24.06.2022, 14:45 Uhr

Scheuer Waldbewohner: Schwarzstörche zurück in der Grafschaft

In den FFH-Schutzgebieten des Bentheimer Waldes findet der scheue und seltene Schwarzstorch – hier eine Aufnahme aus einem Wildpark – ideale Bedingungen vor, um Frühjahr und Sommer in der Grafschaft zu verbringen. Symbolfoto: dpa

© picture-alliance / dpa

In den FFH-Schutzgebieten des Bentheimer Waldes findet der scheue und seltene Schwarzstorch – hier eine Aufnahme aus einem Wildpark – ideale Bedingungen vor, um Frühjahr und Sommer in der Grafschaft zu verbringen. Symbolfoto: dpa

Nach unsteten Sichtbeobachtungen in den vergangenen drei Jahren zeigen sich jetzt erste Erfolge der Artenschutzmaßnahmen der Waldbesitzer im Bentheimer Wald. Dies teilt die Fürst zu Bentheimsche Domänenkammer mit. „Der Schwarzstorch, der scheue Verwandte des Weißstorches, ist zurück in der Grafschaft Bentheim. Er hat Quartier in den Altholzbeständen des Bentheimer Waldes bezogen und fliegt von hier aus in seine Nahrungshabitate im Umfeld des Bentheimer Waldes“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kammer.

Da der Schwarzstorch insbesondere ruhige Altholzbestände als Lebensraum benötigt, findet er in den Schutzgebieten des Bentheimer Waldes ideale Voraussetzungen vor, um das Frühjahr und den Sommer in der Grafschaft Bentheim zu verbringen. Beobachter sollten sich den Vögeln nicht gezielt nähern, da die Schwarzstörche jede Flucht wertvolle Energie kostet. Energie, die sie und insbesondere ihre Jungtiere dringend für den Vogelzug in die afrikanischen Winterquartiere benötigen.

Nachdem im vergangenen Winter in Kooperation zwischen den Flächeneigentümern und dem Naturschutzverein Grafschaft Bentheim Nisthilfen für den Schwarzstorch im Bentheimer Wald errichtet wurden, scheint das neue Wohnraumangebot den Schwarzstörchen zu gefallen. Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich Fotografen und andere „Naturliebhaber“ an die Vorschriften zum Betreten des Waldes halten, um dem Schwarzstorch seine benötigte Ruhe zu lassen. Olaf Hoffmann, der als zuständiger Revierförster für das Besucherlenkungskonzept im Bentheimer Wald verantwortlich ist, zeigt sich zuversichtlich, dass trotz des enormen Besucherverkehrs die Interessen der Waldbesucher und des Artenschutzes durch das gezielte Besuchermanagement und die ausgewiesenen Ruhezonen ausgeglichen werden können.

Mittelfristig wird die naturschutzfachliche Betreuung des Bentheimer Waldes in Zusammenarbeit mit der Ökologischen Station Grafschaft Bentheim erfolgen. Um die naturschutzfachliche Betreuung des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes sicherstellen zu können, hoffen die Flächeneigentümer dieser Gebiete in der Obergrafschaft, dass die ersten Entwürfe der Managementplanung in diesem Jahr von der Unteren Naturschutzbehörde zur Abstimmung bereitgestellt werden. „Bis die Naturschutzbehörden ihre Planungen abgestimmt und abgeschlossen haben, ist für den Schwarzstorch und die anderen geschützten Tier- und Pflanzenarten in den privaten Schutzgebieten der bewährte Schutz durch die Eigentümer und Bewirtschafter der FFH-Gebiete gewährleistet“, versprechen die Verantwortlichen der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer.