12.02.2021, 12:28 Uhr

Schulausfall: Junge Union Nordhorn will Planungssicherheit

Die Junge Union in Nordhorn stellt die Verhältnismäßigkeit der witterungsbedingten Schulausfälle infrage. Foto: Westdörp

Die Junge Union in Nordhorn stellt die Verhältnismäßigkeit der witterungsbedingten Schulausfälle infrage. Foto: Westdörp

Nordhorn Seit Monaten leidet der Präsenzunterricht an Grafschafter Schulen unter den Corona-Maßnahmen. Der stark eingeschränkte Präsenzunterricht stellt viele Familien und Alleinerziehende vor große organisatorische Herausforderungen, und Experten befürchten weitreichende negative Folgen für Schüler (die GN berichteten). „Dass in dieser Woche zusätzliche Wetterbedingungen hinzukamen, die die Planbarkeit einschränkten, stellte alle Beteiligten vor zusätzliche Herausforderungen“, betont Sebastian Hochmann aus dem Vorstand der Jungen Union (JU) Nordhorn. Für die JU stellt sich die Frage, ob ein ganzwöchiger Schulausfall die richtige Entscheidung war. „Die Grafschafter Winterdienste haben unter größtem Einsatz daran gearbeitet, die Straßen passierbar zu machen. Trotzdem hat die Kreisverwaltung beschlossen, dass ein Präsenzunterricht aufgrund der Wetterverhältnisse nicht stattfinden kann“, erklärt Hochmann.

Schulausfall gerechtfertigt?

JU und Elterratsvertreter haben sich vor Kurzem zum Thema Schulausfall ausgetauscht. „In dem Gespräch wurde die Frage diskutiert, wie eine solche Entscheidung vonseiten der Verwaltung getroffen wird“, berichtet Hochmann. „Ohne Frage war eine Schülerbeförderung am Montag, vielleicht auch Dienstag, schwer umzusetzen. Warum wäre eine Beschulung der Schüler nicht möglich gewesen, die nicht mit dem Bus zur Schule kommen?“

Der Vorsitzende des Stadtelternrates in Nordhorn, Matthias Zafri, sah sich laut Hochmann in dieser Woche „überschwemmt von Anfragen besorgter Eltern“. Hochmann führt aus: „Wir wissen um die negativen Folgen des Distanzunterrichts, man möchte doch meinen, dass alles Notwendige getan wird, um einen Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Spannend wäre ja auch die Frage nach einem Notfallkonzept für solche Fälle.“

Notfallkonzept gefordert

Matthias Zafri als Elternratsvertreter machte laut Hochmann deutlich, dass es keineswegs darum gehe, die Straßenmeistereien zu kritisieren. Vielmehr ginge es darum, zu hinterfragen, wie diese Entscheidung innerhalb der Verwaltung zustande gekommen sei. „Denkbar wären doch auch Sammelpunkte, welche bereits geräumt wurden. Die Busse könnten dort die Schüler einsammeln“, meinte Zafri in dem Gespräch.

Kevin Döhe, Chef der JU, stellte zum Schluss des Gesprächs klar: „Wir müssen alles unternehmen, um allen Schülern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Auf der anderen Seite müssen wir auch, gerade jetzt in der Pandemiezeit, eine größtmögliche Planungssicherheit bieten. Solche Wetterverhältnisse können immer wieder auftreten. Deshalb sollten wir, insbesondere die Kreisverwaltung, prüfen, ob die Maßnahmen angebracht waren und vor allem welche Notfallmaßnahmen greifen könnten, um einen weiteren Ausfall zu verhindern.“ Die JU will die Kreisverwaltung nun schriftlich mit diesen Fragen konfrontieren.

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