruktion für eigene Bauprojekte erworben. Seit Montag dieser Woche sind drei Mitarbeiter des Familienzoos damit beschäftigt, das Mauerwerk mit Hammer und Meißel aus der hölzernen Balkenkonstruktion herauszulösen. „Wir rechnen damit, in etwa vier Wochen mit den Arbeiten fertig zu sein“, sagt Tierpark-Mitarbeiter Jürgen Johannink auf Nachfrage.

Rückblick: Das in den vergangenen fast fünf Jahrzehnten ausschließlich gastronomisch genutzte frühere Bauernhaus an der Neuenhauser Straße 175 befand sich ursprünglich im Besitz der Familie Roters. Im Tausch gegen ein Objekt im Stadtteil Bookholt wurde Landwirt Wassink Anfang der 1960er-Jahre neuer Eigentümer. Der Nordhorner Gastronom Nachtigall eröffnete kurze Zeit später das Restaurant „Krummer Balken“. In den 1970er-Jahren pachtete Udo Vennemann das Restaurant und funktionierte es in das für damalige Verhältnisse noble Abendlokal „Schwalbennest“ um – anfänglich noch mit einem zur damaligen „Wassinks Halle“ liegenden, verglasten Eingang. 1985 übernahm ein Ehepaar aus Stadtlohn die Geschäfte, bevor die Nordhornerin Maria Altendeitering die „Schwalbe“ weitere 17 Jahre betrieb.

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„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Bereits freigelegte Elemente des Fachwerk-Vorbaus. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Die bereits freigelegten Elemente des Fachwerk-Vorbaus. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Bereits freigelegte Elemente des Fachwerk-Vorbaus. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Drei Mitarbeiter des Nordhorner Tierparks legen die Fachwerkbalken nicht nur mit Hammer und Meißel frei - zum Teil kommt auch die Trennscheibe zum Einsatz. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Bereits freigelegte Elemente des Fachwerk-Vorbaus. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Auch das Stemmeisen hilft beim Freilegen der Holzkonstruktion. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Auch das Stemmeisen hilft beim Freilegen der Holzkonstruktion. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Auch das Stemmeisen hilft beim Freilegen der Holzkonstruktion. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Getanzt wird auf dieser Diele nicht mehr. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Ein Spiegel mit alten Motiv-Fliesen zeugt von früherer Nutzung des ehemaligen Bauernhauses. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Dieser Fliesenspiegel scheint mit Delfter Material angelegt worden zu sein. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Dieser Fliesenspiegel scheint mit Delfter Material angelegt worden zu sein. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Dieser Fliesenspiegel scheint mit Delfter Material angelegt worden zu sein. Foto: Müller

„Schwalbennest“ vor Abriss: Fachwerk wird freigelegt
Hier wurde jahrzehntelang am Wochenende getanzt. Foto: Müller

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