12.07.2022, 16:55 Uhr

Schüler lernen auf spielerische Weise das „Business“ kennen

Das Gewinnerteam beim Marketing-Abend auf dem „Siegertreppchen“ im Foyer des gastgebenden Unternehmens Utz mit ihren Lehrkräften, Spielleiter Steffen Vogt von der VME-Stiftung sowie Vertretern der Firma Utz. Foto: Utz

Das Gewinnerteam beim Marketing-Abend auf dem „Siegertreppchen“ im Foyer des gastgebenden Unternehmens Utz mit ihren Lehrkräften, Spielleiter Steffen Vogt von der VME-Stiftung sowie Vertretern der Firma Utz. Foto: Utz

Kalkulieren, entscheiden, planen und dabei die Unternehmensziele immer wieder auf den Tisch bringen – so sah eine Woche lang der Alltag von 18 Elftklässlern des Beruflichen Gymnasiums Technik an den Gewerblichen Berufsbildenden Schulen in Nordhorn aus. Die Schule hat im Mai zum zweiten Mal an dem fünftägigen Wirtschaftsplanspiel „Management Information Game“ (MIG) teilgenommen, das die VME-Stiftung Osnabrück-Emsland gemeinsam mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) für Oberstufenschüler veranstaltet hatte. Dabei leiteten die Jugendlichen als Vorstandsvorsitzende fiktive Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Tischen spezialisiert hatten. Dabei mussten die Jungunternehmer ihre Firmen nicht nur durch die Höhen und Tiefen der sozialen Marktwirtschaft manövrieren, sondern auch ihre modernen Tischvariationen vermarkten – beides natürlich möglichst mit Erfolg. Für das authentische „Unternehmerfeeling“ sorgte die Firma Utz in Schüttorf: Sie öffnete ihre Türen für die MIG-Woche und ermöglichte praktische Einblicke in die Welt der Wirtschaft.

Beitrag zur Berufsorientierung

Mit dem Wirtschaftsplanspiel MIG wollen die VME-Stiftung und das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft jungen Menschen auf spielerische Weise wirtschaftliches Grundverständnis vermitteln und durch Einblicke in verschiedene Unternehmen zur Berufsorientierung beitragen. So wurden denn aus einem vollen Wochenstundenplan für die Jungunternehmer täglich mehr als achtstündige Arbeitstage: Sie planten unter anderem ihre Produktion, Investitionen, den Personaleinsatz, Marketingstrategien und Vertriebspreise; dabei waren zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Das benötigte wirtschaftliche Fachwissen erhielten die Nachwuchsmanager von Steffen Vogt, Spielleiter des BNW, sowie von Wirtschaftsvertretern der Grafschafter Volksbank und des gastgebenden Unternehmens Utz. Dort hatten die Teilnehmer des Planspiels auch Gelegenheit, den Betrieb zu erkunden und „live“ Einblicke in die Produktion zu bekommen. Finanzielle Unterstützung der Planspielwoche kam zudem von den Sponsoren Emco Group, NVB, Ringoplast, RWE und Grafschafter Volksbank.

Spannende Ideen überzeugend präsentiert

Zum Abschluss der Planspielwoche galt es für die drei Unternehmer-Teams namens „OPTISCH AG“, „PolypTischon AG“ und „VinTisch AG“, ihr jeweiliges Produkt nebst passender Marketingstrategie einer fiktiven Käufergemeinschaft, bestehend aus Wirtschaftsvertretern und Lehrkräften, zu präsentieren. „Dabei ,tischten‘ die drei Gruppen mit ihren ,fantasTISCHEN‘ Konzepten und ,prakTISCHEN‘ Produkten große Stücke auf“, resümierten die Mitglieder der Jury und fügten hinzu: „Auf jeden Fall saß hier niemand am ,Katzentisch‘: Alle drei Aktiengesellschaften haben einen großartigen Job geleistet und tolle Präsentationen gehalten. Vielen Dank für so viel Engagement und eure spannenden Ideen!“ Schlussendlich konnte das Team der „OPTISCH AG“ mit seinem Gesamtkonzept die Jury am meisten überzeugen.

„Anfangs waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer recht skeptisch. Ihr Feedback am Ende der Woche war jedoch mehr als positiv“, merkte BNW-Spielleiter Steffen Vogt zum Abschluss der Planspielwoche schmunzelnd an. Auch wenn er durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen (Konjunktur etc.) für einen hohen Stresslevel bei den Nachwuchsmanagern gesorgt habe, hätten die Teilnehmer unbedingt eine Wiederholung des Spiels für den nachfolgenden Jahrgang empfohlen, so Vogt. Besonders die „informell“ vermittelten Lerninhalte und Erkenntnisse, zum Beispiel zu Teamarbeit und eigener Teamfähigkeit, vermochten die Teilnehmer zu beeindrucken. Doch natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz, als zwischen Schülern und Lehrkräften ein regelrechter Wettstreit um die besten Redewendungen mit dem Begriff „Tisch“ ausgetragen wurde. „Die Erkenntnis, wie viele Begriffe der deutschen Sprache auf ,-tisch‘ enden und wie viele Sprichwörter dort ,auf den Tisch‘ kamen, war schon faszinierend“, lautete das abschließende positive Fazit aller Beteiligten dieser spannenden, lehrreichen und äußerst kurzweiligen Praxiswoche.